Eishockey
Lesezeichen setzen Merken

Falken werfen praktisch schon sicheren Sieg weg

Heilbronn gibt beim Tabellenletzten in Selb eine 3:2-Führung kurz vor Schluss aus der Hand und verliert völlig unnötig mit 3:4. Jeremy Williams leitet mit einer überflüssigen Strafe die Niederlage ein.

Stephan Sonntag
  |  
Falken werfen praktisch schon sicheren Sieg weg
Die Strafzeit gegen Jeremy Williams war der Anfang vom Ende. Foto: Archiv/Veigel

In der Rangliste der unnötigen Niederlagen dürften die Heilbronner Falken eine neue Nummer eins gefunden haben. Am Freitagabend führte das Team von Trainer Jason Morgan beim DEL2-Schlusslicht in Selb bis 89 Sekunden vor dem Ende mit 3:2, nur um innerhalb von 14 Sekunden noch völlig überflüssig mit 3:4 (1:0, 0:2, 2:2) zu verlieren.

"Wir waren im letzten Drittel sicher gut genug, um das Spiel zu gewinnen. Leider wiederholt es sich immer wieder, dass wir schnell zwei Gegentore bekommen", sagte Morgan.

Erstes Spiel für Selb nach 21 Tagen Zwangspause

Beide Teams starteten vorsichtig in die Partie. Die Selber mussten nach 21 Tagen coronabedingter Zwangspause erst einmal wieder Fahrt aufnehmen, die von frühen Gegentoren geplagten Falken konzentrierten sich zunächst einmal auf defensive Stabilität.

Den einzigen Treffer in den ersten 20 Minuten erzielten die Gäste. Nach glänzender Vorarbeit von Stefan Della Rovere traf Justin Kirsch zum schmeichelhaften 1:0 (17. Minute). Die beste Chance der Gastgeber hatte Brock Maschmeyer eingeleitet. Der Falken-Verteidiger riskierte in Unterzahl den Rückpass, statt die Scheibe aus der Gefahrenzone zu bringen. Pascal Aquin verpasste aber den perfekten Pass von Brett Thompson (14.) - Dusel für die Falken.

Zu Beginn des Mitteldrittels war dann das Glück auf Seiten der Gastgeber. Kirsch zielte in der 22. Minute zu perfekt und traf den Pfosten. Die Falken dominierten die ersten Minuten des Mitteldrittels, doch schnell schlich sich ein gefährliches Sicherheitsgefühl ein, das zu Nachlässigkeiten führte. Und die wurden bestraft.

Ein Puckverlust im gegnerischen Drittel führte zu einer Drei-auf-Eins-Situation - und dieses Mal fand der Thompson-Pass in Nick Miglio einen willigen Vollstrecker. Dem 1:1 (28.) ließ der US-Amerikaner drei Minuten später in Überzahl das 2:1 folgen. Sein Schuss saß perfekt im Toreck.

Falken mit Kampfgeist - nur um dann doch noch zu verlieren

Ohne Not plötzlich in Rückstand - die Falken brauchten einige Minuten, um den Schlendrian zu stoppen und den Kampfgeist zu wecken. Der Ausgleich fiel unmittelbar nach Beginn des Schlussdrittels. Judd Blackwater fälschte einen Schuss von Jeremy Williams zum 2:2 ab (41.).

Das war der Startschuss für ein haushoch überlegen geführtes Drittel der Gäste. Läuferisch hatten die Selber dem Heilbronner Forechecking nichts mehr entgegenzusetzen. Dementsprechend fiel das hochverdiente 3:2 durch einen Puckgewinn im gegnerischen Drittel. Della Rovere war der Torschütze (52.).

Bis zur 57. Minute hatten die Falken alles im Griff, waren dem 4:2 nahe. Doch ausgerechnet Goldhelm Williams kassierte hinter dem gegnerischen Tor eine unnötige Strafe. Acht Sekunden vor deren Ablauf glich Steven Deeg zum 3:3 aus (59.). 14 Sekunden später ließen zwei Falken-Verteidiger Miglio passieren und der markierte den Siegtreffer.

Tor: Tiefensee, Mnich; Abwehr: Morrison - Krenzlin, Maschmeyer - Fern, Mapes - Obu; Angriff: Williams - Blackwater - Lautenschlager, Della Rovere - Lambacher - Kirsch, Dunham - Fabricius - Thiel, Volkmann.

Tore: 0:1 (17.) Kirsch, 1:1 (28.) Miglio, 2:1 (31.) Miglio, 2:2 (41.) Blackwater, 2:3 (52.) Della Rovere, 3:3 (59.) Deeg, 4:3 (59.) Miglio.

Schiedsrichter: Stephan Bauer, Jens Steinecke.

Strafminuten: 4/6. Zuschauer: 382.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
  Nach oben