Erst Trauerspiel, dann ein Abend zum Feiern für die Falken

Eishockey  Der DEL-2-Ligist Heilbronner Falken hat am Freitagabend gegen die Selber Wölfe aus einem 0:3-Rückstand noch einen 5:3-Erfolg gemacht.

Email

Mit der Schlusssirene ersten Drittels wurde es hitzig: Der Selber Feodor Boiarchinov und Heilbronns Julian Lautenschlager mit einer Auseinandersetzung. Foto: Mario Berger

Die Freude musste raus. Laut. Ganz laut. Simon Thiel war die Erleichterung deutlich anzusehen. In der 48. Minute hatten die Heilbronner Falken am Freitagabend auf heimischem Eis die Partie gegen das DEL2-Schlusslicht Selber Wölfe endgültig gedreht. Nach 20 Minuten waren sie noch mit einem 0:3-Rückstand in die Kabinen geschlichen. Doch danach war den Falken der Siegeswille von Minute zu Minute deutlicher anzusehen. Freilich gegen einen später überforderten Aufsteiger. Das 5:3 (0:3, 2:0, 3:0) war dann auch verdient.

Warnung fruchtet nicht

Doch wieder begannen die Heilbronner unkonzentriert. Dabei hatte Trainer Jason Morgan gewarnt. Er forderte nach der 3:4-Niederlage am Dienstag gegen Kaufbeuren mehr Effektivität, eine härtere und bessere Zweikampfführung. Doch davon war in der Anfangsphase nicht viel zu sehen. Heilbronn spielte mit einer gewissen Lässigkeit. Jeglicher Tor-Hunger fehlte. Vielleicht auch, weil sie am Mittwoch noch Canadian Thanksgiving zusammen gefeiert hatten.

Selb war zunächst das bessere Team. Eine erste Chance vereitelte Florian Mnich, der Arno Tiefensee wieder im Heilbronner Tor abgelöst hatte. Doch schon in der dritten Minute war er das erste Mal geschlagen. Filip Hadamczik rutschte aus, Robert Hechtl nutzte die Situation und erzielte die Gästeführung. Kurz danach ließ Karl Fabricius die erste gute Heilbronner Chance liegen. So langsam kamen die Gastgeber besser ins Spiel. Christopher Fischer (6.) scheiterte an Torhüter Evan Weninger, Valentino Klos (8.) schoss knapp am Tor vorbei und Justin Kirsch (10.) traf nur den Pfosten.

In dieser Phase war von Selb nicht wirklich viel zu sehen, doch die Gastgeber ließen ihrerseits Effektivität vermissen. Lange war es zudem ein fast körperloses Spiel.

Einige Strafen für die Falken

Der Wendepunkt im ersten Drittel war eine Strafzeit gegen Corey Mapes (15.) - die erste im Spiel. Judd Blackwater hatte in Unterzahl den Puck hinter dem gegnerischen Tor, doch kein Falke war mit aufgerückt. Selb klärte und beim Gegenangriff hielt Kenney Morrison Nick Miglio fest. Die nächste Strafe für Heilbronn. Und im Drei-gegen-Fünf fiel auch das 0:2 durch Pasqual Aquin (17.).

Julian Lautenschlager musste zu allem Übel auch noch auf die Strafbank. So ging es mit zwei Mann in Unterzahl für die Falken weiter. Und Selb blieb effektiv. Der ehemalige Heilbronner Richard Gelke (17.) hatte freie Schussbahn, Torhüter Mnich zwar auch freie Sicht, trotzdem stand es 0:3. Bis zur Drittelpause passierte nichts mehr.

Denkpause in der Kabine

Die Heilbronner erholten sich in der Kabine von den Rückschlägen. Nach verhaltenem Beginn ging das zweite Drittel dann ganz klar an die Falken. Zuerst durften sich In der 23. Minute spielten sie mal ganz einfach. Die Scheibe kam schnörkellos vor das Tor und Stefan Della Rovere erzielte das 1:3.

Nun hatten die Gastgeber das Spiel im Griff und machten Druck. Doch die Falken waren meist zu verspielt. Gelke saß dann gerade mal acht Sekunden auf der Bank und schon stand es nur noch 2:3. Torschütze war in der 28. Minute Fabricius. Kurz darauf scheiterte Feodor Boiarchinov an Mnich, ansonsten war von den Selber Wölfen im Angriff nur wenig zu sehen. Als mit Miglio und Lukas Slavetinsky gleich zwei Wölfe auf der Strafbank saßen, traf Christopher Fischer (30.) ebenso nur das Gestänge wie Jeremy Williams (31.). Die Falken hielten den Druck nun zwar hoch, aber der Ausgleich wollte im Mitteldrittel nicht mehr fallen.

Wende kommt noch rechtzeitig

Das Schlussdrittel begann dann nach Maß - nämlich mit dem Ausgleich im der 43. Minute. Topscorer Jeremy Williams traf, nachdem Judd Blackwater zuvor Übersicht bewiesen hatte. Zwei Minuten später ließ Fabricius die nächste Möglichkeit liegen, dafür durfte er dann mit Thiel (48.) jubeln. Im der 54. Minute legte Alexander Lambacher gar das 5:3 nach.

Und so wurde aus einem Abend, der als Trauerspiel begann, ein Feierabend am Europaplatz.

Nochmal solche Aussetzer wie im ersten Drittel dürfen sich die Falken am Sonntag aber nicht leisten. Dann steht um 18.30 Uhr das nächste Spiel beim EC Bad Nauheim an, der am Freitag Bad Tölz mit 7:3 besiegte.

Tor: Mnich, Ganz. Abwehr: Mapes - Fischer; Philipp Preto - Morrison; Hadamczik - Bender. Angriff: Lautenschlager - Klos - Kirsch, Fabricius - Blackwater - Williams, Della Rovere - Lambacher - Thiel, Dunham, Volkmann.

Tore: 0:1 (3.) Hechtl, 0:2 (17.) Wallers, 0:3 (17.) Gelke, 1:3 (23.) Della Rovere, 2:3 (28.) Fabricius, 3:3 (43.) Williams, 4:3 (48. Thiel, 5:3 (54.) Lambacher.,

Strafminuten: 12/8.

Schiedsrichter: Ulpi Sicorschi, Michael Klein.

Zuschauer: 1496.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

Kommentar hinzufügen