Generalprobe der Heilbronner Falken mit nur drei Reihen

Eishockey  Gegen Kaufbeuren wird der Kader der Heilbronner nicht groß anders aussehen können. Torhüter Luca Ganz bekommt am Sonntag eine Chance.

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Im ersten Test im eigenen Stadion hatten die Falken gegen Ravensburg vor allem defensiv Probleme. Gegen Kaufbeuren soll das besser werden.

Foto: Ralf Seidel

Spiel Nummer vier ist zugleich die Generalprobe für die Heilbronner Falken. Am Sonntag (18.30 Uhr/SpradeTV) testet das Team des neuen Trainers Jason Morgan letztmals unter Wettkampfbedingungen, bevor es am nächsten Freitag ernst wird. Ob dem Heimspiel gegen Ligakonkurrent ESV Kaufbeuren deswegen eine besondere Bedeutung zukommt? "Nicht unbedingt", sagt der Trainer. Es geht darum, noch enger, weiterhin zusammenzufinden, um sich als Team mit Blick auf die neue DEL2-Saison wohlzufühlen.

Auch wenn der Trainer wollte: Wahnsinnig viel ändern kann Morgan ohnehin nicht. Ihm sind die Hände gebunden, schon seit einigen Wochen hat er maximal drei Reihen zur Verfügung, das wird auch gegen die Allgäuer wahrscheinlich ähnlich sein. Immerhin bestand bis Freitagabend noch die Hoffnung, dass vom Kooperationspartner Mannheim ein oder zwei Spieler zum Team stoßen. Wobei sich das erst nach dem Spiel der Adler in der DEL gegen Bremerhaven entscheiden sollte. "Ich rechne um Mitternacht mit einem Update", sagt Morgen. Er hat seinen Humor nicht verloren.

Eine vierte Reihe würde helfen, besser zu werden

Dass es nicht ideal ist, ständig mit drei Reihen auskommen zu müssen: auch daraus macht er keinen Hehl. Mit einer vierten Reihe würde er seinen Topspielern in intensiven Duellen wie zuletzt in Ravensburg auch im Spiel mal eine kleine Verschnaufpause gönnen. "Gerade als wir mehrere Strafen gegen uns hatten, standen einige Spieler mehrere Minuten auf dem Eis." Gerade die Verteidiger, von denen die Heilbronner Falken vier bis viereinhalb feste haben, waren in Unterzahl und Überzahl gefordert. Aber als Ausrede will der Trainer es nicht verstanden wissen.

Zumal der kleinere Kader in Spielen leichter zu kompensieren sei als im Training. "Du brauchst vier Linien, um das Intensitätslevel hoch zu halten und besser zu werden", sagt er. Unter den Umständen sei er schon recht zufrieden mit seinem Team. Vom ersten Heimspiel gegen Ravensburg mal abgesehen, als sein Team mitunter nervös, vor allem fehlerhaft agierte.

Jason Morgan will 60 Minuten Anstrengung sehen

Die Special Teams funktionieren bis auf kleine Details schon sehr gut, und vor allem offensiv machen sich die guten Verpflichtungen durchaus schon bezahlt. Nur: In manchen Phasen des Spiels sieht das Wissen um die eigene Abschlussstärke dem Trainer zuweilen zu überheblich aus, so dass mitunter die Spannung leidet. Daraus leitet Morgan für den letzten Test am Sonntag gegen einen guten Gegner seine Marschroute ab: "Wir wollen 60 Minuten Anstrengung sehen."

Es geht darum, sich auf den Rundenbeginn einzustellen, sich wohlzufühlen. Die Reihen bleiben weitgehend zusammen. Im Tor erhält Luca Ganz seine Chance. "Ich möchte auch ihn mal in einem Spiel sehen", sagt Jason Morgan.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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