Karl Fabricius verstärkt den Falkensturm

Heilbronn  Mit dem schwedischen Angreifer Karl Fabricius haben die Falken die vierte Kontingentstelle für die  kommende DEL2-Saison 2021/2022 besetzt. Die Heilbronner lotsen den 38-jährigen vom Polarkreis ins Unterland und locken mit einer Perspektive über aktive Karriere hinaus.

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Karl Fabricius war in seiner gesamten Karriere nie der klassische Torjäger, aber immer ein Vorbild in Sachen Einsatz und Teamgeist.

Foto: imago-images/Bildbyran

Praktisch sein gesamtes Leben hat Karl Fabricius in seiner Heimatstadt Lulea im Norden Schwedens nahe des Polarkreises verbracht. Dort ist er aufgewachsen, dort lernte er das Eishockeyspielen, dort gab der Stürmer in der Saison 2000/01 sein Erstliga-Debüt, dort feierte er 2015 mit dem Gewinn der Champions League seinen größten Erfolg, dort hat er in 16 Profijahren rund 900 Mal auf dem Eis gestanden. Zur neuen Saison wagt der 38-Jährige den fast 2500 Kilometer weiten Sprung nach Heilbronn.

Für die Falken wird der Linksschütze in der anstehenden DEL2-Saison auf Torejagd gehen.

Gutes skandinavisches Netzwerk des Kooperationspartners

"Die Verpflichtung ist über das gute skandinavische Netzwerk unseres Kooperationspartners gelungen", sagte Falken-Geschäftsführer Stefan Rapp am Dienstag. Einen Mann, der mehr als 1000 Spiele in der schwedischen Topliga absolviert hat, der WM-Teilnehmer 2008 war und 2011/12 in der russischen Eliteliga KHL für Lev Poprad spielte, lotst man natürlich nicht allein mit der sportlichen Perspektive in die deutsche zweite Liga.

"Seine aktive Karriere neigt sich dem Ende entgegen und es ist sicher die gesamte Organisation in Mannheim und hier, die sein Interesse geweckt hat", sagt Rapp. Gerade für den Karriereweg des Trainers sind Auslandserfahrungen natürlich maßgeblich und erweitern den persönlichen Horizont.

Ein-Jahres-Vertrag in Heilbronn

Bevor es aber um mögliche Perspektiven abseits des Eises geht, will Fabricius sich erst einmal auf seine aktive Rolle auf dem Heilbronner Eis fokussieren. "Während meiner Karriere habe ich es immer sehr genossen gegen deutsche Mannschaften zu spielen und die tolle Atmosphäre zu erleben, die von den Fans in den Stadien aufgebaut wird", sagte der 1,85-Meter-Mann laut einer Vereinsmitteilung.

In Heilbronn hat Fabricius einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben. Sehr zur Freude natürlich vom neuen Coach Jason Morgan: "Karl wird eine Menge an Erfahrung und Führungsqualität in unsere Mannschaft bringen. Er wird in den unterschiedlichsten Spielsituation eingesetzt werden und ist ein großartiger Unterzahlspieler."

 

Vorbild für die jungen Falken-Spieler

Natürlich hat ein solcher Hochkaräter auch die Aufgabe, die jungen Spieler, die altersmäßig seine Söhne sein könnten, zu führen. "Karl ist höchst professionell und wird für unsere jungen Spieler ein absolutes Vorbild sein", ist Morgan überzeugt. Auch Rapp findet: "Das ist doch eine klasse Mischung aus jung und alt."

Ende April hatte Luleas Geschäftsführer Stefan Nilsson der Vereinsikone mitgeteilt, dass er keinen neuen Vertrag erhalten werde. "Jemandem wie Karl Fabricius eine solche Nachricht zu überbringen, ist das Schwerste an diesem Job. Er ist ein fantastischer Mensch", sagte Nilsson damals. Fabricius war natürlich enttäuscht, aber vor allem dankbar für die lange gemeinsame Zeit: "Als Kind habe ich zu Hause auf der Veranda gesessen und davon geträumt, mit meinen Idolen zu spielen. Ich empfinde eine unglaubliche Dankbarkeit und einen unglaublichen Stolz, den Club in so vielen Spielen und Saisons vertreten zu haben. Mein Herz wird immer für Lulea schlagen."

Selbstredend wird Karl Fabricius wie in seiner gesamten Karriere auch in Heilbronn die Rückennumer 52 tragen.

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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