Vorentscheidender Nauheim-Doppelpack für die Heilbronner Falken

Eishockey  Mit zwei Siegen gegen die Roten Teufel könnten die Heilbronner Falken in dieser Woche den letzten Verfolger ums Playoffticket aus dem Rennen befördern.

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Auch gegen Nauheim wollen die Falken wieder jubeln.

Foto: Mario Berger

Oh ja, diese Worte gingen Bill Stewart runter wie Öl. Der 63-jährige Kanadier musste sogar lächeln, als Weißwassers Chris Straube über die Heilbronner Spielweise referierte: "Das ist ein Markenzeichen der Eishockeymannschaften von Bill Stewart. Sie spielen immer hart, immer schnell und geben immer alles."

Straube wusste am Sonntag nach der 3:5-Niederlage seines Teams gegen die Falken genau wovon er spricht, schließlich wurde der 46-Jährige 2001 als Spieler der Adler Mannheim unter Stewart mit dem gleichen Grundkonzept deutscher Meister.

Saisonrekord aufgestellt

Um Titel geht es für Stewarts aktuelles Team nicht. Aber um die vor zwei Wochen kaum mehr für möglich gehaltene Playoff-Teilnahme. Mit fünf Siegen in Serie haben die Falken in Weißwasser einen Saisonrekord aufgestellt. Nur drei Punkte fehlen auf die achtplatzierten Ravensburg Towerstars.

Die Heilbronner haben allerdings noch ein Nachholspiel in der Hinterhand, das sie am Dienstagabend (20 Uhr) gegen den EC Bad Nauheim bestreiten werden. Danach ist das Klassement bereinigt. Am Donnerstag (20 Uhr) kommt es in der Heilbronner Eishalle dann gleich zur Neuauflage des Duells mit den Roten Teufeln.

Duelle sind keine Selbstläufer

Dem Nauheim-Doppelpack kommt angesichts von noch sechs ausstehenden Spielen enorme Bedeutung zu. Die Hessen rangieren als Zehnter fünf Punkte hinter den Falken. Mit zwei Siegen wäre der letzte Verfolger im Rennen um Platz acht abgehängt. Doch Selbstläufer werden die Duelle sicher nicht.

Zwar ist das Team von Trainer Harry Lange das schwächste Auswärtsteam der Liga, hat in 22 Partien nur 15 Punkte geholt. Doch zuletzt gelangen klare Auswärtssiege gegen Bayreuth und Landshut. Beim Spiel in Kaufbeuren waren die Roten Teufel am Sonntag ebenfalls schon klar auf der Siegerstraße. Doch der womöglich vorentscheidende Treffer zum 4:2 von Ex-Falke Frédérik Cabana kurz vor Ende des zweiten Drittels wurde nach Videobeweis wegen Torhüterbehinderung aberkannt. Eine höchst umstrittene Entscheidung des Schiedsrichtergespanns.

Kein Taktieren, nur Siege zählen

Nicht mal Benedikt Hötzinger selbst protestierte gegen die Anerkennung des Treffers. Der Kaufbeurer Goalie rettete sein Team in der Schlussminute mit einem "Big Save" (Trainer Rob Pallin) vor dem 4:4-Ausgleich. Am Ende siegte der ESVK glücklich mit 5:3.

Ein bitterer Sonntag für die Nauheimer. Für die Falken hätte es in Weißwasser ähnlich laufen können. Den Treffer zum 4:3 durch Kevin Maginot prüften die Referees ebenfalls auf Torhüterbehinderung, erkannten das Tor aber nicht ab. Auch die Füchse drückten am Ende erfolglos auf das 4:4. Die Spielausgänge in der Endphase der regulären Saison ähneln schon Playoff-Partien. Es wird nicht taktiert, nur Siege zählen noch.

Keine gute Bilanz gegen Bad Nauheim

Der letzte Sieg gegen Bad Nauheim liegt schon mehr als ein Jahr zurück. Am 3. Januar 2020 gewannen die Falken mit 2:1 im Colonel-Knight-Stadion. Ein Kunststück, das den Heilbronnern in dieser Saison nicht gelungen ist. Die Auswärtspartien gingen mit 1:7 und 3:6 klar verloren.

"Bad Nauheim war hungriger, hat die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen und hatte auch den besseren Goalie", resümierte Stewart nach der jüngsten Pleite am 6. März gegen das damalige Schlusslicht. Ähnliches soll den mit seinem Markenzeichen versehenen Falken im Endspurt nicht mehr passieren.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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