Heilbronner Falken: Fluktuation erfordert Flexibilität

Eishockey  Früh in der Saison zeigt sich, dass der 25er-Kader der Heilbronner Falken nur auf dem Papier existiert. Gegen Dresden am Freitag fehlen sieben Spieler. Trotzdem wollen die Falken den Spaßverderber geben.

Email

Die schnelle Rückkehr von Karl Fabricius ins Training war die beste Nachricht für die Falken in dieser Woche. Der Schwede hatte am Freitag einen Puck ans Ohr bekommen.

Foto: Mario Berger

Am Donnerstag gab es Kuchen in der Falken-Kabine. Alex Lambacher hatte zu seinem 25. Geburtstag ein ganzes Blech für die Teamkollegen mitgebracht. Nicht mehr zugreifen konnte Philipp Preto. Schwer bepackt verließ der Verteidiger die Eishalle, um nach Mannheim zu fahren. Der 20-Jährige wird am Freitagabend (19 Uhr) in der DEL für die Adler in Düsseldorf auflaufen und nicht um 20 Uhr für die Falken gegen Dresden.

Preto ist beileibe nicht der einzige Abberufene. Goalie Florian Mnich ist weiterhin als Endras-Ersatz gefordert. Luca Tosto wird bei den Adlern gebraucht, weil Nico Krämmer ausfällt. Arkadiusz Dziambor, Moritz Wirth, Valentino Klos und Florian Elias standen bisher ohnehin nur auf dem Papier im Falken-Kader.

 

Der Falken-Coach versucht, aus der Not eine Tugend zu machen

Da schrumpft der 25er-Kader der Falken selbst ohne Verletzungen ganz schön zusammen. Angesichts dieser Fluktuation ist es keine leichte Aufgabe für Jason Morgan, schlagkräftige Reihen für die Partien gegen Dresden, am Sonntag (18.30 Uhr) in Bad Tölz und am Dienstag gegen Kaufbeuren zusammenzustellen. Der Falken-Coach versucht aus der Not eine Tugend zu machen. "Jeder muss lernen, mit jedem anderen in einer Reihe und in den Special Teams zusammenspielen zu können", sagt Morgan. Mit Blick auf die entscheidende Saisonphase und die Playoffs sieht der 44-Jährige in dieser Flexibilität sogar einen Vorteil. Immer mit nur drei Reihen auflaufen zu können, wird gerade in den Wochen mit drei Spielen aber auch eine Frage der Kraft.

Ob und wie oft Justin Kirsch in den kommenden Tagen auf dem Eis sein kann, steht zusätzlich in den Sternen. Wenngleich der Grund ein schöner ist. Der Stürmer wird zum ersten Mal Papa. "Seine Frau ist schon zwei Tage überfällig. Ich hoffe, das Baby lässt sich noch ein paar Tage Zeit", sagt Morgan schmunzelnd. Dann wäre Kirsch zumindest in den Heimspielen dabei.

 

Karl Fabricius ist seit Mittwoch wieder auf dem Eis

Die wichtigste positive Nachricht der Woche war aber die schnelle Genesung von Karl Fabricius. Der Schwede hatte beim Auftaktspiel gegen Crimmitschau einen Schuss von Kirsch ans Ohr bekommen. Das hätte zu einem langen Ausfall führen können, doch der 39-Jährige stieg bereits am Mittwoch wieder ins Training ein. "Karl ist sehr genau untersucht worden, bevor die Ärzte ihm erlaubt haben, wieder einzusteigen. Er hat voll trainiert und keine Probleme gehabt", sagt Morgan. Um künftig besser geschützt zu sein, verwendet Fabricius ab sofort einen anderen Helm, durch den die Ohren besser geschützt sind.

Gerade gegen Dresden dürfte es aber wichtig werden, dass der Schwede genug hört. Denn bei den Eislöwen besetzen gleich vier seiner Landsleute die Kontingentstellen. Da ist Schwedisch sicher eine zentrale Teamsprache. Verteidiger Simon Karlsson trägt mit vier Scorerpunkten aus den ersten beiden Spielen sogar den Goldhelm. Die vor dem Saisonstart traditionell hochgehandelten Dresdner waren mit einer etwas enttäuschenden 2:3-Derby-Niederlage in der Verlängerung gegen Weißwasser gestartet, rehabilitierten sich aber zwei Tage später mit einem 7:2-Heimsieg gegen die Bayreuth Tigers. "Es war ein großer Spaß, endlich wieder vor unseren Fans zu spielen. Aber es wird noch lauter und ein richtig spaßiges Jahr werden", versprach Kapitän Jordan Knackstedt hinterher.

Die Falken würden gerne ihren ersten Heimsieg nachholen

Nur zu gerne würden die Falken am Freitag die Rolle des Spaßverderbers übernehmen und vor den eigenen Fans den ersten Sieg nachholen, der zum Auftakt noch misslang. "Wir haben Crimmitschau nach dem starken letzten Testspiel gegen Kaufbeuren unterschätzt", gab Morgan zu. "Hinzu kam eine gewisse Nervosität, endlich wieder vor vielen Fans zu spielen. Die Stimmung hat sich angefühlt, als ob die Halle ausverkauft war." Das wünschen sich die Falken natürlich auch fürs zweite Heimspiel.

Fischer muss zahlen

Seine Zwei-plus-zwei-Minuten-Strafe gegen Ravensburg wegen Meckerns hatte Konsequenzen für Falken-Kapitän Christopher Fischer. "Er musste eine kleine Strafe zahlen", verriet Trainer Jason Morgan. Gerade einem Führungsspieler dürfe auch nach einer fragwürdigen Strafe keine Bemerkung in Richtung Referees herausrutschen. Beim Stand von 3:3 hätte die Partie dadurch leicht kippen können. "Wir haben das besprochen und noch einmal eine klare Botschaft ans Team gegeben, dass wir solche unnötigen Strafen unbedingt vermeiden müssen", sagte Morgan.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

Kommentar hinzufügen