Heilbronner Falken demonstrieren Kampfgeist im Geisterspiel

Eishockey  Die Heilbronner Falken egalisieren gegen Ravensburg zwei Mal einen Rückstand und gewinnen gleich zum Auftakt des Get-Ready-Cups.

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Stefan Della Rovere (2.v.r. im Duell mit Daniel Stiefenhofer) und die Falken ließen gerade in der Anfangsphase einige hochkarätige Torchancen ungenutzt.

Foto: Ralf Seidel

Es war ein gutes Eishockeyspiel, das die Heilbronner Falken und die Ravensburg Towerstars am Freitagabend vor der Geisterkulisse boten. Beim Auftaktspiel um den Get-Ready-Cup mussten die Gastgeber in der Heilbronner Eishalle zwei Mal einen Rückstand egalisieren, ehe sie im Schlussdrittel doch noch zum 4:3 (2:2, 1:1, 1:0)-Sieg kamen. Beiden Mannschaften merkte man an, dass sie nach den vielen Monaten ohne Spiele einfach Lust auf Eishockey hatten.

Als gebe es morgen kein Eishockey mehr

Die Falken legten los, als gebe es tatsächlich ab morgen kein Eishockey mehr. In den ersten fünf Minuten brannte es vor dem Kasten von Olafr Schmidt lichterloh. Doch weder Bryce Gervais noch Dylan Wruck nutzten ihre glasklaren Einschussgelegenheiten. Auch ein erstes Überzahlspiel blieb erfolglos. Und so geschah das, was immer passiert, wenn ein Team versäumt, seine Überlegenheit auf die Anzeigetafel zu bringen: der Gegner trifft. Und zwar gleich doppelt. Erst nutzte Sören Sturm eine Kontersituation zum 1:0 für die Gäste (6. Minute). Dann war John Henrion in Überzahl mit einem satten Schlagschuss ins kurze Eck erfolgreich (8.).

Ein Doppelschlag hemmt das Falken-Spiel

Bei den Falken fehlte ein wenig die Balance, das Rückzugsverhalten war erkennbar ausbaufähig. Der Ravensburger Doppelschlag hemmte zudem jetzt das Offensivspiel - und die Falken mussten in der zehnten Minute auch noch 95 Sekunden lang mit drei Mann gegen fünf bestehen.

Das gelang jedoch gut und im Anschluss kamen die Gastgeber auch bedingt durch drei Strafen gegen die Towerstars wieder ins Rollen. Im Powerplay gelang Tim Miller schließlich nach einem klassischen Valenti-One-Timer im Nachschuss der 1:2-Anschluss (16.). 36 Sekunden vor Drittelende markierte Louis Brune nach starker Vorarbeit von Kevin Maginot den verdienten 2:2-Ausgleich.

In der neutralen Zone geht es kampfbetont zu

Im Mitteldrittel legten beide Teams in Sachen Intensität und Disziplin einen Gang zu. Das Spiel wurde besonders in der neutralen Zone zweikampfbetonter, klare Torchancen wurden seltener. Pech hatte Brock Maschmeyer mit einem überraschenden Distanzschuss, der an den Pfosten ging.

Fast im Gegenzug erzielten die Gäste die erneute Führung. Eine unübersichtliche Situation vor dem Falken-Tor nutzte James Bettauer eiskalt. Wie schon beim 0:2 erfasste Falken-Goalie Arno Tiefensee die Situation zu spät.

Die dritte Reihe zeigt ihr Potenzial

Doch die Antwort der Heilbronner ließ nicht lange auf sich warten - und war dazu noch wunderschön anzusehen. Die bisher nicht so auffällige dritte Sturmreihe zeigte dabei ihr Potenzial. Justin Kirsch und Matthew Neal sorgten keine 120 Sekunden nach dem Rückstand mit perfektem Doppelpassspiel für das 3:3 (31.).

Der neue Stürmer war es auch, der die Falken im Schlussdrittel erstmals in Führung brachte. Auf Zuspiel von Corey Mapes traf der 28-Jährige zum 4:3-Endstand (46.).

Am Sonntag (18.30 Uhr) begegnen sich beide Teams in Ravensburg wieder.

Tor: Tiefensee, Schickedanz. Abwehr: Maginot - Mapes, Brady - Götz, Maschmeyer - Wirth, Philipp Preto - Elias. Angriff: Pierre Preto - Miller - Brune, Koch - Wruck - Gervais, Della Rovere - Neal - Kirsch, Schumacher - Klos - Valenti.

Tore: 0:1 (6.) Sturm, 0:2 (8.) Henrion, 1:2 (16.) Miller, 2:2 (20.) Brune, 2:3 (29.) Bettauer, 3:3 (31.) Neal, 4:3 (46.) Neal,

Strafminuten: 12/14.

Schiedsrichter: Marcus Brill, Benjamin Hoppe.

Zuschauer: 0


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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