"Wieder DEL 2 zu spielen, wäre wirklich schön"

Eishockey  Ex-Falke Richard Gelke steht mit dem Oberligisten Selber Wölfe im Playoff-Finale um den DEL2-Aufstieg. Im Interview spricht er über das mögliche Wiedersehen mit alten Bekannten.

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Richard Gelke. Foto: Archiv/Veigel

Bei den Heilbronner Falken gehörte Richard Gelke jahrelang zum Inventar. Zur Saison 2019/2020 wechselte der 28-jährige Stürmer in die Oberliga zum VER Selb. Nach einer ersten starken Saison mit 60 Scorerpunkten steht Richard Gelke mit den Wölfen ab Freitag im Playoff-Finale um den Aufstieg in die DEL2. Unser Redakteur Martin Peter hat mit Gelke vor den Duellen mit Nord-Meister Hannover Scorpions unterhalten.

Herr Gelke, Glückwunsch zur Meisterschaft im Süden. Welchen Stellenwert hat dieser Titel für Sie?

Richard Gelke: Eine Meisterschaft im Profibereich ist immer was Schönes - egal ob erste, zweite oder dritte Liga. Jeder Profi will immer das höchstmögliche erreichen. Das war in unserem Fall im ersten Schritt die Südmeisterschaft. Klar: Jetzt wollen wir den nächsten Schritt gehen.


Sie selber konnten nach einer langen Verletzung nur fünf Spiele der Hauptrunde mitwirken. Schmälert das den Erfolg?

Gelke: Nee. Ich bin mega stolz, dass die Jungs das so gut gemeistert haben. Ich war die ganze Saison schon überzeugt davon, dass wir weit kommen. Weshalb meine Motivation, so schnell wie möglich zurückzukommen, noch größer war. In der heißen Phase habe ich ja wieder jedes Spiel mitgemacht. Jeder ist ein Teil des Puzzles, und das muss zusammenpassen.


Und was würde Ihnen der Aufstieg in die DEL2 bedeuten, die lange sportliche Heimat für Sie war?

Gelke: Das ist eine zusätzliche Motivation. Ich bin schon mit Frankfurt aufgestiegen: Das ist immer wieder was Schönes. Jeder Sportler will so hoch spielen, wie es nur geht. Dementsprechend wäre es auch für mich schön, eine Liga höher zu spielen, alte Bekannte zu treffen.


Im großen Finale treffen nun die Topteams aufeinander. Die Scorpions haben Heimrecht in dieser Best-of-five-Serie. Ist Hannover daher Favorit?

Gelke: Wir hatten ja gegen Regensburg auch kein Heimrecht. Wenn du gewinnen willst, sind das nur Ausreden. Das müssen wir alles ausblenden. Wir müssen einmal auswärts gewinnen und die Heimspiele nach Hause bringen. Ich sehe es als relativ ausgeglichene Serie.


Mit Florian Mnich musste Selb den mit Abstand besten Keeper der Oberliga vor ein paar Monaten zu den Falken abgeben. Wie sehr fehlt er nun?

Gelke: Flo hat einen super Sommer gehabt, man hat eine Riesenentwicklung gesehen. Aber Michel Weidekamp steht ihm da in nichts nach, hat einen super Job gemacht und ist zum richtigen Zeitpunkt in Topform gekommen. Wir haben in ihm einen super Torhüter. Einziger Nachteil, wenn man so will: Wir haben einen guten Torhüter weniger.

Sie haben vor zwei Jahren den Schritt zurück in die Oberliga gemacht. Aber das scheint sich gelohnt zu haben...

Gelke: Definitiv. Ich hatte viel überlegt, was ich machen will. Jedes Mal, wenn ich mehr spielen durfte, habe ich meine Leistung gebracht. Daher habe ich beschlossen, eine Liga tiefer zu gehen - und mehr Verantwortung zu übernehmen. Das ist mir geglückt, meine Freundin und ich fühlen uns wohl hier. Deswegen bereue ich diesen Schritt auch nicht.


Sie haben in Selb einen Dreijahresvertrag: Sofern alles klappt, sehen wir Sie nächstes Jahr in Heilbronn wieder!

Gelke: Man sieht mich auch so ab und zu noch in Heilbronn. Aber es wäre schön, schon nach zwei Jahren wieder in der DEL2 zu sein.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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