Heilbronner Falken kassieren dritte Absage binnen einer Woche

Eishockey  Kaum haben die Falken in Freiburg einen Ersatz für das Freitagsspiel gefunden, kommt aus Landshut schon der nächste Dämpfer. Die Partie am Sonntag fällt flach.

Email
Florian Elias ist für die U20-WM nominiert. Die Falken sehen das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Foto: Schmerbeck

An manchen Tagen hilft nur noch Sarkasmus. Lange durften sich die Heilbronner Falken über ihren Coup vom Mittwoch, als sie kurzerhand einen Ersatzgegner für das Freitagsspiel gefunden hatten, nicht freuen. Kaum war das Heimspiel gegen den EHC Freiburg für Freitag, 20 Uhr, gebucht, flatterte bereits die nächste Absage ins Haus: Die Partie beim EV Landshut an diesem Sonntag fällt flach. Der Gegner befindet sich vorsorglich in Quarantäne, teilte die DEL2 am Donnerstagnachmittag mit. „Ich weiß gar nicht mehr, wohin mit meiner Euphorie“, unkte Geschäftsführer Stefan Rapp.

Den zweiten Ausfall eines Falken-Spiels noch abgewendet

Nach der Absage der Bayreuth Tigers für Freitag hatte er sich nach einer Alternative umgesehen – und in den Wölfen gefunden. Die Liga spielte mit, der Gegner auch – der zweite Ausfall eines Falken-Spiels unmittelbar nacheinander war abgewendet. Der Trainer war heilfroh. „Ich bin glücklich, dass wir eine Lösung gefunden haben“, sagte Michel Zeiter, der sich auf ein ganz normales Wochenende mit zwei Spielen für sein Team freute. „Ich bin jetzt deswegen aber kein Held“, sagte Stefan Rapp Mittwochnachmittag noch.

Er ahnte: „Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass uns das Thema beschäftigt.“ Wie recht Rapp hatte, das zeigte sich dann einen Tag später: Die Absage der Auswärtspartie am Sonntag in Landshut ist die dritte in einer Woche für die Falken. „Immer trifft es Heilbronn“, sagte Rapp, der diesmal keinen Ersatzgegner mehr aus dem Hut zaubern konnte. Das Spiel ist auf den 15. Dezember verlegt. Verlegt wurde auch das für den kommenden Dienstag angesetzte Duell gegen Kaufbeuren: Die Allgäuer befinden sich ebenfalls in Quarantäne.

Clubs können nur von Tag zu Tag planen

Maximal flexible Spielverlegungen sind die neue Normalität in der DEL 2, die Clubs müssen maximal flexibel bleiben. Egal, was kommt. „Wir können es nicht beeinflussen, da hilft kein Trübsalblasen“, sagt Rapp. Zumal es – bis Donnerstagabend – die Aussicht auf zumindest ein Spiel gab. Das Duell gegen Freiburg. „Ich plane zurzeit nur von Tag zu Tag, was morgen ist, wissen wir alle nicht“, sagt Trainer Zeiter.

Einen Rhythmus zu finden, wird für ihn und sein Team unter den besonderen Umständen schwer. Dabei wäre das für die Falken wichtig, sind sie mit zwei Niederlagen und einem Sieg nach Verlängerung aktuell doch Schlusslicht der Liga. Die erste Niederlage setzte es gleich zum Auftakt in Freiburg – nun bietet sich unverhofft die Chance, sich zu revanchieren. „Wir müssen sauer auf unser Auftaktspiel sein, von Beginn an Aggressivität reinbringen“, fordert Zeiter mit Blick auf das 2:5 vor zwei Wochen im Breisgau.

Mit Selbstvertrauen und Mut will Zeiter den Wölfen diesmal den Garaus machen, sieht den Schlüssel im Zweikampfverhalten und im Eislaufen. „Wir müssen die Räume schnell eng fahren.“ Die „Challenge“ bestehe darin, defensiv stabil zu stehen, aber nicht in Passivität zu verfallen. Und vorne für viel Verkehr vor dem Kasten zu sorgen. Personell sieht es aber kaum besser aus: Nur Michael Knaub kehrt zurück. „Jeder hilft uns weiter“, sagt Zeiter, der sich in diesen Zeiten über Kleinigkeiten freut.

Rumrich als Co-Kommentator

Co-Kommentator des Spiels gegen Freiburg auf SpradeTV wird der ehemalige Nationalspieler Michael Rumrich sein.

 

Für U20-WM nominiert

Mit Florian Elias und Arno Tiefensee startet U 20-Bundestrainer Tobias Abstreiter am 6. Dezember mit zwei Falken-Spielern in die Vorbereitung auf die WM (25. Dezember bis 5. Januar) in Edmonton. Die Falken sehen das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagt Manager Stefan Rapp. "Das heißt auch, dass wir einen Monat lang nicht mit den Jungs planen können." Das sei eine Herausforderung angesichts der aktuellen Verletztenmisere und eines fordernden Spielplans. Zumal mit Jan-Luca Schumacher und Philipp Preto zwei weitere Falken-Spieler auf Abruf bereit stehen. 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

Kommentar hinzufügen