"Papa" Kirsch beschert Heilbronner Falken drei Punkte

Eishockey  Mit einem Doppelpack beschert Justin Kirsch, frisch gebackener Vater einer kleinen Tochter, den Heilbronner Falken gegen Landshut einen 3:2-Sieg. Den mussten sich die Falken aber hart erkämpfen.

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Ein Wendepunkt im Spiel: Landshuts Goldhelm Brandon Alderson erhält nach einem Check gegen Valentino Klos (am Boden) eine Matchstrafe.

Foto: Andreas Veigel

Bis zur tatsächlich letzten Sekunde mussten die Falken am Freitagabend um den Sieg zittern. Doch um 22.16 Uhr ertönte schließlich die erlösende Schlusssirene vor 1284 Zuschauern im Eisstadion am Europaplatz. Auf der Anzeigetafel hatte das hart erkämpfte 3:2 (1:2, 1:0, 1:0) gegen den EV Landshut Bestand. Gegen spielerisch stärkere Gäste hatten sich die Heilbronner dank eines disziplinierten Auftritts die drei Punkte verdient. Lange hatte es danach aber nicht ausgesehen.

Doch von Anfang an: Erst am Donnerstag verpflichtet, feierte Verteidiger Christian Obu sein Debüt im Falken-Trikot an der Seite von Brock Maschmeyer. Schmerzlich vermisst wurde in der Verteidigung natürlich Kapitän Christopher Fischer, der sich am Mittwoch im Training schwer verletzt hatte und ein Vierteljahr ausfallen wird. Erstmals in dieser Saison standen Trainer Jason Morgan dafür vier Sturmreihen zur Verfügung. "Das hat uns viel Energie gegeben", sagte der Falken-Coach hinterher.

Gäste reisen mit fünf ehemaligen Falken-Spielern an und gehen in Führung

Das erste Drittel gehörte jedoch klar den Gästen, die mit gleich fünf ehemaligen Heilbronnern angereist waren. Mit Davis Koch war einer des Quintetts an der frühen 1:0-Führung beteiligt. Seinen Schuss parierte Florian Mnich zwar noch, doch an den Nachschuss von Julian Kornelli kam der Heilbronner Goalie nicht mehr heran (4. Minute).

Der Jubel der Gäste war kaum verhallt, da zappelte die Scheibe schon auf der anderen Seite im Netz. Der frischgebackene Vater Justin Kirsch hatte mit einem mächtigen Schuss Dimitri Pätzold getunnelt und zum 1:1 ausgeglichen (4.).

Doch der Treffer änderte nichts daran, dass die Bayern das gefährlichere Team blieben. Die Überlegenheit fand sich auch schnell auf der Anzeigetafel wieder. Nach einem Bully gelangte die Scheibe an die blaue Linie zu Robin Weihager, der knallhart zum 2:1 traf (9.). An dem Spielstand änderten auch zwei Überzahlgelegenheiten für die Falken in der Schlussphase des ersten Drittels nichts.

Die starke Reihe um Kirsch setzt die Akzente

Zu Beginn des Mitteldrittels durfte Landshut erstmals in Überzahl spielen. Nur Zentimeter fehlten zum 3:1, als Brandon Alderson - ein weiterer aus dem Ex-Falken-Quintett - in der 25. Minute den Pfosten traf. Heilbronn war in dieser Phase mächtig unter Druck, kam oft zu spät in die Zweikämpfe.

Erst die starke Reihe um Kirsch und Karl Fabricius setzte wieder offensive Akzente - und zog Strafen. Doch vier weitere Minuten mit einem Mann mehr führten nicht zum 2:2-Ausgleich. Im Gegenteil - die spielstarken Gäste führten die Falken in Unterzahl phasenweise vor.

Die gesamte Arithmetik des Spiels änderte sich in der 36. Minute. Goldhelm Alderson erhielt nach einem Check gegen den Kopf von Valentino Klos eine Matchstrafe. Diese Entscheidung ärgerte die Landshuter Verantwortlichen gewaltig, die hier einen normalen Zweikampf gesehen hatten. Trainer Leif Carlsson sprach davon, dass die Schiedsrichter das Spiel entschieden hätten und nicht die Spieler.

In doppelter Überzahl legen sich die Falken den Gegner geduldig zurecht

Es waren jedenfalls die Falken-Spieler, die den 2:2-Ausgleich erzielten. Nach perfekter Vorbereitung von Fabricius war es wieder "Papa" Kirsch, der kompromisslos abschloss (39.).

Zu Beginn des Schlussdrittels spielte aber erst einmal wieder nur Landshut. Die Falken hatten größte Schwierigkeiten, sich überhaupt mal aus dem eigenen Drittel zu befreien.

Wieder halfen Strafen gegen die Gäste, um zurück ins Spiel zu kommen. In der 49. Minute gingen mit Marco Pfleger und Ex-Falke Yannik Valenti gleich zwei Landshuter gleichzeitig auf die Strafbank. In doppelter Überzahl spielten die Falken geduldig. Nach 1:13 Minuten war es dann aber soweit: Verteidiger Kenney Morrison fand die Lücke zum 3:2 (51.). Damit war der Drops aber noch nicht gelutscht. Die Führung und ihren Topscorer verloren, stemmten sich die Landshuter trotzdem gegen die drohende Niederlage. Die Gastgeber hielten ebenso hartnäckig dagegen und hatten in Florian Mnich inzwischen einen ganz starken Rückhalt zwischen den Pfosten.

Tor: Mnich, Ganz. Abwehr: Mapes - Morrison, Maschmeyer - Obu, Preto - Krenzlin. Angriff: Tosto - Lautenschlager - Williams, Fabricius - Lambacher - Kirsch, Thiel - Blackwater - Della Rovere, Dunham - Klos - Volkmann.

Tore: 0:1 (4.) Kornelli, 1:1 (4.) Kirsch, 1:2 (9.) Weihager, 2:2 (39.) Kirsch, 3:2 (51.) Morrison

Strafminuten: 8/39.

Schiedsrichter: Marcus Brill, Vladislav Gossmann.

Zuschauer: 1284.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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