Falken immer weniger bereit für den Saisonstart

Eishockey  Die 3:7-Heimniederlage gegen den ESV Kaufbeuren ist für den DEL2-Ligisten die dritte Niederlage in Folge im Get-Ready-Cup. Die Heilbronner kassieren 18 Gegentore in den vergangenen drei Spielen.

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Haben gegen den ESV Kaufbeuren am Sonntagabend nicht besonders effizient agiert: Die Heilbronner Falken mit Stefan Della Rovere (links).

Foto: Mario Berger

Je länger der Get-Ready-Cup läuft, desto weniger scheinen die Heilbronner Falken tatsächlich bereit für den Saisonstart in der DEL 2. Nach den Niederlagen in Ravensburg und Bietigheim, verlor das Team von Trainer Michel Zeiter am Sonntag auch auf dem heimischem Eis mit 3:7 (1:1, 0:4, 2:2) gegen den ESV Kaufbeuren.

Pavlu ist wieder mit dabei

Ohne den leicht angeschlagenen Brock Maschmeyer, dafür aber mit dem wiedergenesenen Jan Pavlu in der Verteidigung, war das Beste am ersten Drittel aus Sicht der Falken der Spielstand von 1:1 - schmeichelhaft für die Gastgeber. Denn die Gäste aus dem Allgäu waren die klar überlegene Mannschaft, dominierten über weite Strecken das Geschehen auf dem Eis, scheiterten jedoch Mal um Mal am stärksten Falken: Torhüter Matthias Nemec.

Die übrigen Heilbronner waren ähnlich von der Rolle wie in der Schlussphase des Derbys in Bietigheim. Am Freitag hatten die Falken dort nach 5:2-Führung noch mit 5:6 in der Verlängerung verloren.

Zu viele Ungenauigkeiten

Viele ungenaue Pässe und zu wenig Bewegung hemmten das Aufbauspiel. Zudem machten die Kaufbeurer die neutrale Zone zu ihrem vorgeschobenen Verteidigungsdrittel, durch das es kaum ein Durchkommen gab. Egal wohin die Falken auch zu passen versuchten, ein Gästespieler war schon zur Stelle. Die Folge waren viele Befreiungsschläge, die als Icing abgepfiffen postwendend wieder als Bully vor dem eigenen Tor zurückkamen. Den besten Angriff der Heilbronner leitete Davis Koch mit einem klugen Pass ein, Justin Kirsch verwandelte im Nachsetzen zur 1:0-Führung (8. Minute). Sami Blomqvist glich in der 14. Minute hochverdient zum 1:1 (14.) aus.

Im zweiten Drittel passte sich der Spielstand zusehends dem unveränderten Spielgeschehen auf dem Eis an. Nationalspieler Patrick Reimer - Leihgabe aus Nürnberg bis zum DEL-Start - markierte schnell das 2:1 (23.). Als sich die Falken ansatzweise zu fangen schienen und auch mal die Zweikämpfe annahmen, fiel das 3:1. Der 20-jährige Tobias Echtler erzielte sein erstes Tor für den ESV und steckte gleich mal den Puck ein.

Zeitlers Umstellung schafft Verwirrung

Falkentrainer Michel Zeiter reagierte, stellte die Sturmreihen um, doch das sorgte eher für noch mehr Irrungen und Wirrungen auf dem Eis. Ein simpler Konter über Reimer führte zum 4:1 durch Tyler Spurgeon (36.). Drei Minuten später spazierte Jan Bednar durchs FalkenDrittel. Als der Verteidiger eine schöne zentrale Position gefunden hatte, knallte er den Puck zum 5:1 in die Maschen (39.).

Immerhin ließen sich die Gastgeber an diesem äußerst gebrauchten Sonntag nicht abschießen. Nicht zufällig waren es die Aktivposten Florian Elias und Dylan Wruck, die in Unterzahl fürs 2:5 (47.) sorgten. In den Schlussminuten spielten die Falken noch ein bisschen Open Hockey, wodurch noch drei weitere Treffer zum Endstand fielen.


Tor: Nemec, Tiefensee; Abwehr: Maginot - Mapes, Maschmeyer - Wirth, Pavlu - Philipp Preto, Brady - Götz, Wirth; Angriff: Koch - Miller - Kirsch, Valenti - Neal - Della Rovere, Elias - Wruck - Pierre Preto, Klos - Brune - Schumacher.

Tore: 1:0 (8.). Kirsch, 1:1 (14.) Blomqvist, 1:2 (23.) Reimer, 1:3 (30.) Echtler, 1:4 (36.) Spurgeon, 1:5 (39.) Bednar, 2:5 (47.) Wruck, 2:6 (56.) Blomqvist, 3:6 (57.) Kirsch, 3:7 (59.) Gracel

Schiedsrichter: Carsten Lenhard, Aleksander Polaczek. Strafminuten: 6/6.

Zuschauer: 250.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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