28:26-Sieg in Oldenburg: Neckarsulmer Reaktion zur rechten Zeit

Handball  Die Bundesliga-Frauen der Sport-Union erkämpfen sich mit viel Willen zwei wichtige Punkte im hohen Norden. Der Abstand auf die Abstiegszoen berträgt damit wieder drei Punkte.

Von Dominik Knobloch
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Erleichterung bei der Sport-Union: Die Neckarsulmerinnen um Birna Berg Haraldsdottir und Nele Reimer (hier im Februar bei einem Heimspiel) schafften gegen Oldenburg einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Foto: Archiv/Veigel

Als die Schlusssirene durch die Oldenburger EWE-Arena hallte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. "Auswärtssieg, Auswärtssieg", brüllten die Neckarsulmerinnen in ihrem Freudentaumel immer wieder aus vollem Hals.

Nach dem desolaten Auftritt der Vorwoche zeigte die Sport-Union gestern beim VfL die richtige Reaktion und belohnte sich mit einem 28:26 (14:16) und zwei eminent wichtigen Zählern im Kampf um die Klasse für eine kämpferisch starke Leistung.

Aussprache hat neues Feuer im Team geweckt

"Der Druck vor diesem Spiel war enorm. Mir fallen 1000 Steine vom Herzen und ich bin brutal glücklich", sagte NSU-Trainer Pascal Morgant nach dem erfolgreichen Bundesliga-Fight seiner Mannschaft, die nun wieder drei Punkte vor der Abstiegszone steht. Nach dem jüngsten 20:33 bei Blomberg-Lippe hatte es noch eine Aussprache im Verein gegeben. Eine Maßnahme, die augenscheinlich neues Feuer im Team entfachte. Es war weniger die spielerische Klasse, sondern viel mehr der kollektive Zusammenhalt, mit dem Neckarsulm in Oldenburg überzeugte.

1173 Zuschauer sahen sich das Duell des Neunten gegen den Drittletzten aus Neckarsulm an. Zu hören war aber vor allem die Neckarsulmer Bank. Jede erfolgreiche Aktion wurde lautstark gefeiert. Nach jedem Fehler gab es aufmunternde Rufe. "Das war schon eine tolle Reaktion", sagte Morgant.

Eine Energie, die auch aufs Feld strahlte. Nach sieben Minuten war die Sport-Union angeführt von Svenja Kaufmann auf der Spielmacher-Position mit 4:1 in Führung. Morgant hatte sich in der Vorbereitung einiges einfallen lassen: "Wir haben mit einer Taktik begonnen, mit der sie nicht rechnen konnten. Dann hat aber Angie Geschke nicht gespielt und unsere Taktik war am Arsch. Wahrscheinlich ging es am Ende dann gar nicht so sehr um die Taktik."

Schwächere Phasen im Spiel einfach abgehakt

Warum die Oldenburger Starspielerin vorwiegend auf der Bank saß? Den Neckarsulmerinnen war es egal. Auch, dass der VfL nach 14 Minuten den 7:7-Ausgleich schaffte. Die umkämpfte Partie schwappte hin und her. Immer mit leichtem Oberwasser für die Gäste. Fünf Minuten vor der Pausensirene griff Oldenburgs Coach Niels Bötel beim 10:11-Rückstand zur Auszeit. Und rüttelte sein Team nochmals etwas wach. Neckarsulm begann zu wackeln und schwankte mit einem 14:16 in die Kabine.

Zurück auf der Platte, waren die Neckarsulmerinnen auch mental wieder voll da. "Wir hatten besprochen, dass wir Phasen, in denen es mal nicht so läuft, abhaken müssen und ihnen nicht zu viel Wert beimessen dürfen", erklärte Pascal Morgant die Herangehensweise für die zweiten 30 Minuten. Nach einem 4:0-Lauf hatte die Sport-Union den Pausenrückstand gedreht.

Nele Reimer sorgt für die Vorentscheidung

Die NSU-Deckung kämpfte um jeden Ball. Seline Ineichen und Irene Espinola Perez stellten einen knallharten Innenblock. Ljubica Pavlovic griff auf halb beherzt in die Oldenburger Angriffsversuche ein. Dank der guten Abwehrarbeit konnte Neckarsulm sich nach dem 22:19 (42. Minute) der quirligen Ana Pavkovic auch eine achtminütige Schwächephase in der Offensive gänzlich ohne Treffer erlauben. Der Kopf blieb oben.

Bei Nele Reimers 27:24 (57.) war die Partie vorentschieden. Auch mit sieben Feldspielerinnen schaffte es Oldenburg nicht, die dichte Neckarsulmer Deckung richtig aus dem Tritt zu bringen. "Diesen Moment genießen wir jetzt erst einmal. Bei aller Freude wissen wir aber, dass wir die Spannung beibehalten müssen", sagte Pascal Morgant.
 


Neckarsulmer SU: Roth, Gorelova - Kalmbach (3), Pavkovic (4), Kaufmann (3), Haraldsdóttir (1), Namat, Goos, Pavlovic (1), Ineichen (4), Reimer (9/5), Espinola Perez (3), Stojkovska.

Beste Schützinnen des VfL: Schoenaker (8/3), Jongenelen (6), Birke (5).

Siebenmeter: VfL 3/3, NSU 5/5.

 

Zeitstrafen: 2/4. Zuschauer: 1173


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