Beim Falken-Testspiel passen auch die Laufwege bei den Zuschauern

Eishockey  Beim klaren 9:3 der Heilbronner Falken im Trainingsspiel gegen den Schweizer Zweitligisten GCK Lions stimmen die Abläufe. Sowohl auf dem Feld als auch auf den Rängen mit den rund 400 Zuschauern.

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Rückkehr der Falken-Fans mit Abstand und nur im Sitzen: Das Testspiel der Heilbronner Falken gegen Zürich war auch ein Testlauf in Sachen Publikum.

Foto: Ralf Seidel

Die neue Wirklichkeit ist anders. Auch im Heilbronner Eisstadion. Keine langen Schlangen, wenige Menschen vor dem Stadion, alles in geordneten Bahnen. Alles auf Abstand. Der Rahmen für das erste Vorbereitungsspiel der Heilbronner Falken am Freitagabend in eigener Halle hatte mit dem von früher wenig zu tun. Es wurde aber gespielt. Immerhin. Das Spiel: Es ist dasselbe geblieben. Auch nach 208 Tagen ohne Eishockey in Heilbronn. Und: Die Falken spielten gut, gewannen verdient gegen den Schweizer Zweitligisten GCK Lions mit 9:3 (4:2, 2:0, 3:1).

Das Spiel gegen die Lions war unter vielen Gesichtspunkten eine Premiere: Es war das erste Testspiel der neuen Saison in Heilbronn, das erste Spiel nach der langen Pause, die Premiere von Trainer Michel Zeiter und Geschäftsführer Stefan Rapp in eigener Halle. Und ein Spiel unter besonderer Beobachtung: Im Stadion waren auch Vertreter der örtlichen Behörden, um sich angesichts der strengen Hygienevorgaben ein Bild von der Szenerie zu machen. "Es ist gewissermaßen ein Testlauf für alle Beteiligten", sagte Rapp vor der Partie, zu der erstmal nur 500 Zuschauer zugelassen waren.

Die Falken tasten sich langsam heran

"Wir wollen uns sukzessive an die maximale Auslastung annähern", erklärt Rapp, warum der Club nicht sofort auf die 1000 erlaubten Zuschauer gegangen war. Diese Vorsicht hatte sich im Vorfeld ausgezahlt, als am Mittwoch die Nachricht eintraf, dass keine Stehplätze erlaubt sind. "Das binnen 48 Stunden umzusetzen, war eine Herausforderung, die natürlich Nerven gekostet hat", sagt Rapp. So waren die Stehplätze notdürftig mit Sitzkissen ausgestattet worden. Einmalig. Zwar werden laut Landesverordnung wohl bis Ende Januar keine Stehplätze erlaubt sein, im nächsten Heimspiel aber sollen die umgewandelten Plätze anders aussehen.

Rapp wollte dann auch das Positive sehen: "Wir sind in der glücklichen Lage, spielen zu können", sagte er und freute sich nach langer Zeit wieder auf ein Profispiel. Genau wie der Kooperationspartner aus Mannheim: Die Adler waren mit einer Delegation um Sportdirektor Jan-Axel Alavaara in Heilbronn. "Die sind alle heiß darauf, endlich wieder ein Eishockey-Spiel zu sehen", sagte Rapp.

Heiß waren die Falken auch: aufs Spielen. Vollgas hieß die Devise von Beginn an. Damit kamen die Gäste gar nicht zurecht, liefen den flinken Falken nur hinterher. Und bald auch einem Rückstand. Im Powerplay traf Yannik Valenti wie üblich (7.), Brock Maschmeyer (10.) und Valentino Klos (17.) schraubten das Ergebnis auf 3:0. Bis zur 15. Minute hatten die Schweizer nicht einen Abschluss zustande gebracht, trafen in Überzahl dann aber zwei Mal kurz nacheinander (18./19.). Dylan Wruck erzielte noch das 4:2 (20.).

Zu viele Falken-Strafen, sonst wäre es zweistellig geworden

Im zweiten Drittel stellte Tim Miller in Überzahl den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Die Falken: Sie spielten weiter sehr gefällig, kombinierten erstaunlich gut. Die Konsequenz: Das 6:2 durch Matthew Neal wieder in Überzahl. Einziges Manko: Die Falken kassierten zu viele Strafen, hätten sonst noch klarer gewonnen als ohnehin beim 9:3. Ansonsten sah das aber schon gut aus, auf dem Eis und auf den Rängen. Die Verantwortlichen haben gute Arbeit geleistet, die Fans gut mitgespielt.


Tor: Nemec, Tiefensee. Abwehr: Mapes - Maginot, Götz - Brady, Maschmeyer - Wirth, Phi. Preto - Elias. Angriff: Preto - Miller - Brune, Koch - Wruck - Gervais, Della Rovere - Neal - Kirsch, Schumacher - Klos - Valenti.

Tore: 1:0 (7.) Valenti, 2:0 (10.) Maschmeyer, 3:0 (17.) Klos. 3:1 (18.) Suter, 3:2 (19.) Hayes, 4:2 (20.) Wruck. 5:2 (25.) Miller, 6:2 (34.) Neal, 6:3 (48.) Benson, 7:3 (49.) Schumacher, 8:3 (56.) Wruck, 9:3 (58.) Götz.

Strafminuten: 26/22.

Schiedsrichter: Sascha Westrich, Martin Holzer. Zuschauer: 408.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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