Falken verspielen 2:0-Führung beim Schlusslicht

Eishockey  Gegen die Topteams der DEL 2 spielen die Heilbronner Falken oft beeindruckend mit und punkten sogar regelmäßig. Doch gegen die Kellerkinder lassen die Unterländer zu viel liegen. So auch am Samstag bei den sieben Mal hintereinander sieglosen Nauheimern.

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Falken-Trainer Bill Stewart (Mitte) gibt Anweisungen an sein Team. Foto: Archiv/Veigel

Die Küraufgaben gegen Kassel und Freiburg meisterten die Heilbronner Falken beeindruckend. Doch wie schon so oft in dieser Saison versagte das Team von Trainer Bill Stewart auch am Samstagabend in der Pflicht. Beim sieben Mal in Folge sieglosen Schlusslicht Bad Nauheim unterlagen die Heilbronner nach einer frühen 2:0-Führung verdient mit 3:6 (2:1, 1:3, 0:2).

"Bad Nauheim war heute hungriger, hat die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen und hatte auch den besseren Goalie", sagte Stewart hinterher. "Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben und das ist dann das Ergebnis."

Um Haaresbreite hätten die Falken schon einen Schlafstart hingelegt. Zum Glück war wenigstens Goalie Arno Tiefensee  bereits wach, als James Arniel nach zwölf Sekunden aus guter Position abzog. Obwohl die kalte Dusche ausblieb, hatte die Chance einen Hallo-Wach-Effekt auf die Gäste. 

Effektive Falken - zwei Tore aus sechs Schüssen im ersten Drittel

Es ging zwar temporeich hin und her, aber die Falken waren deutlich effektiver. Aus lediglich sechs Torschüssen erzielten sie zwei Treffer. Wie schon häufig in dieser Saison in Form eines Doppelpacks innerhalb von 21 Sekunden. Erst setzte Dylan Wruck in einer Zwei-auf-Eins-Situation Yannik Valenti perfekt in Szene, so dass der 20-Jährige die Scheibe nur noch ins leere Tor schießen musste (8. Minute). Davis Koch nutzte einen bösen Fehlpass von Matt Richardson in der neutralen Zone zum 2:0 (9.).

So agiert ein Top-Team auswärts. Dass die Falken kein Top-Team sind, wurde aber sehr bald deutlich. Die Nauheimer verkürzten durch Ex-Falke Frédérik Cabana schnell und sehenswert auf 1:2 (10.). In der ersten Überzahl scheiterte Tomas Schmidt am Pfosten. Trotz 16 Schüssen im ersten Drittel blieb es aber bei dem einen Treffer für die Gastgeber.

Falken gegen das Momentum aus der Hand

Im Mitteldrittel gaben die Falken das Momentum dann gänzlich aus der Hand. Nach einem Scheibenverlust von Valenti markierte Christoph Körner den verdienten Ausgleich (24.). Das Engangement der Nauheimer brachte auch das Glück zurück ins Colonel-Knight-Stadion. Kevin Maginot fälschte einen Schuss aus spitzem Winkel von Cason Hohmann unhaltbar für Tiefensee zum 3:2 ab (30.). Dann kam Matt Neal zu spät gegen James Arniel, der den völlig blank stehenden Körner im Slot fand. Der 23-Jährige bedankte sich für die glänzende Vorarbeit mit seinem zweiten Treffer des Abends zum 4:2 (36.).

Stewart reagierte in bekannter Manier, nahm Tiefensee vom Eis und beorderte Florian Mnich zwischen die Pfosten. Der bekam auch sofort gut zu tun, das 5:2 lag in der Luft. Doch dank eines brillanten Konters der ersten Sturmreihe gingen die Falken mit nur einem Tor Rückstand ins Schlussdrittel. Die Kombination zum 3:4 (39.) hat auf jeden Fall das Potenzial zum Tor des Monats. Valenti durfte sie vollenden.

Schiedsrichter schicken den falschen Falken auf die Strafbank

Also noch alles drin für die Gäste im Schlussdrittel. Die Falken zeigten auch gleich, dass sie gewillt waren, die Partie wieder zu drehen und versuchten sofort Druck aufzubauen. Die Bemühungen wurden jedoch jäh durch eine Strafe gebremst. Brock Maschmeyer erwischte Cabana unglücklich mit dem Schläger im Gesicht. Die Schiedsrichter hatten es zwar nicht gesehen, schickten nach Nauheimer Protesten aber sicherheitshalber mal Arkadiusz Dziambor mit zwei plus zwei Minuten vom Eis (43.).

In Unterzahl hatte Justin Kirsch das 3:4 auf dem Schläger. Sein Mordsschuss ging aber nur an den Pfosten (44.). Die restlichen drei Minuten mit einem Mann weniger auf dem Eis überstanden die Falken recht problemlos. Das Penaltykilling wird immer mehr zu einer absoluten Stärke des Teams.

Jedenfalls bis kurz vor Schluss. Zehn Sekunden musste Brock Maschmeyer noch draußen sitzen, dann hätten die Falken noch knapp zwei Minuten in Gleichzahl gehabt, um das 4:4 zu erzielen. Sie gewannen auch die Scheibe im eigenen Drittel, sofort stürmte alles nach vorne. Doch Kelsey Tessier fing den langen Pass in die Spitze ab, bediente Cabana und der entschied mit seinem zweiten Treffer des Abends zum 5:3 die Partie (58.). Körner legte noch ein Empty-Net-Goal zum 6:3 nach (59.). 

Tor: Tiefensee, Mnich; Abwehr: Götz - Philipp Preto, Maginot - Mapes, Maschmeyer - Dziambor, Länger; Angriff: Valenti - Wruck - Gervais, Della Rovere - Koch - Nicholls, Kirsch - Neal - Pierre Preto, Ribarik - Reisz - Thiel.

Tore: 0:1 (8.) Valenti, 0:2 (9.) Koch, 1:2 (10.) Cabana, 2:2 (24.) Körner, 3:2 (30.) Hohmann, 4:2 (36.) Körner, 4:3 (39.) Valenti, 5:3 (58.) Cabana, 6:3 (59.) Körner

Schiedsrichter: Fynn-Marek Falten, Seedo Janssen

Strafminuten: 6/14.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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