Falken machen aus 1:3 innerhalb von knapp sechs Minuten ein 6:3

Eishockey  7:3-Erfolg der Heilbronner beim EHC Freiburg: Justin Kirsch trifft doppelt, Luke Volkmann erzielt sein erstes DEL2-Tor. Es ist der erste Dreier auf fremdem Eis für die Falken.

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Durfte sich über sein erstes DEL2-Tor freuen: Luke Volkmann.

Foto: Archiv/mars

Guter Aufgalopp für die Falken ins Wochenende: Gegen den EHC Freiburg gelang am Freitagabend ein deutlicher 7:3 (1:1, 5:2, 1:0)-Auswärtserfolg und damit der erste Dreier auf fremdem Eis in dieser Saison. Im verrückten Mitteldrittel drehten die Heilbronner einen 1:3-Rückstand innerhalb von knapp sechs Minuten in eine 6:3-Führung.

Morgan lobt seine vierte Reihe

"Großes Lob an unsere jungen Spieler. Die vierte Reihe hat heute einen sehr guten Job gemacht", sagte Trainer Jason Morgan. Die Falken waren wie schon am Sonntag in Kaufbeuren von Beginn an hellwach - und effektiv. Ihr erstes Powerplay nutzten sie zur frühen Führung. Justin Kirsch leitete den Angriff selbst ein und vollendete ihn schließlich auch zum 1:0. Teamkollege Jeremy Williams und EHC-Goalie Patrik Cerveny halfen mit.

Dank ihres guten Forecheckings stoppten die Gäste die Angriffsversuche der Breisgauer oft schon in deren Drittel. Allerdings war das Passspiel auf beiden Seiten ausbaufähig, so dass klare Chancen selten waren. Ab der zehnten Minute wurde Freiburg langsam stärker. Der Ausgleich fiel dennoch aus dem Nichts. Ein genialer Moment von Marc Wittfoth genügte. Sein kluger Rückhandpass vors Tor verwandelte Lennart Otten zum 1:1 (18.).

Völlig verrücktes Mitteldrittel

Es folgte ein verrücktes Mitteldrittel. Erst wurden die Gäste für ihr arg sorgloses Defensivspiel bestraft. Erst wirbelte David Makuzki die Falken-Abwehr durcheinander, wodurch Nikolas Linsenmaier freie Bahn fürs 2:1 hatte (25.). Eine gute Minute später bekam Sofiene Bräuner gleich drei Mal die Einschusschance, der dritte Abschluss saß zum 3:1 (26.). Rätselhaft war, warum kein Gästespieler mehr Zweikämpfe führen wollte.

Dank zweier Strafen gegen den EHC kam Heilbronn aber überraschend schnell zurück. Im dritten Powerplay gelang Kenney Morrison mit einem satten Schuss von der blauen Linie der zweite Überzahltreffer des Abends zum 2:3-Anschluss (32.). In den folgenden 5:46 Minuten legten die Falken im Minutentakt noch vier weitere Treffer nach.

Kirsch schloss einen schnellen Gegenangriff mit seiner großartigen Schusstechnik zum 3:3-Ausgleich ab (32.). Dann erzielte der in dieser Woche bis Saisonende verpflichtete Luke Volkmann sein erstes DEL2-Tor zur 4:3-Führung (34.). Goldhelm Williams sicherte den Puck für den Youngster. Julian Lautenschläger mit einem famosen Solo und Noah Dunham legten in der 35. und 36. Minute das 5:3 und 6:3 nach.

Freiburger Gegenmaßnahmen verpuffen wirkungslos

EHC-Coach Robert Hoffmann hatte bereits nach dem 3:4 eine Auszeit genommen, die ebenso wirkungslos verpuffte wie der Torwartwechsel nach dem 3:5. Kaum auf dem Eis kassierte Luis Benzing das 3:6. Der Schlusspunkt unter das verrückteste Drittel der bisherigen Saison mit insgesamt neun Treffern.

Im Schlussdrittel wurde es noch einmal kritisch, als Morrison eine große Strafe erhielt und die Falken fünf Minuten in Unterzahl überstehen mussten. Das spielten sie stark und zogen in der Phase sogar noch zwei Strafen des Gegners. Früh brachten die Freiburger einen sechsten Spieler für den Goalie - und wurden bestraft. Simon Thiel traf zum 7:3 ins leere Gehäuse (55.). Die Entscheidung.


Tor: Mnich, Tiefensee; Abwehr: Mapes - Morrison, Maschmeyer - Bender, Krenzlin - Obu; Angriff: Della Rovere - Blackwater - Williams, Lautenschlager - Lambacher - Kirsch, Tosto - Fabricius - Thiel, Dunham - Volkmann.

Tore: 0:1 (5.) Kirsch, 1:1 (18.) Otten, 2:1 (25.) Linsenmaier, 3:1 (26.) Bräuner, 3:2 (31.) Morrison, 3:3 (32.) Kirsch, 3:4 (34.) Volkmann, 3:5 (35.) Lautenschläger, 3:6 (36.) Dunham, 3:7 (55.) Thiel

Schiedsrichter: Aleksander Polaczek, Sascha Westrich

Strafminuten: 12/11. Zuschauer: 1836.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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