Heilbronner Falken schnuppern wieder an den Playoffs

Eishockey  Ein hochverdienter 3:1-Sieg der Heilbronner gegen die Eispiraten Crimmitschau verhilft zu Platz neun. Spätes Gegentor verhindert Shutout. Am Sonntag geht es gegen die Lausitzer Füchse.

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Yannik Valenti (rechts) hatte in der 17. Minute den richtigen Riecher und drückte die Scheibe nach einem Pfostenschuss von Dylan Wruck über die Linie.

Foto: Mario Berger

Drei Big Points für die Heilbronner Falken: Hochverdient hat das Team von Trainer Bill Stewart am Freitagabend auf heimischem Eis die Eispiraten Crimmitschau mit 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) bezwungen und sich auf Platz neun der Tabelle verbessert. Die Ravensburg Towerstars auf dem Sehnsuchtsrang acht sind nur noch drei Punkte entfernt - also sieben Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde in Schnupperweite. Am Sonntag (17 Uhr) steht die nächste wegweisende Partie bei den elftplatzierten Lausitzer Füchsen an.

Die Falken hatten die drei Saisonspiele gegen die Eispiraten bis Freitag allesamt gewonnen. Und die Gastgeber zeigten von Beginn an, dass sie auch das vierte Duell für sich entscheiden wollten. Bereits nach 30 Sekunden gab es die erste Überzahlsituation. Keine Minute später hatte Justin Kirsch alleine vor Ilya Andryukhov die Chance zur Führung, doch der Eispiraten-Goalie parierte. Das erste Powerplay blieb ohne zählbaren Erfolg.

Richtigen Zeitpunkt zum Abschluss verpasst

Anschließend war die Partie von vielen Zweikämpfen geprägt. Es wurde der Bedeutung der Partie entsprechend um jeden Zentimeter Eis gefightet. Durch gutes Forechecking eroberten die Heilbronner immer wieder früh die Scheibe, machten aber zu wenig aus diesen Situationen. Ein ums andere Mal verpassten die Falken den richtigen Zeitpunkt zum Abschluss.

Wenn es gefährlich wurde, dann meist über eine Kombination von Yannik Valenti mit Dylan Wruck. In der elften Minute traf der Heilbronner Topscorer nach Valenti-Zuspiel den Pfosten. Sechs Minuten später war es der Innenpfosten, doch dieses Mal staubte Valenti zur verdienten 1:0-Führung ab (17. Minute). Die Eispiraten verirrten sich nur sporadisch ins gegnerische Drittel. Die beste Chance vereitelte Florian Mnich im direkten Duell mit Samuel Vigneault.

Überlegenheit der Falken wächst im Mitteldrittel auf Turmhöhe

Waren die Falken im ersten Drittel schon das bessere Team, wuchs die Überlegenheit im Mitteldrittel auf Turmhöhe. Allerdings betrieben die Gastgeber gewaltigen Chancenwucher. Valenti allein vor Andryukhov (22.), Bryce Gervais (25.) und Lukas Ribarik mit einer Doppelgelegenheit (27.) hätten die Führung schon ausbauen müssen. Das überfällige 2:0 gelang schließlich Stefan Della Rovere erneut mit einem Abstauber (27.).

Nur Sekunden später hatte der 31-Jährige schon das 3:0 auf dem Schläger. Doch er vergab ebenso wie Valenti mit einem schönen Schuss gegen die Laufrichtung des Goalies (31.), Matt Neal in Unterzahl (33.) und Verteidiger Niklas Länger allein vor Andryukhov (35.). Selbst zu zweit vor dem Eispiraten-Goalie zogen Josh Nicholls und Davis Koch den kürzeren (38.). Die Gäste durften sich bei ihrem überragenden Torhüter bedanken, dass sie auch nach 40 Minuten noch im Spiel waren.

Einziges Manko: die mangelnde Chancenverwertung

Mit Rest-Überzahl hatten sie zu Beginn des Schlussdrittels sogar die Anschlussmöglichkeit. Doch die Falken verteidigten diszipliniert, und Mnich war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Wieder in Gleichzahl übernahmen die Gastgeber erneut die Initiative und schnürten die Eispiraten phasenweise in deren Drittel ein. Ein Manko blieb allerdings bestehen - na klar, die mangelnde Chancenverwertung. Die Scheibe wollte nicht rein. Auch nicht im dritten Powerplay des Abends (50.).

Den Bann brach schließlich Simon Thiel. Sein Schuss rutschte Andryukhov durch die Schoner (53.). Einziger Schönheitsfleck des Abends war das Gegentor von Vigneault kurz vor Ende (57.), das Mnich den ersten Shutout in der DEL 2 vereitelte.

Tor: Mnich, Nemec; Abwehr: Götz - Länger, Mapes - Maginot, Dziambor - Reisz; Angriff: Gervais - Koch - Nicholls, Dellat Rovere - Wruck - Valenti, Pierre Preto - Neal - Kirsch, Thiel - Klos - Ribarik. Tore: 1:0 (17.) Valenti, 2:0 (27.) Della Rovere, 3:0 (53.) Thiel, 3:1 (57.) Vigneault. Schiedsrichter: Roland Aumüller, Erich Singaitis. Strafminuten: 6/8.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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