Mal wieder viel Ärger und Strafen für die Falken in Tölz

Eishockey  Tölzer Löwen und Heilbronner Falken schenken sich in der DEL 2 einmal mehr nichts. Zu viele Strafen kosten die Heilbronner beim 2:3 mögliche Punkte. Für Brock Maschmeyer gab es eine Matchstrafe.

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Jeremy Williams war wieder ein Aktivposten bei den Falken, doch im vierten Saisonspiel in Bad Tölz gelang dem 36-jährigen Stürmer erstmals kein Treffer für sein Team.

Foto: Archiv/Veigel

Die Duelle zwischen den Löwen und den Falken waren in den vergangenen Jahren immer spektakulär, reich an Toren und vor allem Strafen. Für letztere brauchen die Heilbronner keinen Michael Knaub in den eigenen Reihen. Ohne den "Bad Guy" der vergangen Spielzeiten kamen am Sonntag 42 Strafminuten zusammen. Ein wesentlicher Grund dafür, dass die hitzige Partie in Oberbayern mit 2:3 (0:0, 1:3, 1:0) verloren ging.

Morgan beklagt fehlende Disziplin, Gaudet lobt wie immer die Falken

Wahrlich kein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Falken-Coach Jason Morgan, der am Samstag 45 Jahre alt wurde. "Wir müssen disziplinierter spielen. Das viele Unterzahlspiel hat zuviel Kraft gekostet. Wir hatten trotzdem genügend Chancen, aber Tölz auch einen starken Goalie", sagte Morgan. Tölz-Coach Kevin Gaudet lobte wie immer die Falken über den grünen Klee und grinste sich innerlich eins über seinen nächsten Coup gegen die Heilbronner.

Beide Teams gingen mit Mini-Kadern ins Spiel. Für die Gastgeber standen zu Beginn 13 Feldspieler auf dem Spielberichtsbogen, bei den Gästen zwei mehr. Im Laufe des Spiels sollten sich die Reihen weiter lichten. Nach seinem Shutout am Freitag beim 4:0-Sieg gegen Dresden war auf Heilbronner Seite Goalie Arno Tiefensee nach Mannheim beordert worden. Für ihn kehrte Florian Mnich von den Adlern zurück und stand im Falken-Tor. Ansonsten kam kein weiterer Förderlizenzspieler zurück.

Falken beginnen stark und spielen dann nur noch in Unterzahl

Trotz der späten Ankunft in Oberbayern wegen einer Vollsperrung auf der Autobahn wirkten die Gäste von Beginn an frischer. Die fixere Auffassungsgabe führte auch zur ersten Top-Chance. Ex-Falke Marcus Götz konnte den durchgebrochenen Luke Volkmann nur per Foul stoppen. Den fälligen Penaltyshot brachte der 21-Jährige aber nicht an Löwen-Goalie Marco Wölfl vorbei (4. Minute). In einem starken ersten Überzahlspiel scheiterte Heilbronns Goldhelm Jeremy Williams an der Latte (8.). Es lief alles nach Plan für die Gäste, der erste Treffer lag in der Luft.

Das änderte sich diametral nach gespielten 8:31 Minuten. Noah Dunham erhielt für einen Check im gegnerischen Drittel eine große Strafe. Sicher eine harte Entscheidung, die das Schiedsrichtergespann aber nach eingehendem Videostudium bestätigte.

Das bedeutete fünf Minuten Unterzahl. In diesen 300 Sekunden lieferten die Gäste Anschauungsunterricht in ihrer Spezialdisziplin Penaltykilling. Die Löwen kamen kaum mal in die Aufstellung, generierten nicht eine gefährliche Torchance.

Kaum wieder vollzählig, drückten die Falken aufs Neue auf den ersten Treffer. Allerdings nur kurz. Denn in der 16. Minute donnerte Brock Maschmeyer seinen Gegenspieler Grant Besse von hinten mit dem Kopf gegen die Bande. Der US-Amerikaner stand zwar wieder auf, kehrte aber nichts aufs Eis zurück. Dieses Mal war die Entscheidung unzweifelhaft: Matchstrafe für den Falken-Verteidiger, wieder fünf Minuten Überzahl für die Tölzer.

Erste Gegentore für die Falken in Unterzahl

Die überstanden die Falken erneut schadlos. Doch kaum war die Strafzeit abgelaufen, klingelte es dann im Kasten von Mnich. Seine Vorderleute hatten Thomas Merl im eigenen Drittel vergessen, der nach Pass von Eberhardt das 1:0 erzielte (22.). Das war das Signal für einen Sturmlauf der Löwen, die sich Chance um Chance erspielten, während die Falken weiterhin fast immer einen Mann weniger auf dem Eis hatten. In der 28. Minute passierte es dann: Philipp Schlager markierte das erste Powerplay-Tor der Gastgeber in dieser Saison und damit gleichzeitig den ersten Unterzahlgegentreffer der Gäste.

Mal kurz in Gleichzahl gelang der schnelle Anschlusstreffer. Der Ex-Löwe Kenney Morrison zog von der blauen Linie ab, Dunham fälschte unhaltbar für Wölfel zum 1:2 ab (30.). Danach gaben sich Simon Thiel und Morrison die Klinke zur Strafbank in die Hand. Die Löwen hatten nach einer Viertelstunde Überzahl-Training inzwischen ihren Rhythmus gefunden. Dibelka erspähte Merl vor dem Tor und es hieß 3:1 (35.).

Trotz dieses nächsten Rückschlags gingen die Falken mit neuem Mut ins Schlussdrittel - und belohnten sich schnell. Youngster Dunham fand Youngster Thiel vor dem Tor und der 2:3-Anschluss war da (43.). Ab jetzt war es ein offener Schlagabtausch. Das Spiel wogte hin und her. Beide Teams gingen körperlich ans Limit. Doch ein weiterer Treffer gelang beiden nicht mehr.


Tor: Mnich, Ganz. Abwehr: Mapes - Fischer; Maschmeyer - Morrison; Hadamczik. Angriff: Della Rovere - Blackwater - Williams; Thiel - Lambacher - Kirsch, Fabricius - Lautenschlager - Dunham, Volkmann.

Tore: 1:0 (22.) Merl, 2:0 (28.) Schlager, 2:1 (30.) Dunham, 3:1 (35.) Merl, 3:2 (43.) Thiel.

Strafminuten: 10/42.

Schiedsrichter: Patrick Altmann, Ruben Kapzan.

Zuschauer: 1245.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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