Fan-Rückkehr, Regeländerungen und ein Neuling

Eishockey  An diesem Freitag startet die DEL 2 in ihre neue Saison. Die wichtigste Neuerung ist die Rückkehr der Zuschauer. Aber auch sonst gibt es wichtige Änderungen.

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In der NHL gibt es das Trapez hinter dem Tor schon seit 15 Jahren. Jetzt wird die Goalie Restricted Area auch in der DEL2 eingeführt.

Foto: imago-images/Pressefoto Eibner

Die Rückkehr der Fans ist die wichtigste Neuerung für die DEL2-Saison 2021/22. Die Corona-Pandemie ist mit dem Start aber keineswegs verschwunden. "Es bleibt eine gewisse Ungewissheit", sagt DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. Die 14 Clubs hätten sich jedoch gut vorbereitet und in ihren Etats finanzielle Puffer geschaffen. "Damit sollten wirtschaftliche Long-Covid-Folgen verhindert werden", sagt Rudorisch.

Der Umsatz der Liga war in der vergangenen Saison von 42 auf 35 Millionen Euro gesunken, dank der staatlichen Corona-Hilfe fingen aber alle Clubs die Delle einigermaßen auf. Trotzdem ist die Rückkehr der Zuschauer von großer Bedeutung. "Die Fans sind das wirtschaftliche Fundament", stellt Rudorisch klar und wirbt für die Akzeptanz der 3G-Regel. Neben den Hygienemaßnahmen gibt es weitere Änderungen:

 

Modus: Wie gewohnt bestreitet jedes Team in der Hauptrunde 52 Spiele. Die Pre-Playoffs für die Mannschaften auf den Rängen sieben bis zehn werden wieder eingeführt. In den Playoffs als auch in den Playdowns wird zum Best-of-Seven-Modus zurückgekehrt. Einzig die Löwen Frankfurt könnten als Meister in die DEL aufsteigen. Sollte den Hessen das gelingen, würde es zwei Absteiger aus der DEL geben. Der DEL2-Playdown-Verlierer steigt in die Oberliga ab.

 

Top-Favorit: Nur Frankfurt hat einen Antrag auf eine DEL-Lizenz gestellt und will nach zwölf Jahren zurück in die Eliteklasse. "Wir wollen den Aufstieg, aber er ist kein Muss", sagt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier.

 

Der Aufsteiger: Die Selber Wölfe haben den Sprung aus der Oberliga geschafft. Das Saisonziel ist selbstredend der Klassenerhalt. "Vor allem wollen wir aber ganz viel Spaß haben in der neuen Liga", sagt Geschäftsstellenleiter Peter Pahlen.

 

Neue Regeln: Die Internationale Eishockey-Förderation (IIHF) hat das Regelbuch überarbeitet, um weltweit einheitliche Standards zu schaffen. "Grundsätzlich ist dieser Schritt begrüßenswert, allerdings wäre ein wenig mehr Vorlaufzeit besonders für die Schiedsrichter hilfreich gewesen", sagt Liga-Boss Rudorisch. Die wichtigsten Änderungen sollen dazu beitragen, dem spielbestimmenden Team Vorteile zu verschaffen. So bestimmt nach einem Icing das Offensiv-Team, auf welcher Seite das Bully ausgeführt wird. Die Goalies dürfen die Scheibe nur noch unter akutem Gegnerdruck sichern und auch nur noch im begrenzten Bereich hinters Tor spielen. Faustkämpfe werden künftig mit mindestens Fünf-Minuten-Strafen geahndet. "Die Sicherheit erhöhen, das Spiel beschleunigen - die Stoßrichtung der Regeländerungen stimmt", sagt Rudorisch.

Goldhelm: In den vergangenen zwei Jahren trug der beste Scorer jedes Teams einen roten Helm. Da der Namenssponsor seinen Vertrag nicht verlängert hat, kehrt die DEL 2 zum goldenen Helm zurück.

 

Impfstatus: Während die Profis der Heilbronner Falken zu 100 Prozent gegen das Coronavirus geimpft sind, liegt die Quote bei anderen Teams klar niedriger. "Wir werden wohl eine Quote von 85 bis 95 Prozent erreichen", schätzt Rudorisch. Nicht geimpfte Spieler müssen sich regelmäßigen Tests unterziehen.

 

Einlauf: Ähnlich wie in der Champions League im Fußball wird bei der Aufstellung der Teams an der blauen Linie eine DEL2-Melodie abgespielt.

 

Wettmanipulationen: Die DEL 2 kooperiert ab sofort mit dem Wettüberwacher Sportradar "Auch wenn uns noch keine Fälle von Wettmanipulation in der DEL 2 bekannt sind, wollen wir präventiv und proaktiv für einen sauberen Wettbewerb innerhalb der Liga ein Zeichen setzen", sagt Rudorisch.

 

Live-Übertragungen: Weiterhin überträgt SpradeTV alle Spiele live im Internet. Das Einzelspiel kostet 8,90 Euro. Neu ist im Oktober testweise ein Konferenzmodus für 12,90 Euro erhältlich. Live-Übertragungen bei MagentaTV gibt es nicht wieder.

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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