Falken wollen Rekordjagd im Derby fortsetzen

Eishockey  Heilbronner Falken können am Samstagabend gegen den Erzrivalen Bietigheim den achten Sieg in Serie einfahren. Selten hat ein Derby beide Seiten so wenig elektrisiert wie dieses.

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Mit zehn Scorerpunkten in den vergangenen sieben Spielen hat Kevin Maginot maßgeblichen Anteil an der Siegesserie der Falken.

Foto: Archiv/Veigel

Mit sieben Siege in Folge bei voller Punktausbeute haben die Heilbronner Falken einen Vereinrekord aufgestellt. Der siebte Streich gelang an Gründonnerstag mit einem 5:2 (1:1, 3:1, 1:0)-Erfolg gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim. Nichts wäre schöner für die Falken, als die Serie am Ostersamstag (18.30 Uhr) im Derby gegen die Bietigheim Steelers auszubauen.

21 Punkte aus sieben DEL-2-Partien - so etwas hat es in der Heilbronner Zweitliga-Historie noch nicht gegeben. Selbst bei der bisher längsten Serie von neun Siegen hintereinander im Jahr 2012 gelang nicht sieben Mal in Folge die volle Punktausbeute.

Falken haben die Playoffteilnahme in eigener Hand

Als Tabellensiebter punktgleich mit den Ravensburg Towerstars auf Rang acht und zwei Zähler vor den Eispiraten Crimmitschau - die allerdings noch ein Spiel weniger absolviert haben - gehen die Falken in die verbleibenden vier Hauptrundenspiele. Das Team von Trainer Bill Stewart hat alles selbst in der Hand.

"Das ist natürlich ein gutes Gefühl. Es werden aber sicher noch einmal vier enge Spiele", sagt Kevin Maginot, der betont: "Wir jagen die Playoffs, keine Rekorde."

Der Verteidiger hatte mit seinem Tor zum 1:0 (5. Minute) und seinem Assist zum 3:2 (33.) maßgeblichen Anteil am zweiten Sieg gegen die Roten Teufel innerhalb von zwei Tagen. Mit nunmehr 40 Scorerpunkten (10 Tore/30 Assists) ist der 26-Jährige die Nummer vier unter den punktbesten Verteidigern der DEL 2. "Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, ich schaue nicht auf diese Statistiken. Zuerst geht es aber immer um den Erfolg des Teams. Wenn ich dazu beitragen kann, freut mich das natürlich."

Kevin Maginot lobt Trainer Bill Stewart

Nach der lange enttäuschenden Saison hatte auch Maginot eine solche Siegesserie nicht erwartet, obwohl ihm klar war, "dass wir vieles erreichen können, wenn wir erst einmal in Fahrt kommen".

Dass das Falken-Schiff volle Fahrt Richtung Playoffs aufgenommen hat, ist für Maginot ein Verdienst des Trainers. "Bill spielt eine große Rolle. Er hat eine strikte, aber glasklare Linie. Wenn du Mist baust, sagt er das nicht immer im freundlichsten Ton. Damit ist es dann aber auch gut. Man weiß immer, woran bei ihm ist."

Steelers blicken schon auf das Spitzenspiel an Ostermontag

Der Coach selbst wollte am späten Donnerstagabend noch nicht aufs Derby blicken. "Ich freue mich nur darauf, zu schlafen. Ich bin müde", sagte der 63-Jährige. Auch beim Lokalrivalen geht der Blick eher schon Richtung Montag, wenn die Kassel Huskies zum Spitzenspiel erwartet werden. Die Steelers freuten sich am Donnerstag mehr noch über die Rückkehr der Leistungsträger Benjamin Zientek und Nicolai Goc, als über den 4:1-Sieg gegen Crimmitschau.

Stewart nimmt sich das Team hinterm Team vor

Mit der jüngsten Leistung seines Teams war natürlich auch Stewart zufrieden. Allerdings bekam das Team hinterm Team vom Falkencoach einen auf den Deckel. "Ist die Schussstatistik ein Witz?", fragte der Kanadier ungehalten. 49:32 Torschüsse zu Gunsten der Gäste schienen tatsächlich fernab des tatsächlichen Spielgeschehens zu liegen. Zudem regten Stewart zwei Fehler bei der Zeitnahme auf: "Wenn du einen Job machst, dann machst du ihn besser richtig. Das ist eine Frage der Verantwortlichkeit."

Rumms. Der Boss hatte gesprochen. Ob das zwingend öffentlich in der Pressekonferenz geschehen musste, oder besser hinter verschlossenen Türen geschehen wäre, sei mal dahingestellt. Den Spitznamen "Kill Bill" trägt Stewart schließlich nicht wegen seines diplomatischen Geschicks.

Tor: Mnich, Nemec; Abwehr: Götz - Länger, Philipp Preto - Maginot, Mapes - Dziambor, Ribarik; Angriff: Gervais - Koch - Nicholls, Della Rovere - Wruck - Valenti, Pierre Preto - Neal - Kirsch, Thiel - Klos - Reisz.

Tore: 1:0 (5.) Maginot, 1:1 (16.) Arniel, 2:1 (21.) Gervais, 2:2 (30.) Reiter, 3:2 (33.) Nicholls, 4:2 (37.) Kirsch, 5:2 (59.) Della Rovere.

Schiedsrichter: Michael Klein, Thorsten Lajoie. Strafminuten: 6/2.

 

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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