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Nervenstarker Kirsch rettet Falken den Zusatzpunkt

Nach zwei Patzern ihres Keepers liegen die Heilbronner Falken in Landshut mit 0:2 zurück. Doch das Team von Jason Morgan zeigt Nehmerqualitäten und kommt zurück. Trotzdem reicht es beim 5:4 nach Penaltyschießen nur zu zwei Punkten.

Martin Peter
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Nervenstarker Kirsch rettet Falken den Zusatzpunkt
Justin Kirsch (links) traf als einziger im Penaltyschießen. Foto: Archiv/Mario Berger

Es war eine wilde Achterbahnfahrt: Die Heilbronner Falken machen in einem verrückten Spiel in Landshut aus einem 0:2 ein 4:2 - und nehmen trotzdem keine drei Punkte aus Niederbayern mit. Mit dem letzten Schuss im Penaltyschießen aber sichert Justin Kirsch dem Team von Trainer Jason Morgan immerhin einen 5:4 (0:2, 3:0, 1;2)-Sieg und damit nach einem ernüchternden November zwei wichtige Punkte zum Start in den Dezember. "Es war ein großer Kampf", sagte der Trainer der Falken hinterher. "Wir haben im zweiten Drittel härter gespielt und drei Tore in fünf Minuten erzielt."

Kein Abtasten: Es ging gleich mit Schwung los. Es war ein Auf und Ab mit guten Gelegenheiten auf beiden Seiten. Die erste Chance für die Gäste hatte Justin Kirsch. Doch der Falken-Angreifer war in der ersten Minute ein wenig zu überrascht, dass die Scheibe bei ihm im Slot landete. In der vierten Minute durften sich die Torhüter hüben wie drüben auszeichnen. Ganz klar: Hier ging es um die Deutungshoheit in dem Spiel.

Beim Schuss von Benedikt Brückner sieht Florian Mnich gar nicht gut aus

Und die ging zugunsten der Gastgeber aus: Landshut spielte sich im Drittel der Falken fest. Als die Scheibe kurz draußen war, fasste sich Benedikt Brückner ein Herz und zog kurz hinter Mittellinie einfach mal ab. Und tatsächlich: Der Puck ging rein, unter der Hand von Florian Mnich durch. Da machte der Falken-Keeper keine gute Figur (10.). Ein Wirkungstreffer: Abgesehen von einer Chance von Jeremy Williams nach einem Bully kam von den Falken bis zum Drittelende nicht mehr viel.

Aber von Landshut: Die Gastgeber erzielten kurz vor der Pause das 2:0. Und wieder sah Mnich schlecht aus. Lukas Mühlbauer lief von rechts aufs Tor zu und schaufelte die Scheibe mit der Rückhand ins kurze Eck (19.). Über die Schulter des Keepers hinweg. Gar nicht gut. Zumal Landshut auch im zweiten Drittel zunächst klar die Oberhand hatte.

Heilbronn spielt im zweiten Drittel härter und trifft drei Mal in fünf Minuten

Heilbronn tat sich schwer, zurück ins Spiel zu finden. Die Mannen von Morgan setzten zunehmend auf die körperliche Schiene, das Spiel wurde insgesamt ruppiger. Vorne ging bis dahin nur wenig, die Probleme der letzten Wochen zogen sich nahtlos fort. Und trotzdem erzielten die Falken das 1:2. Allerdings aus dem Nichts. Aus dem Gewühl heraus ging die Scheibe ins Tor (34.). Irgendwie. Als Torschütze wurde Philipp Preto aufgelistet. Den Falken war das grad egal: Sie waren wieder da - und nutzten das Momentum: Nach zwei Riesenchancen der Gastgeber traf Kirsch zum 2:2 (37.). Alles wieder offen.

Und es kam noch besser: Nach einem katastrophalen Fehler von Gill schlug Judd Blackwater zu, brachte Heilbronn 3:2 in Führung (39.). Verrückte Minuten. Verrücktes Spiel.

Blackwaters Treffer zum 4:2 reicht den Falken nicht zu drei Punkten

Und im letzten Abschnitt auch ein unterhaltsames. Die Falken drängten auf den vierten Treffer. Klar, sie wollten die Entscheidung. Landshut wehrte sich. Nach dem Powerbreak erlöste Blackwater die Falken. Sein elftes Saisontor bedeutete das 4:2 - aber nicht die Entscheidung. Marco Pfleger traf doppelt (52. und 58.) und erzwang die Overtime, in der jedoch trotz bester Chancen kein Tor mehr fiel. Blackwater scheiterte am Aluminium, es wäre sein dritter Treffer gewesen. Im Penaltyschießen hatte Justin Kirsch die stärksten Nerven. Der Stürmer versenkte den letzten Penalty zum 5:4 für die Falken und rettete damit den Zusatzpunkt.


Tor: Mnich, Tiefensee. Abwehr: Morrison - Preto, Maschmeyer - Fern, Obu - Mapes. Angriff: Williams - Fabricius - Lautenschlager, Thiel - Lambacher - Dunham, Kirsch - Blackwater - Della Rovere, Volkmann - Heim. Tore: 1:0 (10.) Brückner, 2:0 (19.) Mühlbauer, 2:1 (34.) Preto, 2:2 (37.) Kirsch), 2:3 (39.) Blackwater, 2:4 (50.) Blackwater, 3:4 (52.) Pföeger, 4:4 (58.) Pfleger. Strafminuten: 8/12. Schiedsrichter: Vladislav Gossmann, Bastian Haupt. Zuschauer: 780.

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