Falken verlieren Kellerduell gegen Kaufbeuren klar

Eishockey  Heilbronn verliert im Spiel am Dienstagabend nach kurzer Führung früh den Faden und geht mit 3:6 baden. Eine gruselige Leistung des Tabellenletzten.

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Anfangs war alles noch in Ordnung: Heilbronn diktierte das Spiel, Bryce Gervais (nicht im Bild) erzielte das 1:0. Doch die Falken verloren schnell den Faden.

Foto: Mario Berger

Nach zwei starken Auftritten gegen zwei Topmannschaften haben die Heilbronner Falken am Dienstagabend ihr anderes Gesicht gezeigt. Im Kellerduell gegen Kaufbeuren verloren die Unterländer nach einer am Ende gruseligen Leistung völlig verdient mit 3:6 (1:2, 2:3, 0:1) und kleben weiter am Tabellenende der DEL 2 fest. Dabei standen die Vorzeichen nicht schlecht - und auch der Beginn war vielversprechend. Als der Zug dann an Fahrt aufnahm, waren die Falken nicht mehr an Bord.

Die Ostallgäuer kamen mit einem Rucksack voller Problemen ins Unterland: In sieben Spielen im neuen Jahr brachte das Team vom Trainer Robin Pallin bisher nur magere fünf Punkte zustande - und rutschte am Sonntag auf den vorletzten Platz ab. Nur drei Punkte vor den Falken, die ihre Chance witterten, in der Tabelle am direkten Konkurrenten vorbeizuziehen. Das Momentum lag aufseiten der Falken, die im Gegensatz zu Kaufbeuren zu Jahresbeginn in die Erfolgsspur gefunden haben. "Wir sind auf den Zug aufgesprungen, verfolgen den Weg konsequent weiter", gab Trainer Michel Zeiter die Richtung vor dem Duell vor.

Frühe Führung durch Bryce Gervais

Und seine Spieler folgten, waren zu Beginn das klar aktivere Team - und setzten Kaufbeuren richtig unter Druck. Nach ein, zwei harmlosen Versuchen setzte Simon Thiel aus nächster Nähe mal die erste Duftmarke (3. Minute), scheiterte jedoch an Maximilian Meier. Der junge Torhüter der Gäste war gleich im Fokus des Geschehens und im Vergleich zu seinen Vorderleuten von Beginn an auf der Höhe. Vom ESV kam minutenlang nichts. Das 1:0 war dann auch überfällig, als Bryce Gervais die erste Überzahl der Heilbronner zum Führungstreffer nutzte (5.). Gerade einmal 14 Sekunden hatte das gedauert und war über Dylan Wruck und Kevin Maginot auch noch fein herausgespielt.

Alles im Lot für die Gastgeber, die das Momentum nutzten. Hätte Matt Neal kurz darauf seine Großchance genutzt, hätte der Abend für die Falken einen entspannten Verlauf nehmen können. Es kam jedoch anders. Selbstverschuldet. Denn die Falken leisteten sich den Luxus, kurz nacheinander zwei Strafen zu kassieren. Ohne Not. Und die Allgäuer? Sagten brav danke. John Lammers traf zum 1:1, was in doppelter Überzahl natürlich ein Klacks war. Auch das dauerte nur 17 Sekunden. Es reichte aber aus, dass die Falken den Faden verloren. Minutenlang kam nichts Produktives mehr von den Gastgebern.

Lapsus kurz vor dem Drittelende

Doch damit nicht genug: Sie leisteten sich noch einen Lapsus, öffneten kurz vor Drittelende das Tor für Kaufbeuren weit: Philipp Krauß hatte ebenfalls leichtes Spiel und musste nur ins leere Tor einschieben.

Jetzt wurde es schwer - vor allem mental. Und es war den Falken auch anzumerken. Die Gäste wirkten nun frischer und diktierten das Spiel, allerdings ohne zu glänzen. Heilbronn brachte selbst bei doppelter Überzahl knapp zwei Minuten lang nichts zustande, spielte einen Fehlpass nach dem anderen. Die Strafe folgte in der 31. Minute, als Sören Sturm in einfacher Überzahl aus dem Rückraum zum 3:1 traf.

Aron Reisz mit seinem ersten Tor für die Falken

Zum Glück für die Falken: Sie bekamen noch einmal eine neue Chance. Noch einmal durften sie eine Minute lang in doppelter Überzahl ran. Diesmal sprangen sie auf den richtige Zug auf. Aron Reisz verkürzte mit seinem ersten Treffer für Heilbronn zum 2:3 (34.), kurz darauf machte Justin Kirsch den Doppelschlag perfekt und erzielte mit sattem Schlagschuss das 3:3. Alles wieder offen? Von wegen.

Heilbronn spielte weiter fahrig, verlor wichtige Zweikämpfe und ließ sich den Schneid abkaufen. Die Folge: das 3:4 für Kaufbeuren durch Tyler Spurgeon (37.). Natürlich wieder in doppelter Überzahl. Und noch immer hatten die Ostallgäuer nicht genug: Krauß traf mit seinem Schuss vorbei an allen noch zum 5:3 (39.). In diesem Spiel die Vorentscheidung, weil die Falken nicht den Eindruck erweckten, als würden sie noch einmal zurückkommen können.

Selbst im Powerplay lief nichts zusammen

Der Zug war abgefahren, spätestens mit dem 3:6 durch Max Lukes, das im Schlussabschnitt nicht lange auf sich warten ließ. Kevin Maginot verlor unnötig die Scheibe, Kaufbeuren ließ sich nicht zwei Mal bitten und machte den Sack zu (43.). Heilbronn wollte zwar noch, allein es fehlten an diesem Abend die Mittel. Selbst im Powerplay lief nichts mehr zusammen. Eine verdiente Pleite.


Tor: Nemec, Tiefensee. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Maschmeyer - Pavlu; Mapes - Maginot. Angriff: Pierre Preto - Wruck - Gervais; Kirsch - Neal - Nicholls, Ribarik - Reisz - Thiel; Knaub. Tore: 1:0 (5.) Gervais, 1:1 (9.) Lammers, 1:2 (18.) Krauß, 1:3 (31.) Sturm, 2:3 (34.) Reisz, 3:3 (35.) Kirsch, 3:4 (37.) Spurgeon, 3:5 (39.) Krauß, 3:6 (43.) Lukes. Strafminuten: 10/16. Schiedsrichter: Lukas Kohlmüller, Martin Holzer. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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