Matthew Neal ist das Herzstück des Kaderpuzzles der Falken

Eishockey  Mit Matthew Neal haben die Heilbronner Falken ihren Schlüsselspieler verpflichtet. Der Kanadier kommt vom Klagenfurter EC an den Neckar und hat in Trainer Michel Zeiter schon jetzt einen Fan.

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Drei Jahre lang spielte Matthew Neal (vorne) für den Klagenfurter EC in der EBEL und wurde mit den Österreichern 2019 Meister.

Foto: imago images/Steinthaler

Obwohl die Rahmenbedingungen alles andere als optimal waren, haben sich die vielen Puzzleteile in diesem Sommer ungewöhnlich schnell zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Seit Wochen schon ist gut erkennbar, mit welchem Kader die Heilbronner Falken am Ende in die neue DEL-2-Saison gehen werden.

Jetzt ist das Bild komplett: Mit dem Stürmer Matthew Neal haben die Verantwortlichen das letzte Puzzleteil hinzugefügt - das Herzstück der neuen Mannschaft. Der 28-jährige Center aus dem kanadischen Minesing nimmt die Schlüsselposition ein und ist zumindest auf dem Papier der Ersatz für Derek Damon, der seine aktive Karriere beendet hat.

Doch die Verantwortlichen in Heilbronn wollen Neal, der vom Klagenfurter EC aus der EBEL kommt, nicht als Ersatz für den letztjährigen Kapitän verstanden wissen. "Ich bin der Meinung, dass man eine Person nicht mal einfach so ersetzen kann", sagt Geschäftsführer Stefan Rapp.

Das Team muss sich neu finden

Das Team müsse sich nach dem Abgang seines unbestrittenen Anführers ohnehin ganz neu finden. Welche Rolle Neal in dieser neuen Hierarchie am Ende einnehmen wird, "muss sich alles ergeben". Klar aber ist: Der Kanadier soll auf dem Eis eine zentrale Rolle spielen. "Matt ist die passende Figur für unser Spiel", findet Trainer Michel Zeiter. Der Schweizer hatte Neal zu seinem Wunschspieler erklärt.

Für den Trainer sind die sportlichen Qualitäten des Falken-Neuzugangs unbestritten. "Matt ist ein unglaublich aufopferungsvoller Teamspieler, der eine hohe Intensität, der Biss hat", schwärmt der Schweizer. Und vor allem einer, der bei aller Erfahrung noch Potenzial hat. "Er hat sich in den letzten fünf, sechs Jahren jedes Jahr entwickelt - und ist trotzdem noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen." Für den Trainer entscheidend: "Er will noch mehr, er will weiterkommen."

Neal will sich in Deutschland zeigen

Und er möchte sich in Deutschland zeigen, noch einmal. Der erste Versuch in der Saison 2018/19, als Neal bei den Kassel Huskies anheuerte, war kein großer Wurf. In 18 Spielen kam er auf zwei Treffer und zehn Vorlagen, ging danach wieder nach Klagenfurt zurück, mit dessen EC er 2019 Meister in der EBEL wurde. Mit seinen acht Scorerpunkten in sechs Spielen, davon fünf Treffer, gehörte Neal in der Champions Hockey League in der vergangenen Saison zu den Besten. "Ich bin überzeugt, dass er der richtige Pick ist", sagt Zeiter. Auch charakterlich.

Darauf haben die Falken-Macher besonderes Augenmerk gelegt. "Wir haben uns die Zeit genommen, Matt als Typ kennenzulernen und zu hinterfragen", sagt Stefan Rapp mit Verweis auf mehrere Videoschalten mit dem Kanadier. Was Zeiter dabei gefallen hat: "Matt ist sich für nichts zu schade." Einer, den man auch im Powerplay mal vor das generische Tor stellen kann. Und trotzdem ein genialer Spielmacher. "Mit ihm und Dylan Wruck haben wir zwei kreative Center", sagt Zeiter.

Der Neue spricht von gemeinsamen Vorstellungen

Der positive Eindruck beruht auf Gegenseitigkeit. "Ich habe gemerkt, dass wir gemeinsame Vorstellungen besitzen und bin überzeugt, dass ich einen wertvollen Teil zur weiteren Entwicklung beitragen kann", sagt Neal.

Mit dessen Verpflichtung sind die Kaderplanungen der Unterländer vorerst abgeschlossen. "Wir sind spielfähig und nicht mehr aktiv auf der Suche", sagt Rapp. Damit hat sich auch die Frage geklärt, ob mit Alex Nikiforuk noch ein Spieler der Vorsaison zurückkehrt. "Wir planen ohne ihn", sagt Rapp. Offen dagegen ist, wie es mit Davis Koch weitergehen wird: Der Stürmer soll in Mannheim unterschrieben haben und ein weiteres Jahr für die Falken zur Verfügung stehen. Bestätigt ist das bisher nicht, letzten Endes obliegt das aber auch dem Kooperationspartner.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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