Falken vor Geisterspiel-Premiere gegen Ravensburg

Eishockey  Die Auftakt-Partie zum Get-Ready-Cup gegen die Ravensburg Towerstars soll für die Heilbronner Falken mit Blick auf den anvisierten Saisonstart kein böses Omen sein: Zwar sind die Ränge leer, doch es gibt einen anderen Vorteil.

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Louis Brune und die Falken hätten sich gerne wieder vor ihren Fans präsentiert, doch die Ränge in der Eishalle werden leer bleiben.

Foto: imago-images/Beautiful Sports

Allen schwierigen Umständen zum Trotz betont Michel Zeiter: "Die Freude aufs Spiel überwiegt." Zwei Wochen ist es her, dass die Heilbronner Falken im bisher einzigen Heim-Testspiel die GCK Lions mit 9:3 vom Eis gefegt haben. Am Freitagabend (20 Uhr) sind die Ravensburg Towerstars zum Auftakt des Get-Ready-Cups zu Gast. Es wird die Geisterspiel-Premiere in der Heilbronner Eishalle.

"Alles, was wir nicht beeinflussen können, müssen wir ausblenden", sagt Falkencoach Michel Zeiter, sprich: Die fehlenden Zuschauer dürfen keine Rolle spielen. "Mir tut es aber sehr leid für die Fans", betont der Schweizer.

Die leeren Ränge sind ein Rückschlag

Die leeren Ränge sind mit Blick auf den anvisierten Saisonstart am 6. November natürlich ein Rückschlag. Eigentlich wollten sich die Falken-Verantwortlichen Stück für Stück an ihre zugelassene Maximalauslastung herantasten. Erst wurden jedoch die Pläne für eine Bestuhlung der Stehplatztribüne aus Brandschutzgründen abgelehnt, nun verbietet die "Corona-Verordnung Sport" des Landes Baden-Württemberg wegen des Corona-Inzidenzwerts jenseits der 50 die Anwesenheit von Zuschauern.

Kann vor dem Hintergrund überhaupt noch von einem Saisonvorbereitungsturnier gesprochen werden? "Ich glaube zu 100 Prozent daran, dass die Saison beginnen wird. Sonst bräuchten wir nicht zu arbeiten. Wir müssen alles daran setzen, egal wie mühsam es ist", sagt Zeiter.

Der Gegner spielt nur eine untergeordnete Rolle

Und gearbeitet haben die Falken auch in den vergangenen zwei Wochen. Mit Blick auf die Spiele gegen Ravensburg (am Sonntag um 18.30 Uhr geht es für die Falken zu den Towerstars) erwartet der 46-Jährige, dass "noch schneller und intensiver" agiert werde. "Wir haben gegen die Lions eine gute Leistung gezeigt. Die gilt es nun zu verfeinern." Der Gegner spielt für ihn dabei eine untergeordnete Rolle. "Ich habe mir ein Video angeschaut, aber nur, um optimal vorbereitet zu sein. Wir werden unser Spiel machen", so Zeiter.

Der DEL-2-Meister von 2019 hat erst vor zwei Wochen den Trainingsbetrieb aufgenommen und am vergangenen Wochenende zwei wenig überzeugende Testspiele absolviert. Beim Oberligisten Memmingen gab es ein mühsames 2:1 nach Verlängerung, in Freiburg ging die Truppe von Trainer Rich Chernomaz mit 1:7 unter. "Mir hat da generell noch der Hunger und die Leidenschaft auf dem Eis gefehlt", monierte der 57-Jährige in der "Eishockey News". Die anvisierte Partie am vergangenen Mittwoch bei den Lindau Islanders wurde abgesagt, da der Oberligist in Quarantäne musste. In den Duellen gegen Heilbronn erwartet der Kanadier eine klare Leistungssteigerung seines Teams.

Die Falken haben einen Trainings-Vorsprung

Die Falken trainieren bereits seit zwei Monaten wieder auf Eis, haben in der Hinsicht also einen deutlichen Vorsprung. Außer den noch immer verletzten Michael Knaub und Jan Pavlu hat Zeiter alle Spieler zur Verfügung. Im Tor wird Arno Tiefensee beginnen. Ob es einen ähnlichen Kantersieg wie gegen die Lions geben wird? "Vor dem Resultat steht die Ausführung. Darauf liegt immer unser Fokus. Ist die Ausführung nahezu perfekt, zeigt sich das im Resultat", sagt Zeiter.

Nur die Falken spielen ohne Fans

Die ab Freitag geltenden neuen Corona-Regeln der Stadt Heilbronn haben keine Auswirkungen auf die Sportveranstaltungen. Ob Fußball, Handball oder Reiten - überall gelten die bisherigen Auflagen - Zuschauer bleiben also erlaubt. Lediglich den Falken wird die Landesverordnung zum Profisport zum Verhängnis, der ab einem Inzidenzwert von 35 keine Zuschauer erlaubt.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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