Selbstvertrauen der Heilbronner Falken wächst Punkt für Punkt

Eishockey  Auch durchwachsene Spiele wie zuletzt gegen Crimmitschau machen den Heilbronner Falken Mut. Nach drei Siegen in der DEL2 in Folge fühlen sie sich für Weißwasser gewappnet. Noch gibt es aber einiges zu verbessern.

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Gegen Crimmitschau war lange nicht alles gut. Aber Treffer wie der von Lukas Ribarik (links), einem Jungadler, zum 3:0 machen den Falken Mut. Foto: Andreas Veigel

Einer nach dem anderen kam am Sonntagabend nach getaner Arbeit hoch in den VIP-Raum der Eishalle. Alle trugen ein Lächeln im Gesicht, was weniger der Vorfreude auf das nach den Spielen schon obligatorische Essen geschuldet war als vielmehr dem, was zuvor war.

5:2 gegen Crimmitschau, drei Punkte, der dritte Sieg im dritten Spiel 2021: Die Heilbronner Falken haben eine kleine Serie gestartet, sind in besserem Fahrwasser als noch vor der Jahreswende. Das hebt die Laune, gibt der Mannschaft Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben.

Falken haben die wenigsten Spiele der DEL2-Clubs

Der Spielplan der Falken, die immer noch die wenigsten Spiele aller Teams der DEL2 haben, sieht einen engen Takt vor: drei Spiele jede Woche bis 11. April, dem letzten offiziellen Spieltag der Hauptrunde. Weiter geht es bereits diesen Dienstag (20 Uhr, SpradeTV) gegen die Lausitzer Füchse, jenem Gegner, bei dem das Team von Michel Zeiter erst am Freitag nach Penaltyschießen mit 5:4 gewonnen hatte.

Die verlorenen Punkte wird sich der Tabellenachte gerne wettmachen, zumal auch dessen Duell am Sonntag in Freiburg mit 1:6 in die Hose ging. Auf einen von der Anreise müden Gegner aber brauchen die Falken nicht zu hoffen. "Wir wissen, dass die nach der Partie in Freiburg gar nicht nach Hause gefahren sind", verrät Jan Pavlu. "Die werden von Anfang an frisch sein."

Drei Siege in Folge sorgen für positive Stimmung

Macht aber nichts, die Heilbronner fühlen sich gut gewappnet. Drei Siege im Rücken lassen doch anders nach vorne blicken als noch vor einigen Tagen. Wichtigster Erkenntnisgewinn der drei Spiele 2021 für Pavlu: "Wir wissen, dass wir Tore schießen können." Eigentlich selbstverständlich im Eishockey. Auch im alten Jahr, als es gar nicht lief, hatten die Falken das Tor getroffen - aber weitaus weniger. Und die Abhängigkeit von der ersten Linie war riesig, die anderen lieferten kaum.

Inzwischen wird die Paradereihe um Dylan Wruck und den aktuellen Topscorer Stefan Della Rovere entlastet - sie kann sich besser auf die wichtigen Treffer konzentrieren. Das 4:2 von Wruck gegen Crimmitschau kurz vor Schluss war so einer. Der Trainer attestierte, dass die Falken wieder zur richtigen Zeit treffen. "Wir haben da einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen", meinte Zeiter. Und das war nicht so selbstverständlich, denn gut war das Spiel der Falken wahrlich nicht.

3:0-Führung war eher schmeichelhaft

"Aber es war auch nicht so, dass wir schlecht gespielt hätten", befand der Trainer. "Wir haben nur unsere Power nicht von Anfang an auf das Eis bekommen." Daher sei die 3:0-Führung eher schmeichelhaft gewesen. Um diese locker nach Hause zu bringen, fehlte den Falken die Ruhe und Konstanz, sie bauten den Gegner selber wieder auf, produzierten zu viele Fehler. Vor allem in den zwei ersten Abschnitten.

Zu den Falken 2.0 unter Zeiter gehört zum Glück aber auch, dass Torhüter Matthias Nemec in bestechender Form ist: 42 von 44 Schüssen parierte der 30-Jährige. Zudem klappt es zurzeit in Unterzahl ordentlich, zuletzt einer von mehreren Problemzonen der Falken: Vier Situationen mit einem Mann weniger überstanden die Falken schadlos, obwohl sie in ihrer defensiven Zone eingeschnürt waren.

Im Powerplay lief es dagegen gar nicht. "Das ist schon ein Thema bei uns", sagt Pavlu. Der Verteidiger sah das aber auch in Umstellungen begründet, nachdem zuletzt immer mehr Akteure in den Kader zurückgekehrt sind, darunter so wichtige Überzahlspieler wie Yannik Valenti und Justin Kirsch.

Schumacher könnte ins Team zurückkehren

Im Spiel gegen die Lausitzer Füchse erwartet Michel Zeiter mit Jan-Luca Schumacher nun einen weiteren Akteur zurück, sollte nichts dazwischen kommen, stünden dem Trainer dann vier komplette Angriffsreihen zur Verfügung. Das gibt zusätzliche Energie, die den Falken angesichts ihres bevorstehenden Mammutprogramms hilft.

Für Michael Knaub kommt das Dienstagsduell allerdings noch ein wenig zu früh. "Ich hoffe aber, dass es am Wochenende wieder geht", erklärte er am Sonntag. Auch er trägt wieder ein Lächeln im Gesicht.

Tabelle interessiert die Falken erstmal nicht

Den Heilbronner Falken bietet sich an diesem Dienstag die Chance, die Rote Laterne des Tabellenletzten der DEL2 abzugeben. Ein Sieg gegen die Lausitzer Füchse vorausgesetzt, würden sie an den Dresdner Eislöwen vorbeiziehen. Die Sachsen sind mit 15 Punkten, aber sechs Spielen mehr aktuell Vorletzter.

Die Falken haben in 13 Spielen bisher 13 Punkte geholt. "Wir schauen aber nicht auf die Tabelle", sagte Jan Pavlu trotzig. Das Team habe sich für die ersten sieben Spiele 2021 ein bestimmtes Punktziel gesetzt, verraten aber nicht, welches. "Nur so viel: Wir sind auf einem guten Weg."


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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