Falken-Trainer Morgan wehrt sich gegen Vorwürfe

Eishockey  Da war keine Verletzungsabsicht der Heilbronner Cracks gegen Spieler der Tölzer Löwen, betont der DEL-2-Coach. Zum nächsten Heimspiel empfangen die Falken am Dienstagabend den ESV Kaufbeuren.

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Als "lächerlich" bezeichnete Jason Morgan die Vorwürfe seines Trainerkollegen Kevin Gaudet, die Falken hätten gezielt Tölzer Spieler verletzen wollen. Foto: Archiv/Veigel

Eistraining für die jungen Spieler, aktive Regeneration für die älteren, Arztkonsultationen, Essensplanung - am Morgen nach der ärgerlichen Niederlage in Bad Tölz herrschte schon wieder Alltag bei den Heilbronner Falken. Schließlich wartet am Dienstagabend (20 Uhr) bereits die nächste Aufgabe: das Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren.

"Ein bisschen müde", beschrieb Falken-Coach Jason Morgan seinen Gemütszustand. Erst spät in der Nacht war das Team zurückgekommen. Ohne Punkte im Gepäck, aber mit ordentlich Wut im Bauch. Beim 2:3 in Oberbayern war viel gegen die Falken gelaufen, teils selbst verschuldet, teils ohne aktives Zutun.

Morgan ist zwar ein Schrank von einem Mann, aber grundsätzlich ein Ruhepol. Was ihn sichtlich ärgerte, war der Vorwurf von Löwen-Coach Kevin Gaudet, seine Spieler hätten gezielt versucht, die Tölzer zu verletzen. "So schmutzige Checks habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich weiß nicht, ob das der Plan der Falken war. Keine Ahnung", hatte Gaudet mit Blick auf die Aktionen von Noah Dunham und Brock Maschmeyer gesagt, die jeweils mit einer großen Strafe und im Fall Maschmeyers zusätzlich mit einer Matchstrafe geahndet wurden.

Jason Morgan hatte während der Pressekonferenz keine Möglichkeit etwas zu erwidern, da Gaudet sein Statement auf Deutsch gab und der Moderator Simon Rentel nicht übersetzte.

Maschmeyer für zwei Spiele gesperrt

"Das ist lächerlich", sagte Morgan am Montag. "Ich würde meine Spieler niemals mit einer solchen Botschaft aufs Eis schicken." Böse Absicht habe in beiden Situationen nicht vorgelegen, die Entscheidungen der Schiedsrichter seien zwar nicht unzweifelhaft, aber akzeptabel. Dass auf der anderen Seite ein Stockschlag von Ex-Falke Marcus Götz gegen Karl Fabricius ungeahndet blieb, dafür hatte Morgan allerdings kein Verständnis. Der 39-jährige Schwede musste an der Lippe genäht und auch ein Zahn musste am Montagmorgen instand gesetzt werden.

"Karl ist ein harter Junge, er kann gegen Kaufbeuren spielen", sagte Morgan. Sicher nicht spielen wird Maschmeyer. "Ich rechne damit, dass er für mindestens zwei Spiele gesperrt werden wird", vermutete Morgan. Genau dieses Strafmaß verhängte der Disziplinarausschuss am Montagabend. Ob Philipp Preto für die Partie gegen den ESV von den Adlern Mannheim zurückkehrt, stand am Montag noch nicht fest. Die Adler spielen am Mittwoch (19 Uhr) in der Champions Hockey League gegen Lausanne. Für diese Partie hat der Kooperationspartner Goalie Florian Mnich zurückbeordert, so dass gegen Kaufbeuren Arno Tiefensee das Falken-Tor hüten wird.

Neuer Trainer beim ESVK

Der noch sieglose Tabellenletzte aus dem Allgäu präsentierte am Montag seinen neuen Trainer. Nachdem Rob Pallin vergangene Woche aus persönlichen Gründen überraschend seinen Rücktritt verkündet hatte, wird nun Tray Tuomie gegen die Falken sein Debüt feiern. Der 53-Jährige hatte die vergangen fünf Jahre bei den Augsburg Panthers gearbeitet, zunächst als Assistent vom letztjährigen Interims-Falkentrainer Bill Stewart, die vergangenen beiden Saisons als Chefcoach.

"Er war von Anfang an unser Wunschkandidat und wir sind froh, dass wir ihn vom ESVK überzeugen konnten. Er übernimmt eine intakte Mannschaft, die den Willen hat, hart zu arbeiten und erfolgreich zu sein", sagte ESVK-Geschäftsführer Michael Kreitl.

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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