Kompletter Fehlstart der Falken

Eishockey  Die Heilbronner Falken verlieren beide DEL 2-Partien am Auftaktwochenende. Auf das 2:5 am Freitag gegen Freiburg folgt gegen starke Tölzer ein 3:6, bei dem die Gastgeber nahezu chancenlos sind.

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Dylan Wruck (links) kämpfte zwar, doch der DEL?2-Topscorer der vergangenen Saison vermochte seinem Team nicht die entscheidenden Impulse zu geben.

Foto: Ralf Seidel

Wie schon in der Vorsaison sind die Heilbronner Falken mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Nach dem 2:5 am Freitag in Freiburg ging am Sonntag auch das Heimspiel gegen Bad Tölz mit 3:6 (0:2, 2:1, 1:3) verloren. Gegen die Löwen, die ihr Auftaktspiel mit 3:6 gegen Ravensburg verloren hatten, waren die Falken klar unterlegen und hätten sich sogar über eine höhere Niederlage nicht beklagen dürfen. "Das Auftaktwochenende haben wir uns natürlich anders vorgestellt. Wir wissen aber, wo wir den Hebel ansetzen müssen, um am Freitag in Frankfurt zu punkten", sagte Michel Zeiter.

Der Trainer war nach der 2:5-Niederlage am Freitag in Freiburg zu einigen Umstellungen gezwungen. Es fehlten Matt Neal, Louis Brune und der gesperrte Michael Knaub. Dafür war immerhin Florian Elias vom Deutschland-Cup wieder zurück.

Elias kann Team nicht aus rätselhafter Lethargie reißen

Doch auch der 18-Jährige, der zuletzt immer ein Aktivposten war, vermochte es nicht, sein Team aus einer rätselhaften Lethargie zu reißen. Einzig Goalie Matthias Nemec war hellwach und bewahrte die Falken schon im ersten Drittel vor einem noch höheren Rückstand. Zwei Mal war aber auch er machtlos.

Die Gäste waren von Beginn an kombinationssicherer. Belohnt wurde das Team von Trainer Kevin Gaudet dafür in der 14. Minute. Eine perfekte Kombination, bei der die gesamte Drittelgröße genutzt wurde, schloss Max French sträflich allein vor dem Tor zur 1:0-Führung ab. Die Falken hatten die Gegenspieler immer zu spät und zu pomadig attackiert. 111 Sekunden vor Drittelende legten die Bayern mit einem genau gespielten Konter das 2:0 nach. Wieder war es French, der Nemec keine Chance ließ.

Prompte Reaktion nach dem ersten Drittel

Nach dem ersten Seitenwechsel war eine Reaktion der Falken gefragt. Und die kam auch prompt. Noch aus dem vorangegangenen Drittel in Überzahl, staubte Stefan Della Rovere zum 1:2 ab (21.). Es war das dritte Saisontor der Falken und der dritte Treffer mit einem Mann mehr auf dem Eis. Und die Tölzer Löwen taten den Gastgebern den Gefallen, weiterhin Strafe auf Strafe zu nehmen. Vier waren es in nahezu direkter Abfolge.

Derart eingeladen sagten die Falken in der 30. Minute danke. Yannik Valenti kämpfte eine verlorene Scheibe im gegnerischen Drittel stark zurück, Della Rovere glich per Backhander ins Toreck zum 2:2 aus.

Bei Gleichzahl auf dem Eis ohne Chance

Die Falken waren zurück im Spiel. Zumindest in der Theorie. Denn bei gleicher Anzahl von Spielern auf dem Eis sahen die Gastgeber weiterhin wenig Land, beziehungsweise den Tölzer Goalie Max Franzreb aus der Nähe.

Es spielte nur Tölz. Allein Nemec war es zu verdanken, dass die Falken bis zum Drittelende nur noch einen Gegentreffer kassierten. Wieder ließen die Heilbronner im eigenen Drittel den puckführenden Löwen, in dem Fall Lubor Dibelka, recht ungestört seine Kreise ziehen. Dessen Schuss parierte Nemec, doch im Nachsetzen erzielte Tyler McNeely die überfällige Führung für die Gäste.

Nackenschlag durch McNeely

Der nächste Nackenschlag folgte zu Beginn des Schlussdrittels. Wieder war die Falken-Verteidigung nur Begleitschutz für McNeelys zweiten Treffer des Abends zum 4:2 (42.). Marco Pfleger hatte kurz darauf mit einem Pfostentreffer Pech, sonst wäre die Partie wohl entschieden gewesen. Das holte der Stürmer in der 50. Minute allein vor Nemec nach und markierte das 5:2.

Della Rovere verkürzte zwar noch mit seinem dritten Treffer des Abends zum 3:5. Es war gleichzeitig das erste Tor der Falken in dieser Saison bei Gleichzahl auf dem Eis. Doch bezeichnend für den Spielverlauf war das 3:6. Nach einer Auszeit und in Überzahl wurden die Falken eiskalt ausgekontert. French erzielte ebenfalls sein drittes Tor an diesem Abend, den sich die Heilbronner ganz anders vorgestellt hatten.

Tor: Nemec, Schickedanz; Abwehr: Götz - Brady, Maschmeyer - Pavlu, Mapes - Maginot, Philipp Preto; Angriff: Della Rovere - Wruck - Gervais, Elias - Miller - Kirsch, Preto - Klos - Valenti, Schumacher. Tore: 0:1 (14.) French, 0:2 (19.) French, 1:2 (21.) Della Rovere, 2:2 (30.) Della Rovere, 2:3 (38.) McNeely, 2:4 (42.) McNeely, 2:5 (50.) Pfleger, 3:5 (54.) Della Rovere, 3:6 (56.) French. Schiedsrichter: Carsten Lenhard, Eugen Schmidt. Strafminuten: 12/16.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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