Miese Falken sind wieder Schlusslicht der DEL2

Eishockey  Im direkten Duell mit dem Tabellennachbarn Dresdner Eislöwen zieht Heilbronn am Dienstagabend wie schon am Freitag den Kürzeren. Beim 2:5 läuft nur wenig zusammen.

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Da war die Partie schon so gut wie gelaufen: Dennis Swinnen (rechts) erzielt in dieser Szene das 3:0 für Dresden, Arno Tiefensee ist erneut geschlagen. Der junge Keeper wurde danach ausgetauscht. Foto: Andreas Veigel

Das Wechselspielchen am Tabellenende geht munter weiter. Am Sonntag hatten die Heilbronner Falken die Rote Laterne der DEL2 erst abgegeben, beim 2:5 (0:0, 2:4, 0:1) gegen die Dresdner Eislöwen bekamen sie die am Dienstagabend prompt zurück - genau wie schon am Freitag an der Elbe.

Im Vergleich zum Sieg im Derby gegen Bietigheim war das Team von Michel Zeiter kaum wiederzuerkennen, die Falken spielten einfach schlecht und vermiesten damit auch den Einstand von Neuzugang Josh Nicholls.

Viel fehlte nicht, und die Gastgeber hätten früh in Rückstand gelegen. Wie schon gegen Bietigheim. Gleich in einer der ersten Aktionen produzierten die Falken im Aufbau einen katastrophalen Fehlpass und fingen sich nach nur 34 Sekunden einen gefährlichen Konter ein. Doch der junge Arno Tiefensee im Kasten bügelte den Fehler seiner Vorderleute auf der Stelle aus. Dafür ist er ja da. Und Fehler passieren.

Die Gastgeber wirken gehemmt

Nur: Es wurde nicht besser. Heilbronn wirkte im Vergleich zum furiosen Sieg im Derby nur zwei Tage zuvor an selber Stelle gehemmt - fand irgendwie nicht statt. Kaum in Scheibenbesitz, war das Spielgerät schon wieder weg. Einfach leichtfertig verspielt durch allzu optimistische Pässe, den Gästen auf dem Silbertablett präsentiert. Die wussten damit aber zum Glück nicht viel anzufangen, so dass die ersten Minuten ohne größere Höhepunkte verstrichen.

Den ersten Schuss gaben die Falken in der fünften Minute ab: Neuzugang Josh Nicholls hatte die Scheibe erobert, Dylan Wruck zog ab - mehr ein Zufallsprodukt und nicht sonderlich gefährlich. Aber eine Chance. Immerhin. Denn viele sollten im ersten Abschnitt nicht dazukommen. Zum Glück hüben wie drüben - weder im Powerplay, noch sonst wie. Die Partie wurde mit jeder Minute schlechter, immer unansehnlicher, ein Hauen und Stechen. Gruselig. Ein Fehlpass-Festival. Das 0:0 zur ersten Pause hatten sich die beiden Kontrahenten redlich verdient.

Videobeweis: Ribarik verpasst knapp die Führung

Höhepunkt war der Videobeweis in der zehnten Minute, als die Unterländer kurz auf die Führung hoffen durften. Das Nachsetzen von Lukas Ribarik brachte jedoch nicht das 1:0, die Hartgummischeibe hatte die Torlinie nicht überschritten. Das passte zum Spiel, das eigentlich nur besser werden konnte.

Wurde es auch, aber nur für Dresden. Nach einer halben Stunde hieß es 3:0 für die Eislöwen. Jetzt war es nur noch aus Falken-Sicht gruselig. Die Heilbronner bekamen zu Beginn des zweiten Drittels weiter kein Bein aufs Eis, geschweige denn was auf die Reihe. Blöde Strafen - durch Unsportlichkeit oder Unvermögen - taten ihr Übriges. Alle drei Gegentreffer fielen in Unterzahl. Beim 1:0 war Steve Hanusch zwölf Sekunden vor Ablauf der Strafe erfolgreich (26.). Vor dem 0:2 beamten die Gastgeber schon wieder in Unterzahl die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel - Roope Ranta sagte danke (28.). Beim 0:3 brauchten die Gäste nur 20 Sekunden in Überzahl (30.).

Götz und Pierre Preto verkürzen zum 2:3

Es gab keinen Grund, noch an die Falken zu glauben. Zeiter nahm Tiefensee vom Eis, brachte Matthias Nemec. Und die Falken kamen zurück: Götz traf zum 1:3 (34.), ein Tor des Willens, gut nachgesetzt, keine Scheibe verloren gegeben. Drei Minuten später stellte Pierre Preto mit dem 2:3 den Anschluss her, eine feine Kombination über Wruck und Nicholls. Die erste richtig gute Aktion der Gastgeber, die jetzt wieder dran waren. Und doch traf Dresden noch zum 2:4 (39.): Ein an sich ungefährlicher Schuss rutschte Nemec durch die Beine. Sehr ärgerlich. Die Hypothek fürs letzte Drittel groß.

Zumal Heilbronn eine mitgenommene Überzahl ungenutzt ließ, Marcus Götz aus einem Meter Entfernung das leere Tor nicht traf (46.) und generell weiterhin nur sehr wenig zusammenlief. Dresden traf noch zum 2:5 ins leere Tor.

Tor: Tiefensee, Nemec. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Mapes - Maginot, Pavlu - Maschmeyer. Angriff: Pierre Preto - Wruck - Gervais, Thiel - Miller - Reisz, Nicholls - Neal -Kirsch, Knaub - Ribarik. Tore: 0:1 (26.) Hanusch, 0:2 (28.) Ranta, 0:3 (30.) Swinnen, 1:3 (34.) Götz, 2:3 (37.) Preto, 2:4 (39.) Filin, 2:5 (58.) Ritter. Strafminuten: 54/18. Schiedsrichter: Florian Fauerbach, Alexander Singer. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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