Schon wieder keine Punkte für die Falken

Eishockey  Heilbronner Falken verlieren enges Spiel gegen Frankfurt und wertvolle Punkte im Rennen um Rang acht. Play-off-Plätze in der DEL2 sind weiter in die Ferne gerückt.

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Endstation Torwart: Vor allem im ersten Drittel betrieben die Heilbronner Falken um Davis Koch Chancenwucher, ließen reihenweise beste Gelegenheiten aus. Die Strafe: Die Unterländer gingen am Ende erneut leer aus.

Foto: Mario Berger

So war das nicht geplant: Die Heilbronner Falken haben am Sonntagabend ihr zweites Spiel binnen 48 Stunden verloren - und sind mit null Punkten aus diesem Wochenende gegangen. Durch die 3:4 (0:0, 2:1, 1:3)-Niederlage gegen die Löwen Frankfurt verlor das Team von Bill Stewart im Rennen um Platz acht wichtigen Boden. Nachdem die Konkurrenz Punkte sammelte, rutschten die Falken auf Rang 13 ab. Sehr zum Missfallen von Stewart, der sein Team anzählte: "Ich will eine Entwicklung sehen und keine Entschuldigungen hören. Wir haben Arbeit vor uns."

Nach dem 1:2 am Freitag in Kaufbeuren mussten die Falken liefern, um auf Tuchfühlung zu Platz acht zu bleiben. Das war dem Team offenbar bewusst: Von Beginn an gaben die Gastgeber Gas, drückten die Gäste in deren Drittel zurück und erspielten sich eine Chance nach der anderen. Doch wie bereits am Freitag in Kaufbeuren ließen die Falken alles liegen. Stefan Della Rovere fing in der zweiten Minute damit an, als er den Puck nach perfektem Zuspiel von Dylan Wruck frei vor dem Tor allzu lässig am Kasten vorbeischob.

Heilbronn lässt viele Chancen ungenutzt liegen

Die Unterländer dominierten die Partie auch danach nach Belieben - die Gäste fanden offensiv gar nicht statt. In der achten Minute gab es die erste zarte Annäherung an das Tor von Florian Mnich, der eine Zeigerumdrehung später dann wirklich gefordert war. Aber kein Problem. Die besseren Chancen hatte Heilbronn: Aber auch Bryce Gervais (9.) sowie Josh Nicholls reihten sich in die Liste derjenigen ein, die ihren Killerinstinkt vermissen ließen. Nach einer ersten Unterzahl der Gastgeber ließ dann auch Pierre Preto die Führung frei vor dem Tor liegen (13.).

Was man den Falken zugute halten muss: Sie ließen sich von ihrem Chancenwucher nicht aus dem Konzept bringen, stürmten weiter munter nach vorne und stibitzten mit ihrem aggressiven Forechecking eine Scheibe nach der anderen. Zum Ärger von Frankfurts Trainer: "Stoppt diese verdammten Turnover", brüllte Franz-David Fritzmeier seine Akteure in der 16. Minute an. Trotz 14:7 bei den Schüssen: Nach 20 Minuten stand es 0:0. Gut für die Gäste.

Falken sind zu passiv

Das änderte sich nach der Pause schnell: Nach nur zwölf Sekunden kassierten die Gäste eine Strafe. Und diesmal nutzten die Falken ihre Chance. Wruck machte es lieber selber: Statt wie wie gewohnt einen Mitspieler in Szene zu setzen, nagelte er die Scheibe selbst zur Führung ins lange Eck. Absolut verdient. Aber nur von kurzer Dauer. Denn die Falken wurden auf einmal passiv, ließen die Gäste gewähren und Magnus Eisenmenger traf alleine vor dem Tor zum 1:1.

Und Frankfurt war jetzt da, übernahm mehr und mehr die Kontrolle. Die Falken hatten Glück, in der Folge nicht noch in Rückstand zu geraten. Einmal musste der Videobeweis helfen (28.), ein anderes Mal Aluminium (31.). Erst gegen Ende des Abschnitts waren die Unterländer wieder auf der Höhe, trafen selber zwei Mal Aluminium. Und als sich wieder ein Löwe eine Strafe abholte, trafen die Heilbronner zum 2:1: Bryce Gervais beförderte einen Rebound zur abermaligen Führung ins Tor.

Florian Mnich wird beim 2:3 überrascht

Diese überdauerte zwar die Pause - aber mehr auch nicht. Nach 1:35 Minuten im Schlussdrittel traf Kyle Sonnenburg zum 2:2. Exakt vier Minuten später war das Spiel sogar gedreht: Carter Proft überraschte Florian Mnich aus spitzem Winkel, traf zum 3:2. Doch Heilbronn kam noch einmal zurück, nutzte wieder ein Powerplay: Kevin Maginot glich mit einem satten Schuss aus (52.).

Doch die Gäste ließen nicht mehr locker: Sebastian Collberg stellte in der 54. Minute die erneute Führung der Gäste her. Das 4:3: Es war auch der Siegtreffer.

Tor: Mnich, Tiefensee. Abwehr: Mapes - Dziambor; Götz - Länger; Maginot - Philipp Preto, Knaub. Angriff: Pierre Preto - Neal - Kirsch, Della Rovere - Wruck, Valenti; Gervais - Koch - Nicholls; Thiel - Klos - Reisz. Tore: 1:0 (22.) Wruck, 1:1 (23.) Eisenmenger, 2:1 (39.) Gervais, 2:2 (42.) Sonnenburg, 3:3 (46.) Proft, 3:3 (52.) Maginot, 3:4 (54.) Collberg. Strafminuten: 8/12. Schiedsrichter: Michael Klein, Aleksander Polaczek. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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