Perfekter Abend für entfesselt aufspielende Falken

Eishockey  Erstes Unterzahltor, erster Shutout und ein Dreifach-Torschütze: Beim 7:0 gegen Ravensburg passt bei den Heilbronner Falken alles zusammen. Das Team zeigte nach der Niederlage gegen Dresden die richtige Reaktion.

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Blitzstart: Nach nur elf Sekunden erzielt Bryce Gervais das 1:0 der Heilbronner Falken gegen die Ravensburg Towerstars. Foto: Andreas Veigel

Was ein freier Tag doch für Kräfte freisetzt: Mit einem frisch aufgeladenen Akku haben die Heilbronner Falken drei Tage nach dem dürftigen Auftritt gegen Dresden am Freitagabend gegen Ravensburg ein famoses Spiel abgeliefert. Beim klaren 7:0 (3:0, 1:0, 3:0)-Erfolg lieferte das Team von Michel Zeiter seine bisher beste Saisonleistung ab.

Die neue Energie, die Zeiter beim Training am Donnerstag bei seinem Team ausgemacht hatte, war von Beginn an zu sehen und sie mündete schnell im 1:0. Nach elf Sekunden traf Bryce Gervais bereits zur Führung. Ein Traumstart - und der Auftakt zu einem famosen Spiel.

Falken sind sehr energiegeladen

Die Falken waren richtig energiegeladen, aggressiv, flink auf ihren Beinen und einsatzfreudig. Und vor allem: Sie spielten einfaches Hockey, schnörkellos. Plötzlich funktionierte auch das gescholtene Powerplay, die Scheibe lief - wenngleich mehr Abschlüsse drin waren.

Als die Strafe gegen die Gäste gerade abgelaufen war, gelang den Falken das 2:0. Der junge Simon Thiel schoss Keeper Jonas Langmann von der Seite an der Schulter an, von wo aus die Scheibe ins Tor fiel. Dass sie kein Kanonenfutter sind, zeigten die Gäste im Powerplay, scheiterten mit ihren guten Abschlüssen jedoch entweder am starken Torhüter Matthias Nemec - oder wie Robin Just am Pfosten (13.).

Glück hatten die Gastgeber auch. Der Treffer zum 3:0 gehörte nicht in diese Kategorie. Denn die hatten sich die aufopferungsvoll kämpfenden Falken verdient. Bryce Gervais hatte den Puck abgefangen und war auf und davon. Seinen Versuch wehrte Langmann ab, doch gegen Dylan Wrucks Abstauber war er chancenlos (13.). Auch in der Folge blieben die Falken am Drücker. Insgesamt 23 Torschüsse in 20 Minuten sprechen für sich.

Falken mit entfesselter Leistung

Das wollte Ravensburg natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Nur: Gegen die auch zu Beginn des zweiten Abschnitts entfesselt aufspielenden Falken war wenig auszurichten. Die 23. Minute war sinnbildlich: Verteidiger Brock Maschmeyer hämmerte die Scheibe an die Latte, Lukas Ribarik traf das Außennetz - und Gervais zum 4:0 in Tor. Alles in nur einer Minute. Gervais fing in der eigenen Zone einen Pass ab und dann zündete er den Turbo, überlief den Gegenspieler locker und überlistete Langmann. Herrlich.

Was den Falken zugute kam: die Disziplin. Im Fünf gegen Fünf waren sie um Längen besser - das sah phasenweise aus wie im Powerplay. Und hinten hielt Nemec alles, was auf sein Tor kam, teilweise sehr spektakulär.

Auch im letzten Drittel dominiert Heilbronn

Spektakulär war auch das letzte Drittel der Falken: Denn das Team hielt das Tempo und legte gegen zunehmend konsternierte Gäste noch drei Tore nach. Das 5:0 war zugleich der dritte Treffer von Gervais (44.), der just von der Strafbank kam. Michi Knaub mit dem 6:0 (48.) und Justin Kirsch (52.) mit dem 7:0 rundeten den perfekten Abend ab.


Tor: Nemec, Tiefensee. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Maschmeyer - Pavlu, Maginot - Mapes. Angriff: Gervais - Wruck - Pierre Preto, Kirsch - Neal - Nicholls, Reisz - Ribarik - Thiel, Knaub. Tore: 1:0 (1.) Gervais, 2:0 (7.) Thiel, 3:0 (13.) Wruck, 4:0 (23.) Gervais, 5:0 (44.) Gervais, 6:0 (48.) Knaub, 7:0 (52.) Kirsch. Strafminuten: 8/8. Schiedsrichter: Michael Klein, Ulpi Sicorschi. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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