Vier Corona-Fälle bei den Heilbronner Falken

Eishockey  Nun hat es auch die Heilbronner Falken erwischt: Nachdem beim DEL2-Club bereits am Montag ein positiver Fall bekannt war, hat ein Test drei weitere Infizierte zutage gebracht. Das Spiel am Freitag gegen Dresden ist abgesagt.

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Blick in die leere Kolbenschmidt-Arena: Das für Freitagabend angesetzte Spiel wurde in Erwartung einer längeren Quarantäne am Donnerstagmorgen vorsorglich abgesagt. Foto: Archiv/Veigel

Ein Tag, vier Stunden, 27 Minuten - und ein paar Sekunden: Der Countdown auf der Homepage der Heilbronner Falken für das Heimspiel gegen die Dresdner Eislöwen zählte auch am Donnerstagnachmittag noch unbeirrt weiter die Zeit runter. Dabei stand doch seit dem Vormittag schon fest, dass es die für diesen Freitag vorgesehene Partie nicht geben wird. Auf derselben Seite darunter stand es auch: Spielabsage. Kein Eishockey an diesem Freitag. Nicht am Sonntag. Und auch nicht am Dienstag.

Die Namen der betroffenen Personen wurden nicht genannt

Es hatte sich abgezeichnet, inzwischen ist es Gewissheit: Corona hat auch die Falken heimgesucht. Nachdem bereits am Montag ein positiver Fall im Umfeld des Teams bekannt geworden war, hat ein am Dienstag angeordneter PCR-Test weitere Fälle bestätigt. "Wir sprechen von vier Personen", bestätigte Geschäftsführer Stefan Rapp am Donnerstagvormittag der Heilbronner Stimme. Betroffen seien Spieler und Personen aus dem Trainer-, beziehungsweise Betreuerstab.

Es blieb nichts anderes übrig, als das Spiel abzusagen, so lauten die Regeln. Zumal von einer behördlich angeordneten Quarantäne auszugehen war. Der Club hatte das Gesundheitsamt am Morgen informiert, die Behörden hatten Kontakt zu den Betroffenen gesucht, um sich ein Bild von der Lage zu machen, sagt Rapp. Den Infizierten ging es am Donnerstag körperlich gut, sie waren symptomfrei.

Einen ersten Verdacht gab es bereits am Samstag

Bereits am Samstag hatte eine Person aus dem inneren Zirkel der Falken über ein Kratzen im Hals geklagt. "Wir haben die Person dann isoliert und einen PCR-Test machen lassen", sagt Rapp. Das Ergebnis am Montag bestätigte den Verdacht, die Mannschaft war davon zunächst nicht betroffen, bestritt am Sonntag noch ihr Spiel in Crimmitschau und fuhr beim 4:3 den ersten Drei-Punkt-Sieg ein.

Es habe darüber hinaus auch keinerlei Anzeichen gegeben, dass sich das Virus ausgebreitet haben könnte. Das hätten auch Schnelltests belegt. Die Falken blieben aber alarmiert, führten auch vor dem Training am Dienstagvormittag vorsorglich Schnelltests durch.

Dabei trat ein unklares Ergebnis auf. Die Ungewissheit begann. In einem ersten Schritt brachen die Falken die Einheit umgehend ab, ordneten einen PCR-Test an. "Die Sache ist uns zu heiß geworden", gesteht Rapp.

Vom Testzentrum in Obereisesheim ging es für Spieler, Trainer und Betreuer in häusliche Quarantäne. Und dann: warten. Bangen. Hoffen. Und ein bisschen leiden. "Man sitzt auf heißen Kohlen, kann nichts machen", berichtete Rapp schon am Mittwochnachmittag vom Sofa aus.

Seit Tagen sitzt der Geschäftsführer in seiner Heilbronner Wohnung, eine Erkältung hat ihn seit vergangener Woche "massiv erwischt". In diesen Zeiten ein Grund mehr, sich dem Stadion und den Mitarbeitern nicht zu nähern.

Die Falken sind bereits das siebte DEL2-Team, das in Quarantäne muss

Als wären die Zeiten nicht schon herausfordernd genug. Spielabsagen sind in der DEL2 seit dem Saisonstart Alltag, nur am ersten Wochenende war alles gut gegangen. Danach nahm das Chaos an Fahrt auf. Erst Kaufbeuren und Bayreuth, dann Landshut und die Lausitzer Füchse, zuletzt dann Bietigheim und Bad Tölz: Die Clubs verabschiedeten sich reihenweise in Quarantäne. Die Heilbronner sind in dieser unglückseligen Reihe der siebte Club, womit nun die Hälfte der Liga direkt vom Virus ausgebremst worden ist. Binnen weniger als vier Wochen wohlgemerkt.

Der Spielplan der DEL 2 ist längst ad absurdum geführt, und die Tabelle: ein heilloses Durcheinander. Die Dresdner Eislöwen haben als einzige neun Spiele absolviert, Kaufbeuren drei. "Die Situation ist für alle belastend", sagt Rapp. Dazu noch das Warten auf die Testergebnisse, die am Mittwoch nur kleckerweise eintrudelten. "Es dauert, bis man weiß, woran man ist", sagte Rapp. Bereits da stand fest, dass Corona auch vor den Falken nicht Halt machen würde. Warum denn auch? "Bisher war der Kelch an uns vorübergegangen, aber es war klar, dass es uns auch treffen würde", macht sich Manager Rapp nichts vor.

Die Ergebnisse sind nur das eine: Auch das weitere Vorgehen lag nicht in Händen der Falken. Wie üblich in solchen Fällen, war nun das örtliche Gesundheitsamt am Zug. Das Warten ging weiter, während der Countdown auf der Homepage weiter runter zählte. Am frühen Abend hieß es, dass es bis Mitte nächster Woche in Quarantäne geht.

 


Weitere Spiele der Falken verlegt

Unabhängig von den neuesten Entwicklungen um die Heilbronner Falken hat die Liga in dieser Woche bereits einige der bisher ausgefallenen Spiele neu terminiert. Darunter sind auch drei Spiele der Falken. Da der Terminplan bis und nach Weihnachten randvoll ist, wurden die Partien gleich ins nächste Jahr geschoben. Die Heimspiele der Falken gegen die Lausitzer Füchse und Kaufbeuren finden am 12. und 26. Januar, jeweils um 20 Uhr, statt. Das für diesen Sonntag vorgesehene Derby bei den Bietigheim Steelers soll dann am Dienstag, 2. Februar, um 20 Uhr steigen. Das Heimspiel gegen Dresden ist für Dienstag, 19. Januar, 20 Uhr angesetzt. Wann es gegen Bayreuth geht, ist noch offen. 

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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