Verdiente Heimpleite der Falken gegen starke Kaufbeurer

Eishockey  Heilbronn verliert gegen das bisherige Schlusslicht aus dem Allgäu mit 3:4. 863 Zuschauer sind Augenzeugen.

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Perfekt abgeschlossen: Julian Lautenschlager (vorne) erzielte den 3:3-Ausgleich mit einem Schuss unter die Latte. Foto: Andreas Veigel

Gegen den bisher noch sieglosen ESV Kaufbeuren haben die Falken am Dienstagabend die zweite Niederlage in Folge kassiert. Heilbronn unterlag vor 863 Zuschauern verdient mit 3:4 (2:1, 1:2, 0:1). Über weite Strecken der Partie waren die Gäste das klar bessere Team.

Die Falken starteten etwas schläfrig ins Spiel und gestatteten den Gästen große Freiräume im eigenen Drittel. Folgerichtig gerieten die Heilbronner früh in Rückstand. Arno Tiefensee wehrte einen Schuss von Tyler Spurgeon vermeintlich gut zur Seite ab. Doch genau da stand Markus Lillich und staubte zum 1:0 ab (3. Minute).

Freundliche Hilfe der Gäste beim Hochschalten

Die Falken kamen schwer in die Gänge. Der ESV leistete aber freundliche Hilfe beim Hochschalten. Erst musste Philipp Krauß für zwei Minuten auf die Strafbank. Dann knallte Max Oswald Falken-Stürmer Simon Thiel in die Bande. Für eine ähnliche Aktion war Brock Maschmeyer in Tölz zum Duschen geschickt und im Nachgang für zwei weitere Partien gesperrt worden. Die Referees verhängten zunächst auch eine große Strafe, reduzierten sie nach Videostudium aber auf zwei Minuten.

Den Falken war es egal. 19 Sekunden in doppelter Überzahl genügten den Gastgebern zum Ausgleich. Goldhelm Jeremy Williams traf mit einem trockenen Direktschuss aus spitzem Winkel zum 1:1 (9.). In den verbleibenden 100 Sekunden in einfacher Überzahl kam kein weiterer Treffer hinzu.

Judd Blackwater mit seinem ersten Tor für die Falken

Kaum waren beide Teams aber wieder vollzählig, fiel die Falken-Führung. Der aus Mannheim wieder zurückgekommene Philipp Preto nahm sich ein Herz und zog einfach mal von der blauen Linie ab. Judd Blackwater fälschte ab und erzielte damit sein erstes Tor für die Falken zum 2:1 (12.).

Eine durchaus glückliche Führung, denn Kaufbeuren hatte mehr vom Spiel. Erst recht im zweiten Drittel. Die Allgäuer fuhren einen blitzsauberen Konter, den Fabian Koziol zum 2:2 abschloss (23.).

In der 26. Minute herrschte große Aufregung, als der Falke Luke Volkmann verletzt auf dem Eis lag. Es roch schwer nach Kniecheck. Doch die Referees hatten kein Foul erkannt - und Volkmann konnte nach kurzer Behandlungspause auf der Bank wieder mitspielen. Kaufbeuren blieb am Drücker. Aus einer abseitsverdächtigen Situation erzielte Spurgeon mit einem Schlenzer durch die Beine von Tiefensee das verdiente 3:2 (27.).

Die Falken wankten gewaltig. Wieder war es der Gegner, der die Heilbronner stabilisierte. Koziol bekam für ein überflüssiges Beinstellen in der neutralen Zone zwei Minuten. Ein bisschen zufällig entstand nach einem Bully im Mitteldrittel eine gefährliche Situation, die die Gastgeber stark zu Ende spielten. Julian Lautenschlager knallte den Puck unter die Latte zum glücklichen 3:3 (31.).

Danach spielte aber wieder Kaufbeuren. Am Ende des Drittels betrug das Schussverhältnis 14 zu 3. Auf der Anzeigetafel stand aber immer noch ein 3 zu 3. Und das zählt nun mal.

Dank Vajs übersteht Kaufbeuren die Schlussoffensive der Falken

Im Schlussdrittel brauchten die Falken weitere fünf Minuten, um endlich mal wieder Offensiv-Akzente zu setzen. Dann aber gleich mit einer Doppelchance von Karl Fabricius (45.) und Simon Thiel (46.). Das Spiel wurde wieder ausgeglichener, beide Mannschaften suchten die entscheidende Gelegenheit. Die bot sich schließlich für die Gäste.

Ein Schuss von Krauß prallte von der Bande zurück, und Florian Thomas schoss Tiefensee an. Vom Goalie der Falken sprang die Scheibe zum 3:4 ins Netz (54.). Die Falken legten zwar eine gewaltige Schlussoffensive aufs Eis, aber wie schon so oft in den vergangenen Jahren war ESV-Goalie Stefan Vajs in der entscheidenden Phase unüberwindbar.

Tor: Tiefensee, Ganz. Abwehr: Mapes - Fischer; Philipp Preto - Morrison; Hadamczik - Bender. Angriff: Della Rovere - Blackwater - Williams; Lautenschlager - Lambacher - Kirsch, Fabricius - Thiel - Dunham, Volkmann.

Tore: 0:1 (3.) Lillich, 1:1 (9.) Williams, 2:1 (12.) Blackwater, 2:2 (24.) Koziol, 2:3 (27.) Spurgeon, 3:3 (31.) Lautenschlager, 3:4 (54.) Thomas.

Strafminuten: 4/6.

Schiedsrichter: Stephan Bauer, Sascha Westrich.

Zuschauer: 863.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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