Heilbronner Falken bremsen Kassel aus

Eishockey  Die Heilbronner Falken bringen dem DEL2-Tabellenführer beim 4:2 die erste Niederlage seit Ende Januar bei. Dabei liegen sie zunächst mit 0:2 zurück.

Email

Da lässt es sich vortrefflich jubeln: Die Heilbronner Falken haben das Spiel gegen Kassel gedreht. Simon Thiel (Mitte) hat das 3:2 erzielt.

Foto: Andreas Veigel

Der Reiz war groß, immerhin kamen die Kassel Huskies mit einer unglaublichen Serie nach Heilbronn: Der DEL2-Tabellenführer hatte im Monat Februar alle Spiele gewonnen. "Natürlich will man der Gegner sein, der diese Serie beendet und sie besiegt", hatte Falken-Stürmer Yannik Valenti noch vor dem Spiel zu hoffen gewagt.

Und tatsächlich: Die Falken stoppten am Dienstag den Lauf des Tabellenführers und gewannen mit 4:2 (1:2, 3:0, 0:0). Davon war indes nicht auszugehen, vor allem nach den ersten Minuten nicht. Die Falken lagen schon 0:2 im Hintertreffen und gaben kein gutes Bild ab. Doch mit Einsatz und Leidenschaft kämpfte sich das Team von Bill Stewart zurück.

Heilbronn legt einen Fehlstart hin

Was auch immer sich die Falken vorgenommen hatten: Es ging nicht auf. Zumindest nicht am Anfang. Minutenlang liefen die Unterländer der Musik hinterher, waren hauptsächlich um Orientierung bemüht, statt aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen. Als es schon 0:2 stand, hatten die Falken noch nicht einen Schuss in Richtung gegnerisches Tor abgegeben. Das 0:1: billig. Ein Schuss irgendwie in Richtung Tor - und Marc Schmidpeter beförderte die Scheibe direkt aus der Luft ins Tor.

Glück für Heilbronn, dass das 2:0 für Kassel im Powerplay nicht gegeben wurde: Lange hatten die Unparteiischen über dem Videobeweis gebrütet, gaben den Treffer jedoch wegen Behinderung des Torhüters nicht. Glück für Heilbronn, Glück für Keeper Florian Mnich, der zwar zum dritten Mal in Folge anfangen durfte. Aber bis dato keine gute Figur abgegeben hatte. Meist konnte er die Scheibe nur prallen lassen, brachte sich und seine Vorderleute so in Verlegenheit. Mit dem Treffer zum 2:0 durch Joel Keussen, der aus zentraler Position zu leicht verwandelte, war sein Arbeitstag nach 7:35 Minuten auch beendet: Bill Stewart brachte Arno Tiefensee.

Langsam stabilisieren sich die Falken

Das Spiel der Falken stabilisierte sich, jetzt ging auch nach vorne was. Der aus Mannheim zurückgekehrte Pierre Preto hatte das 1:2 auf dem Schläger, aber eben kein Glück. Wie bereits am Freitag meldeten sich die Falken im Powerplay zurück: Mit Ablauf einer Strafe gegen den Tabellenführer erzielte Davis Koch das 1:2: Der Stürmer traf per Hechtsprung, nachdem die Scheibe nach einem Schuss von Justin Kirsch frei vor dem Tor von Gerald Kuhn lag (15.).

Das 2:2 wie am Freitag gelang Heilbronn allerdings nicht mehr - es wäre auch zu viel des Guten gewesen. Aber das 1:2 war immer noch eine gute Ausgangslage und je länger das zweite Drittel ging, desto mehr sollte sich das zeigen. Zu Beginn aber war das Spiel nicht schön anzusehen, Kampf war angesagt und keines der Teams wollte klein beigeben. Schüsse aufs Tor waren selten - dennoch war es eine entscheidende Phase.

Falken bringen das Momentum auf ihre Seite

Es ging um das berühmte Momentum. Und das sicherten sich die Falken: Im Powerplay behauptete sich Matt Neal im Slot und erzielte den Ausgleich (33.). Die Falken hatten sich freigeschwommen, drei Minuten später brachte Simon Thiel Heilbronn in Führung, als er einen Schuss von Maschmeyer geschickt ins Tor lenkte.

Die Krönung war das Tor von Justin Kirsch: Der Stürmer fing mit viel Erfahrung einen Pass ab, machte im Alleingang das 4:2. Das Beste daran: Es war ein Treffer in Unterzahl. Das tat Kassel weh, die den Rest des Drittels mit wütenden Angriffen reagierten und immerhin noch ein weiteres Powerplay mit in die letzten 20 Minuten nehmen durften. Mit den Entscheidungen der Schiedsrichter waren die Gastgeber nicht glücklich.

Doch auch diese Unterzahl verteidigten die Falken einfach weg - das Unterzahlspiel war wie zuletzt gut. Auch in der Folge waren die Falken weiter in der Defensive gefordert, machten aber einen richtig guten Job und holten sich das nötige Selbstvertrauen, um den Vorsprung danach souverän über die Zeit zu bringen. Mit diesem Sieg machten die Falken zwei Plätze gut in der Tabelle, sind als Elfter wieder näher an den Playoffs.

Tor: Mnich, Tiefensee. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Mapes - Maginot, Maschmeyer - Dziambor, Länger. Angriff: Gervais - Wruck - Valenti, Della Rovere - Koch - Nicholls, Kirsch - Neal - Pierre Preto, Ribarik - Reisz - Thiel. Tore: 0:1 (3.), Schmidpeter, 0:2 (8.) Keussen, 1:2 (15.) Koch, 2:2 (33.) Neal, 3:2 (36.) Thiel, 4:2 (37.) Kirsch. Strafminuten: 24/18. Schiedsrichter: Roland Aumüller, Ruben Kapzan. Zuschauer: 0.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

Kommentar hinzufügen