Heilbronner Falken schlittern in eine Ergebnis-Krise

Eishockey  Das 3:4 bei den Dresdner Eislöwen ist bereits die fünfte Niederlage der Heilbronner Falken in Folge. Lange Zeit fehlt den Unterländern die Durchschlagskraft - trotzdem wird es am Ende nochmal spannend.

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Erneut lange Gesichter bei Justin Kirsch und seinen Falken. Foto: Andreas Veigel

Die Heilbronner Falken bleiben im Monat November weiterhin ohne Sieg: Bei den Dresdner Eislöwen setzte es beim 3:4 (1:2, 0:1, 2:1) am Freitagabend die fünfte Niederlage in Folge für das Team von Jason Morgan. Zwar zeigten sich die Unterländer im Vergleich zum 0:2 in Bayreuth verbessert, trafen aber zu spät. "Das ist ärgerlich, weil sich jeder den Arsch aufreißt", sagte Julian Lautenschlager über die Pleite.

Anders als gedacht, stand Morgan mit Malte Krenzlin ein sechster Verteidiger zur Verfügung, so dass er drei komplette Reihen plus einen zehnten Stürmer aufbieten konnte. Dresden dagegen spielte mit vollem Line-up, was aber keinen großen Unterschied machte. Die Falken waren gleich gut drin, erarbeiteten sich mit hoher Lauf- und Einsatzbereitschaft ein leichtes Übergewicht.

 

Wie schon am Dienstag in Bayreuth geht auch diesmal der Gegner in Führung

Auch spielerisch zeigten die Gäste in den ersten Minuten gute Ansätze, mehr als ein, zwei größere Chancen sprangen dabei jedoch nicht heraus. Die beste vergab Judd Blackwater aus kurzer Distanz (4.). Eine Minute später stand Justin Kirsch vor dem Tor zwar frei, war jedoch zu überrascht, dass der Puck bei ihm landete. Hinten hatte Florian Mnich zunächst alles im Griff.

Dennoch trafen die Eislöwen zum 1:0: Ein Schuss von der blauen Linie von Johan Porsberger fand den Weg ins Tor - bei eigentlich freier Sicht des Falken-Keepers. Ob Jeremy Williams die Scheibe abfälschte, ließ sich nicht mit Gewissheit sagen. Fakt war: Seit dieser neunten Minute führte der Tabellenvierte. Diesmal zeigten die Falken allerdings eine andere Körpersprache als noch am Dienstag in Bayreuth, als sie das 0:1 völlig aus dem Konzept brachte.

 

Simon Thiel lässt Dresdens Defensive alt aussehen

Nur 57 Sekunden später hatte Simon Thiel ausgeglichen, nachdem er seinen Gegenspieler mit einer Finte hatte alt aussehen lassen - 1:1 (10.). Und völlig verdient. Allerdings hatte Dresden in der Folge mehr Spielanteile, die besseren Chancen und traf folgerichtig zum 2:1: Tomas Andres düpierte die Falken dabei, als er frei am Pfosten mit der Rückhand Florian Mnich verlud (17.).

"Ein intensives Spiel. Leider haben wir unsere Chancen nicht auf die Anzeige gebracht", glaubte Verteidiger Leon Fern - bis vor kurzem noch ein Eislöwe - in der ersten Pause an ein Chancenplus der Falken. Er irrte, denn die Statistik sah Dresden mit 15:10 Schüssen vorne.

Blackwater und Lautenschlager stellen spät den Anschluss her

Heilbronn kam mit Schwung und Wut im Bauch aus der Kabine, wollte das 2:2 erzwingen. Allen voran Lautenschlager und Kirsch fielen in der Phase auf, aber ein Tor gelang ihnen genauso wenig wie Williams. Stattdessen trafen erneut die Eislöwen: Nach Puckgewinn hinter dem Falken-Tor und einem Pass zurück in den Slot hatte Simon Karlsson keine große Mühe mehr - 3:1 in der 31. Minute. Das lief nicht für die Falken. Und es wurde auch nicht besser. Immerhin: Eine Unterzahl überstand Heilbronn ohne weiteren Gegentreffer. So war noch alles drin.

Aber die Falken brachten viel zu spät Zählbares zustande: Den Treffer von Karlsson zum 4:1 (55.) beantwortete Judd Blackwater 19 Sekunden später mit dem 4:2. Lautenschlager traf sogar noch zum 4:3 (57.). So blieb es zwar spannend, reichte aber nicht zu einem Punkt, da die Falken auch noch eine Strafe kassierten.

Tor: Mnich, Tiefensee. Abwehr: Fern - Maschmeyer, Morrison - Krenzlin, Mapes - Obu. Angriff: Fabricius - Blackwater - Della Rovere, Kirsch - Lambacher - Thiel, Williams - Lautenschlager - Dunham, Volkmann. Tore: 1:0 (9.) Johan Porsberger, 1:1 (10) Thiel, 2:1 (17.) Andres, 3:1 (31.) Karlsson, 4:1 (55.) Karlsson, 4:2 (55.) Blackwater, 4:3 (57.) Lautenschlager. Strafminuten: 2/2. Schiedsrichter: Stephan Bauer, Marcus Brill. Zuschauer: 1354.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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