Schmerzhafter Knockout der Falken 36 Sekunden vor Schluss

Eishockey  Heilbronn verkauft sich beim 3:4 bei Tabellenführer Kassel Huskies bis zum Schluss teuer. Die Falken schnuppern am Sieg, gehen aber leer aus.

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Justin Kirsch mag es nicht glauben: Statt mindestens einen Punkt aus Kassel zu entführen, kassieren die Heilbronner Falken kurz vor Schluss das 3:4. Foto: Andreas Veigel

Was für ein bitteres Ende: Beim Tabellenführer in Kassel fehlen den Heilbronner Falken gerade einmal 36,2 Sekunden, um ihren mutigen Auftritt wenigstens mit einem Punkt zu belohnen. Am Ende kassieren die Unterländer beim 3:4 (0:1, 1:2, 2:1) am Sonntagabend eine unglückliche Niederlage. "Das war ein harter Schlag", sagte Falken-Trainer Michel Zeiter zum Last-Minute-K.o. Aber: "Wir bleiben nicht liegen, stehen wieder auf."

So schön das überragende 7:0 am Freitagabend gegen Ravensburg für die Falken war: Zeiter wollte die Partie schnell aus den Köpfen raus haben. Die Punkte waren verbucht, "es gilt jetzt, das abzuhaken, vorwärts zu schauen und gut zu erholen".

Die Huskies sind das Nonplusultra der DEL2

Der Schweizer nahm jedoch mit, dass er nach den vielen Umstellungen in der bisherigen Saison nun eine interessante Konstellation seiner Sturmreihen hatte, "die auch in den nächsten Spielen fruchten kann". So traten die Falken in Kassel erstmals mit derselben Aufstellung an.

Kassel ist jedoch nicht Ravensburg, die Huskies sind das Nonplusultra in der DEL2, führen die Liga mit Vorsprung an. Und das Team von Tim Kehler hatte was gutzumachen nach dem 2:3 am Freitagabend in Crimmitschau. Das tat es auch, drängte die Gäste in die Defensive, die Führung war so nur eine Frage der Zeit. Troy Rutkowski markierte dann dieses 1:0 (6. Minute), zwar war Matthias Nemec noch dran - es half nicht: Die Scheibe kullerte über die Linie. Dennoch: verdient.

Die Falken befreiten sich erst mithilfe einer Überzahl, brachten in den vier Minuten mit einem Mann mehr auf dem Eis jedoch nichts Zählbares zustande. Aber: Das Zeiter-Team bekam mehr Aufwind, traute sich auch in der Folge deutlich mehr zu. Simon Thiel hatte nach feinem Doppelpass das 1:1 auf dem Schläger, scheiterte aber an Leon Hungerecker.

Mapes fordert: "Wir müssen mehr unser System spielen"

Die Huskies diktierten zwar weiter das Geschehen, allerdings machte Heilbronn den Gastgebern zumindest den Abschluss schwer. Da kam nicht mehr viel an bei Nemec. Corey Mapes forderte im Pauseninterview dennoch: "Wir müssen mehr unser System spielen, hinten besser rauskommen." Gesagt, getan: Die Falken waren zu Beginn des zweiten Drittels besser im Spiel, offensiv viel präsenter und weiter frech.

Lukas Ribarik verpasste den Ausgleich (23.), dann Brock Maschmeyer und Matt Neal (25.). Das tat doppelt weh, weil Clarke Breitkreuz fast im Gegenzug mit einem abgefälschten Schuss das 2:0 markierte. Brutal effektiv, die Huskies. Wobei die Hessen in der Folge zwei Mal Pech hatten und nur Aluminium trafen.

Das Spiel blieb lebendig, die Falken mutig, keineswegs chancenlos. Belohnung war das 2:1 durch Neal, der einen Pass von Neuzugang Josh Nicholls verwertete (35.). Aber der Tabellenführer wusste eine Antwort und traf in Person von Philippe Cornet zum 3:1 (37.). So einfach ist Kassel nicht beizukommen. Die Huskies versuchten im letzten Drittel zunächst, den Vorsprung kontrolliert nach Hause zu spielen. Hatten die Rechnung aber ohne die Falken gemacht.

Pierre Preto und Dylan Wruck treffen

Aus dem Nichts traf Pierre Preto zum 2:3 (48.), eine Minute später gelang Dylan Wruck gar das 3:3 - alles wieder offen auf einmal. Nun gingen beide Teams auf den Dreier, und gefühlt war Heilbronn näher dran. Bis Ryon Moser 36,2 Sekunden vor dem Ende das Spiel entschied.

Tor: Nemec, Tiefensee. Abwehr: Götz - Philipp Preto; Maschmeyer - Pavlu; Maginot - Mapes. Angriff: Gervais - Wruck - Pierre Preto; Kirsch - Neal - Nicholls; Ribarik - Reisz - Thiel; Knaub. Tore: 1:0 (6.) Rutkowski, 2:0 (26.) Breitkreuz, 2:1 (35.) Neal, 3:1 (37.) Cornet, 3:2 (48.) Pierre Preto, 3:3 (49.) Wruck, 4:3 (60.) Moser. Strafminuten: 8/8. Schiedsrichter: Tony Engelmann, Fynn-Marek Falten.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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