Eishockey
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Keine Falken-Punkte bei der Rückkehr des Kapitäns

Trotz guter Leistung unterliegen die Heilbronner Falken den Kassel Huskies in der DEL2 mit 1:2 und haben nun schon einen großen Rückstand auf Kassel in der Tabelle. Einziger Lichtblick der Falken: Kapitän Christopher Fischer ist zurück auf dem Eis.

Stephan Sonntag
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Keine Falken-Punkte bei der Rückkehr des Kapitäns
Es mangelte weder Simon Thiel (Mitte, im Duell mit Fabian Ribnitzky) noch den Falken insgesamt an Einsatz. Kassel war einfach einen Tick besser. Foto: Andreas Veigel

Zwei gute Goalies, schussfreudige Offensivreihen, disziplinierte Defensivabteilungen und ein wiedergenesener Falken-Kapitän - die 500 Zuschauer in der Heilbronner Eishalle bekamen am Freitagabend ein unterhaltsames und gutklassiges Zweitliga-Spiel geboten. Für die gastgebenden Falken, bei denen Christopher Fischer nach fast dreimonatiger Verletzungspause aufs Eis zurückkehrte, allerdings nicht mit dem erhofften Resultat. Gegen die Kassel Huskies unterlagen die Falken, die erstmals in dieser Saison ohne Zeitstrafe vom Eis gingen, mit 1:2 (1:0, 0:1, 0:1). Am Sonntag (18.30 Uhr) geht es zum Landes-Duell nach Freiburg. Fehlen wird dort, wie auch schon gegen Kassel, Stefan Della Rovere. Der Falken-Stürmer wurde am Freitag positiv auf Corona getestet.

Unterhaltsamer Auftakt im ersten Drittel

Die Partie startete ohne Vorlauf. Schon in der ersten Minute gab es hüben wie drüben eine Top-Einschussgelegenheit - und die erste Zeitstrafe gegen Kassel. 24 Sekunden vor deren Ablauf gesellte sich mit Fabian Ribnitzky ein zweiter Schlittenhund zu Brett Cameron. Doch trotz Dauerbelagerung des Gäste-Tores und bester Gelegenheiten gelang den Falken kein Überzahl-Treffer. Jeremy Williams feuerte aus allen Lagen, doch Gerald Kuhn im Huskies-Kasten blieb Herr des Geschehens und der Spielstand torlos.

Daran änderte auch eine weitere Strafe gegen den gebürtigen Heilbronner Marco Müller nichts (7.). Trotz der drei ungenutzten Überzahlgelegenheiten blieben die Falken am Drücker - und belohnten sich schließlich doch noch für ihren Einsatz. In der zwölften Minute fälschte Judd Blackwater einen Schuss von Kenney Morrison zum 1:0 ins Tor ab. Die Führung war hochverdient.

Die Null bei den Falken wackelt lange, bis sie doch fällt

Doch gleichzeitig auch ein Wachmacher für die Gäste, die fortan besser ins Spiel kamen. Um ein Haar hätte Jamie MacQueen kurz vor Drittelende ausgeglichen, doch das Torgestänge hielt die defensive Null auf Seiten der Falken. Angesichts der 21:9-Torschüsse in den ersten 20 Minuten entsprach der Spielstand aber dem Spielverlauf.

Auf das Kür-Drittel folgte ein Pflicht-Drittel im Mittelabschnitt. Für die Gastgeber galt es, jede Menge Defensivarbeit zu verrichten. Gegen immer dominanter werdende Huskies verteidigten die Falken engagiert - und vor allem fair. Auch nach 40 Minuten hatte noch kein Heilbronner auf der Strafbank gesessen. Die defensive Null ließ sich dennoch nicht halten. Teufelskerl Ilya Andryukhov im Falken-Tor hatte in der 25. Minute schon spektakulär pariert, doch aus spitzem Winkel fand Brett Cameron doch noch eine Lücke zum 1:1-Ausgleich.

Danach kamen die Heilbronner minutenlang kaum aus dem eigenen Drittel heraus. Und wenn - dann mussten die müde gespielte Reihe gewechselt werden. Außer einigen wenigen Nadelstichen war der Angriffswirbel der ersten 20 Minuten komplett verflogen. Das Schussverhältnis hatte sich entsprechend umgedreht. 19:8 für die Nordhessen lautete es.

Kurz vor Drittelende rettete wie schon im ersten Abschnitt das Torgestänge die Falken vor einem weiteren Gegentreffer. Dieses Mal war es Verteidiger Stephan Tramm, der ein bisschen zu genau gezielt hatte. Alles in allem entsprach das 1:1 aber immer noch dem Spielverlauf.

Falken-Goalie zeichnet sich mehrmals aus

Im Schlussdrittel blieben die Huskies auf dem Gaspedal. Andryukhov war mehrfach in höchster Not gefordert. Doch auch die Falken kamen wieder zu deutlich mehr Torchancen. Das hochklassige Spiel wogte hin und her.

Ein Augenblick der Unachtsamkeit in der neutralen Zone gepaart mit einer zu passiven Verteidigungshaltung genügten, damit die Gäste schließlich doch in Führung gingen. Goldhelm Jamie MacQueen schloss gekonnt ins lange Eck zum 2:1 ab (45.).

Die Falken wehrten sich, kämpften gegen den spielerisch überlegenen Gegner um jeden Puck. Sie hatten auch Chancen, fanden aber keinen Weg, den bärenstarken Kuhn im Tor zu überwinden. 90 Sekunden vor dem Ende nahm Trainer Jason Morgan eine Auszeit und Goalie Andryukhov vom Eis. Doch es sollte nichts mehr werden mit dem 2:2-Ausgleich. In der Tabelle vergrößerte sich der Rückstand der Falken auf die sechstplatzierten Huskies auf nunmehr neun Zähler, obwohl Kassel noch drei Nachholspiele hat.


Tor: Andryukhov, Natterer; Abwehr: Maschmeyer - Fern, Morrison - Krenzlin, Obu - Fischer; Angriff: Lautenschlager - Fabricius - Thiel, Williams - Blackwater - Kirsch, Ramoser - Volkmann - Heim.

Tore: 1:0 (12.) Blackwater, 1:1 (25.) Cameron, 1:2 (45.) MacQueen.

Schiedsrichter: Marcus Brill, Erich Singaitis

Strafminuten: 0/8.

Zuschauer: 500 (ausverkauft).

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