Heilbronner Falken bei den Bietigheim Steelers: Derby nach mehr als 1300 Tagen Wartezeit
Das Warten hat ein Ende: Nach rund dreieinhalb Jahren steht für die Heilbronner Falken wieder ein Derby gegen die Bietigheim Steelers an. Auf was es dabei ankommt.
„Seit dem letzten Spiel, das wir hatten, sprechen wir zwar nicht ständig über das Spiel. Aber jeder hat es in den Köpfen drin“, sagt Robin Just. Nach genau 1302 Tagen kommt es wieder zum Derby zwischen den Heilbronner Falken und den Bietigheim Steelers.
Das erste von vier Oberliga-Duellen in dieser Saison steigt am Freitag (19.30 Uhr) in der Ege-Trans-Arena im Ellental – vor ausverkauftem Haus mit 4500 Zuschauern. „Ich freue mich drauf. Es ist das Derby. Für solche Spiele sind wir alle hier“, erklärt der Stürmer der Unterländer. „Was gibt es Besseres, als vor einem ausverkauftem Stadion zu spielen – alle schreien, alles ist laut und wild.“
Man wisse zwar in etwa, was auf einen zukommt, sagt der 36-Jährige. Aber vor allem den jüngeren Spielern müsse man die Nervosität nehmen. „Das Derby wird auf jeden Fall emotionsgeladen sein. Man muss kühlen Kopf bewahren, darf nicht zu übereifrig oder übermotiviert sein, muss die Emotionen etwas zügeln und dennoch Vollgas geben“, erklärt Just.
Heilbronner Falken vor dem Derby: Robin Just trug sechs Spielzeiten das Steelers-Trikot
Just kennt die Derbys zwischen Heilbronn und Bietigheim noch aus seiner Zeit bei den Steelers. Der Deutsch-Slowake trug von 2012 bis 2017 und dann noch mal in der Saison 2020/2021, die mit dem Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) gekrönt wurde, das grün-weiß-blaue Trikot des Teams aus dem Ellental. Über ein Engagement bei den Hannover Scorpions kam er 2023 zu den Falken.
Eng befreundet ist er immer noch mit Alexander Preibisch und Tim Schüle von den Steelers. In der gemeinsamen Whats-App-Gruppe ist auch noch Steelers-Rekordspieler Rene Schoofs mit drin. Die Freundschaften ruhen aber in den maximal 65 Minuten am Freitag. „Sicherlich gibt es auf dem Eis ein paar Sticheleien“, berichtet der 36-Jährige.
Letztlich komme es aber darauf an, den Sieg mehr zu wollen. „Im Derby kommt es nicht auf die Platzierung in der Tabelle an. Es sind immer Duelle auf Augenhöhe. Wer es am Ende mehr will und das Quäntchen mehr Glück hatte, wird siegreich vom Eis gehen“, ist sich Just sicher.
Derby gegen Heilbronner Falken: Bietigheims Kader gespickt mit DEL2- und DEL-erfahrenen Spielern
Der Deutsch-Slovake hat großen Respekt vor den Steelers. „Sie haben Topnamen in ihren Reihen – Alexander Preibisch, Tim Schüle, Tyler McNeely, Sören Sturm oder Pawel Dronia sind gestandene DEL2- und sogar DEL-Spieler“, erklärt Just. „Es ist eine erfahrene Truppe, die viele gute Verteidiger hat, die den ersten Pass gut spielen können. Und sie haben auch gute Ausländer mit den beiden Tschechen. Auf Preibisch mit seiner Geschwindigkeit muss man aufpassen. Und Fedor Kolupaylo ist ein schneller, technisch guter Spieler. Bei den Steelers ist viel Talent vorhanden.“
Nach dem Derby aller Derbys für die Falken in Bietigheim wartet auf Heilbronn am Sonntag (17 Uhr) in der Eishalle am Europaplatz gleich das nächste Regionalduell. Die Falken empfangen zum kleinen Derby die Stuttgart Rebels. „Wenn die Stuttgarter Fans zahlreich kommen, wird auch zu dieser Begegnung einiges los sein“, berichtet Just.
Eishockey-Oberliga: Stuttgart Rebels längst kein Punktelieferant mehr
Dass die Mannschaft aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt kein Punktelieferant mehr ist wie in der vergangenen Saison, haben die Falken bereits in der Vorbereitung erfahren müssen. Anfang September verloren die Unterländer in Stuttgart mit 3:4. Rund zehn Tage darauf mühten sie sich beim Vorbereitungsabschluss zu einem 3:2 in eigener Halle. „Das ist nicht mehr die Mannschaft der vergangenen Saison. Die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben gemacht“, erklärt Just. „Die Rebels arbeiten hart und kämpfen. Wir müssen dagegenhalten. Allein durch Schönspielerei werden wir gegen sie nicht weiterkommen.“
Die Gefahr, dass die Falken nach dem emotionalen Höhepunkt, dem Derby in Bietigheim, am Sonntag in ein Loch fallen könnten, sieht Just nicht. „Da muss man umschalten können. Jeder weiß: Das Derby ist etwas Spezielles für die Gegend, für alle. Aber das Duell mit Stuttgart ist immer noch ein Hauptrundenspiel, das man ernst nehmen muss“, sagt der 36-Jährige. Und die Falken haben eine Serie zu verteidigen. In den vergangenen fünf Partien gingen sie immer als Sieger vom Eis – viermal dabei mit der vollen Punktausbeute.
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