Wiedergutmachung der Falken nach rasanter Berg- und Talfahrt

Eishockey  Beim Heilbronner 6:5-Sieg nach Penaltyschießen in Ravensburg zeigen sich die Falken im Vergleich zur Freitags-Partie gegen die Oberschwaben verbessert, machen aber einfache Fehler.

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Falken-Trainer Jason Morgan hat bis Saisonstart noch viel Arbeit.

Foto: Veigel

Eine 2:0-Führung: abgegeben. Eine Minute vor Schluss: 3:5 zurück. Und am Ende: doch die Sieger. In einer rasanten Berg- und Talfahrt haben sich die Heilbronner Falken zwei Tage nach der Niederlage zu Hause revanchiert und das Rückspiel bei den Ravensburg Towerstars mit 6:5 (2:0, 0:3 3:2) nach Penaltyschießen gewonnen. Die Mannschaft von Jason Morgan zeigte eine tolle Moral, traf in der Schlussminute zwei Mal, machte zuvor aber auch viele einfache Fehler.

Das 1:4 am Freitag hatte die Falken getroffen: In Ravensburg jedenfalls zeigte das Team von Anfang ein anderes Gesicht, war auf Wiedergutmachung aus. Bereits in den ersten Minuten erzeugten die Heilbronner hohen Druck. Die Gastgeber kamen gar nicht zur Entfaltung, schienen beinahe überrascht.

Hohe Laufbereitschaft zahlt sich aus

Personell hatte sich bei den Heilbronnern kaum was geändert: Luca Tuchel ersetzte Malte Krenzlin. Und doch waren die Falken im Vergleich zu Freitag kaum wiederzuerkennen. Die hohe Laufbereitschaft, der große Einsatz zahlten sich bald aus: Das überfällige 1:0 erzielte Stefan Della Rovere nach Zuspiel von Judd Blackwater (5.), keine Minute später traf Justin Kirsch zum 2:0, direkt nach einem Bully. Hinten ließen die Falken so gut wie nichts zu. Selbst in doppelter Unterzahl hielt sich das Team von Trainer Morgan schadlos. "Wir müssen mehr Druck zum Tor entfalten", sagte Ravensburgs Neuzugang Georgiy Saakyan in der Pause.

Dass das Spiel zur zweiten Pause gedreht war, Ravensburg 3:2 führte: Das lag bedingt an den Gastgebern, die Falken halfen kräftig mit. Schon vor dem 1:2, das Florin Ketterer von der blauen Linie erzielte (22.), hätte Heilbronn die Situation klären müssen. Noch krasser beim 2:2. Da hatten die Falken die Situation geklärt, ließen sich die Scheibe aber umgehend vom Schläger klauen - nach einem Querpass hatte Robbie Czarnik keine Mühe (31.). Blöd auch deswegen, weil die Falken dem 3:1 viel näher waren.

Nach dem 2:2 war ein Bruch im Spiel der Falken. Weniger wegen des Gegentors. Sondern vielmehr, weil die Falken in der Folge nie komplett waren. Erst saß Kenney Morrison zwei Minuten auf der Strafbank, später Della Rovere fünf Minuten. Dazwischen fiel das 3:2 für Ravensburg. Ein kurioses wie unnötiges Tor. Sam Herr zog von der Seite Richtung Tor - und traf ins lange Eck (34.). "Wir haben ein paar Kleinigkeiten falsch gemacht und wurden bestraft", sagte Corey Mapes.

Blackwater schlägt in der Schlussminute doppelt zu

Sein Wunsch, mal in Überzahl zu spielen und zu treffen, ging schnell in Erfüllung: Kirsch traf im Powerplay zum 3:3 (46.). Das 4:3 von Robbie Czarnik (53.) legte Heilbronn wieder selber auf. Als das 5:3 in Unterzahl fiel (57.) war die Partie eigentlich gelaufen. Mit sechs Spielern und leerem Tor schlug Judd Blackwater in der Schlussminute zwei Mal zum 5:5 zu. Nach einer torlosen Verlängerung traf Della Rovere im Penaltyschießen als Einziger.

Tor: Tiefensee, Ganz. Abwehr: Maschmeyer - Morrison, Fischer - Mapes, Tuchel - Hadamczik. Angriff: Williams - Blackwater - Della Rovere, Fabricius - Lambacher - Kirsch, Volkmann - Lautenschlager, Dunham. Tore: 0:1 (5.) Della Rovere, 0:2 (6.) Kirsch, 1:2 (22.) Ketterer, 2:2 (31.) Czarnik, 3:2 (34.) Herr, 3:3 (46.) Kirsch, 4:3 (53.) Czarnik, 5:3 (57.) Mayer, 5:4 (60.) Blackwater, 5:5 (60.) Blackwater. Strafminuten: 4/15. Schiedsrichter: Markus Schütz, Alexander Singer. Zuschauer: 514.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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