Vierter Rückschlag für die Heilbronner Falken ist ihr K.o.

Eishockey  Die Falken egalisieren gegen Frankfurt drei Rückstände und verlieren doch mit 3:5. Das sei kein Grund die Köpfe hängen zu lassen, sagt der Falken-Trainer Jason Morgan hinterher.

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Der vierte Frankfurter Streich: Carson McMillan (re.) freut sich über den Treffer zum 4:3 durch Dylan Wruck (nicht im Bild).

Foto: Andreas Veigel

Dass die Falken Comeback-Qualitäten besitzen, hatten sie ja erst vor Wochenfrist bewiesen, als sie einen 0:4-Rückstand gegen Kassel in einen 7:5-Sieg drehten. Am Sonntag egalisierten die Heilbronner gegen Tabellenführer Frankfurt drei Rückstände, mussten sich am Ende aber doch mit 3:5 (0:1, 3:2, 0:2) geschlagen geben. Ausschlaggebend waren die Special Teams. Während die Löwen jede ihrer drei Überzahlgelegenheiten in Tore ummünzten, blieben die Falken in drei Powerplays torlos.

"Gefühlt hätten wir heute mehr verdient gehabt", sagte Falken-Coach Jason Morgan. "Es gibt aber keinen Grund, jetzt die Köpfe hängen zu lassen." Die Deutschland-Cup-Pause soll genutzt werden, um am Überzahlspiel zu arbeiten und die Akkus aufzuladen.

Im ersten Drittel treffen die Falken einfach nicht

Die Falken starteten fokussiert und entschlossen. Das ist deshalb erwähnenswert, da das Team im bisherigen Saisonverlauf reihenweise frühe Gegentore kassiert hat. Dass bereits nach 22 Sekunden Ex-Falke Rylan Schwartz auf die Strafbank wanderte, erleichterte den Start. Im ersten Powerplay rettete Latte und Pfosten die Frankfurter vor einem Rückstand. Bis zur sechsten Minute hatten die Falken vier Top-Einschussgelegenheiten. Es stand trotzdem 0:0. Der so starken Heilbronner Offensive gelang zu dem Zeitpunkt in den vergangenen sieben Dritteln nur der eine Treffer bei der 1:2-Niederlage im Penaltyschießen am Freitag in Crimmitschau.

Ab der zehnten Minute kam der Tabellenführer langsam ins Spiel. Richtig gefährlich wurde es meist, wenn ihr Goldhelm vor dem Heilbronner Tor auftauchte. Dylan Wruck war vergangene Saison noch Topscorer der Falken und wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert in der Halle begrüßt. Es war aber nicht der 29-Jährige, der die Löwen in Führung brachte, sondern der langjährige Bietigheimer Yannick Wenzel. Der 23-Jährige verwertete in Überzahl einen Abpraller. Das 0:1 zur Pause entsprach nicht dem Spielverlauf.

Blackwater glänzt als Torschütze

Im Mitteldrittel fanden die Falken den Stecker für die Offensiv-Power wieder. Luke Volkmann vergab noch (22.), doch Judd Blackwater machte es kurz darauf besser. Gegen seinen Schuss zum 1:1 hatte Löwen-Goalie Jake Hildebrand keine Abwehrchance.

In der Folge entwickelte sich ein absolutes DEL2-Topspiel. Es ging hin und her, beide Teams wollten den Sieg. Florian Mnich rettete seine Falken ein ums andere Mal vor einem erneuten Rückstand, Frankfurt machte angestachelt durch den Ausgleich mächtig Alarm. Es war aber eine unnötige Strafe wegen eines Wechselfehlers, die Heilbronn wieder ins Hintertreffen brachte. Um ein Haar hätten Simon Thiel und Julian Lautenschlager in Unterzahl getroffen, doch stattdessen fuhr Frankfurt einen Konter, den Carson McMillan zum 2:1 abschloss (30.). Die Falken waren aber nicht geschockt. Keine zwei Minuten später schlug Justin Kirsch mit einem satten Schuss zum 2:2 zurück (32.).

Ein Puckverlust an der Bande führte wiederum zur nächsten Frankfurter Führung. Tomas Sykora war der Torschütze zum 3:2 (35.). Doch zum dritten Mal hatten die Gastgeber eine Antwort. Mit einem herausragenden Solo egalisierte Blackwater zum 3:3 (38.). Zweifellos das bisher beste Spiel des Kanadiers im Trikot der Falken.

Später Schlusspunkt

Zum Start ins Schlussdrittel gab es die nächste kalte Dusche. In Überzahl traf ausgerechnet Wruck mit einem überlegten Schuss zum 4:3 (42.). Von diesem vierten Rückschlag erholten sich die Falken nicht mehr. Die Unzulänglichkeiten häuften sich, Frankfurt spielte clever und war dem 5:3 näher als die Gastgeber dem Ausgleich. Insofern war der Schlusspunkt von Ryon Moser 17 Sekunden vor dem Ende folgerichtig.

Tor: Mnich, Tiefensee; Abwehr: Wirth - Morrison, Maschmeyer - Fern, Mapes - Obu; Angriff: Williams - Blackwater - Della Rovere, Lautenschlager - Tosto - Kirsch, Klos- Fabricius - Thiel, Dunham - Volkmann.

Tore: 0:1 (18.) Wenzel, 1:1 (24.) Blackwater, 1:2 (30.) McMillan, 2:2 (32.) Kirsch, 2:3 (35.) Sykora, 3:3 (38.) Blackwater, 3:4 (42.) Wruck, 3:5 (60.) Moser

Strafminuten: 8/6.

Schiedsrichter: Erich Singaitis, Alexander Singer.

Zuschauer: 1509.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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