Neues Zeitalter der Zusammenarbeit zwischen Falken und Eisbären eingeläutet

Eishockey  Heilbronner Falken komplettieren mit Tom Schickedanz ihr Torhüter-Trio. Der 20-Jährige ist hinter dem erfahrenen Matthias Nemec und Arno Tiefensee der dritte Keeper im Bund und darf erst mal für die Eisbären aufs EIs.

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HEC-Geschäftsführer Michael Rumrich (li.) freut sich über einen Neuen: Falken-Keeper Tom Schickedanz wird bei den Eisbären zum Einsatz kommen.

Foto: Andreas Veigel

Das Torhüter-Trio der Heilbronner Falken ist komplett: Tom Schickedanz, der schon in der Vorsaison zum DEL-2-Verein stieß, ist hinter dem erfahrenen Matthias Nemec und Arno Tiefensee der dritte Keeper im Bund, nimmt aber eine besondere Rolle ein. Anstatt hinter dem Duo zu versauern, soll der 20-Jährige für die Eisbären Heilbronn in der Regionalliga auflaufen.

Ein Modell, an dem Schickedanz durchaus Gefallen findet. "Als junger deutscher Torhüter ist es schwer, konstant Eiszeit zu bekommen", sagt er. Nach einer Verletzung ist er froh, über diese Schiene zu Einsatzzeiten zu kommen.

"Ich fühle mich bei den Falken wohl" 

Grundlegend ist Schickedanz froh, wieder bei den Falken unterschrieben zu haben. "Ich fühle mich einfach sehr wohl", sagt der Keeper, der bei den Löwen Frankfurt sowie den Adlern Mannheim ausgebildet wurde. Eine Verletzung an der Hüfte hatte ihn zu einer Pause gezwungen, weil der Genesungsprozess jedoch wider Erwarten schneller verlief als gedacht, kam er noch in der Vorsaison zu den Falken und zu einem Einsatz in der DEL 2. "Wir haben gesehen, dass Tom nach seiner Verletzung noch Spielpraxis braucht - die soll er nun bei den Eisbären sammeln", sagt der neue Geschäftsführer der Falken, Stefan Rapp.

Ein Gewinn für alle Seiten

"Wir als Verein sind überglücklich, dass das jetzt geklappt hat", sagt Michael Rumrich. Das Anliegen des Geschäftsführers des Heilbronner EC war es, die Zusammenarbeit mit den Falken zu verbessern. "Nur so macht es mit Blick auf die Nachwuchsarbeit doch Sinn", sagt Rumrich, der diese Form der Kooperation noch mit Atilla Eren angeschoben hatte. Auch bei Rapp kommt diese Idee gut an. "Warum sollen wir nur eine Schiene fahren?", sagt er mit Blick auf die Kooperation mit den Adlern Mannheim aus der Deutschen Eishockey-Liga. Ihm schwebt künftig ein größeres Engagement in Richtung des Stammvereins vor, "um irgendwann einmal Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in den Profibereich" zu bringen.

Viel Lob für Schickedanz

Diese Erweiterung der Kooperation in die andere Richtung sei beinahe schon Luxus, findet Rapp. Und sie zahlt sich im Fall von Schickedanz aus. "Bevor der Bub jetzt auf der Tribüne sitzt, soll er lieber bei uns spielen", sagt Rumrich. Wenn auch nur in der Regionalliga, dafür immerhin richtiges Männer-Eishockey. Und den Eisbären werde das Talent sicher helfen. "Wir können ihn ganz gut gebrauchen", sagt Rumrich, der von allen Seiten nur das Beste über den 20-Jährigen gehört hat.

Bei den Eisbären, die Ende Mai die Trennung von Keeper Andrew Hare - einem Ex-Falken - bekanntgegeben haben, wird Schickedanz klar die Nummer eins sein. Bei einem persönlichen Treffen haben sich Rumrich und der neue Falken-Trainer Michel Zeiter am Mittwochmorgen über Details verständigt. Es sei ein "sehr positives Gespräch" gewesen, sagt Rumrich, der auch beim Schweizer den Willen gespürt habe, "die Zusammenarbeit zwischen dem HEC und der GmbH weiter zu intensivieren".

Training bei den Falken und den Eisbären

In Bezug auf Schickedanz bedeutet das: Der Keeper trainiert sowohl bei den Falken als auch zwei Mal in der Woche mit den Eisbären. "Wenn er bei uns ordentliche Leistungen zeigt, wird er auch oben mal ein Spiel bekommen", sagt Rumrich, der kein großer Fan davon ist, die Position mit ausländischen Kräften zu besetzen. "Wir hatten und haben in Deutschland genug gute Torhüter. Wir müssen sie halt nur spielen lassen." Nur so könnte man den Nachwuchskräften auch die wichtige Perspektive bieten. Für Schickedanz ist die in Heilbronn ideal.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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