Heim-Premiere der Falken geht in die Hose

Eishockey  Beim 1:4 gegen Ravensburg vor mehr als 600 Zuschauern sind die Heilbronner Falken an ihre Grenzen gestoßen. Erst gegen Ende des zweiten Abschnitts befreiten sich die Gastgeber etwas und hatten dann auch gute Chancen.

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Viel Betrieb vor dem Tor von Arno Tiefensee: Im zweiten Drittel hatten die Heilbronner Falken gegen die Ravensburg Towerstars in der Defensive erhebliche Probleme. Auch offensiv lief nur wenig zusammen.

Foto: Ralf Seidel

Um 22 Uhr am Freitagabend gab es ihn dann doch noch: den ersten Torschrei der Saison im Stadion am Europaplatz. Von den Fans. In der Summe war es aber eine ernüchternde Heimpremiere der Heilbronner Falken. 1:4 (0:2, 0:1, 1:1) hieß es nach 60 Minuten im Vorbereitungsspiel gegen Ravensburg. Das neu formierte Team von Trainer Jason Morgan hatte sich einen anderen Einstand gewünscht, zumal im eigenen Stadion vor Zuschauern. Doch die Falken trugen am Ende zu wenig für einen gelungenen Abend bei.

Endlich wieder Eishockey. Endlich wieder vor Zuschauern. Im Vorjahr waren gegen die GCK Lions aus der Schweiz in der Vorbereitung unter besonderen Bedingungen insgesamt 408 Zuschauer gekommen - es waren für lange Zeit die letzten. Gegen Ravensburg am Freitag kamen etwas mehr als 600 und sangen sich langsam ein für die in zwei Wochen beginnende Saison.

Die Towerstars führen nach 64 Sekunden

Ein bisschen licht waren sie noch die Reihen. Oben wie unten. Die Falken hatten wie schon beim 6:3 vor einer Woche in Kaufbeuren nur drei Reihen zur Verfügung: Die Förderlizenzspieler spielten zeitgleich bei den Adlern Mannheim gegen Nürnberg. Ravensburg hatte nicht nur quantitativ mehr zu bieten: Auch auf dem Eis gaben die Oberschwaben gleich den Ton an. Begünstigt durch das frühe 1:0: Nach 64 Sekunden lag die Scheibe bereits im Kasten von Arno Tiefensee - der keine gute Figur machte.

Beim Schuss von Julian Eichinger von der blauen Linie hatte der Torhüter der Falken eigentlich freie Sicht, die Scheibe flutschte ihm dennoch irgendwie durch. Eine schnelle Antwort der Unterländer blieb aus, als Justin Kirsch nur knapp am langen Pfosten verpasste. Danach: viel Leerlauf. Versüßt von den Fans der Falken, die mit ihren Gesängen jetzt auf Betriebstemperatur kamen. Nur: Ihr Team hatte wenig Erwärmendes anzubieten.

Ungenutzte vierminütige Überzahl

Da passte einiges noch nicht zusammen, was in einer vierminütigen Überzahl noch deutlicher wurde. Ein Schuss von Neuzugang Judd Blackwater, den Torhüter Jonas Langmann stark hielt, war die beste Chance der Falken. Zu diesem Zeitpunkt stand es schon 2:0: Robbie Czarnik hatte in der neunten Minute einen Konter nach einer Scheibeneroberung der taktisch clever agierenden Ravensburger mit dem zweiten Treffer abgeschlossen.

Für Ravensburg lief es auch nach der Pause rund: Die Towerstars erhöhten rasch auf 3:0, Sam Herr hatte nach einem Fehlpass der Falken im Aufbau freie Bahn. Die Falken machten sich das Leben selbst weiterhin schwer: Drei Strafen kosteten den sehr kleinen Kader zusätzliche Kraft. Power, die im Spiel nach vorne fehlte. Die Offensive zündete nicht. Und die Defensive schwamm mitunter gewaltig. Die Ravensburger spielten bereits erstaunlich flüssig, zeigten den Falken ihre Grenzen und Fehler auf.

Im letzten Abschnitt war etwas von der Offensivpower zu sehen

Erst gegen Ende des Abschnitts befreiten sich die Gastgeber etwas und hatten gute Chancen. Auf den ersten Heim-Treffer jedoch mussten die Fans weiter warten. Im letzten Abschnitt ließen die Heilbronner dann ein bisschen mehr von ihrer Offensivpower erkennen, spielten viel gradliniger nach vorne - und wurden prompt gefährlich. Folglich fiel auch der Ehrentreffer. Judd Blackwater traf in der 51. Minute zum umjubelten 1:3 - er stand alleine vor Langmann und schob überlegt ins kurze Eck ein. Jetzt war wieder Stimmung in der Bude - die vom vierten Treffer der Gäste aber bald wieder zunichte gemacht wurde. In Überzahl traf Josh MacDonald noch zum 4:1 (55.). Es war der Schlusspunkt unter einem aus Falken-Sicht weniger gelungenen Abend.


Mehr Informationen zum Spiel

Tor: Tiefensee, Ganz. Abwehr: Fischer - Mapes; Maschmeyer - Morrison; Hadamczik - Krenzlin. Angriff: Fabricius - Lambacher - Kirsch; Della Rovere - Blackwater - Williams; Volkman - Lautenschlager - Dunham. Tore: 0:1 (2.) Eichinger, 0:2 (9.) Czarnik, 0:3 (24.) Herr, 1:3 (51.) Blackwater, 1:4 (55.) MacDonald. Strafminuten: 10/6. Schiedsrichter: Torsten Lajoie, Erich Singaitis. Zuschauer: 620.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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