Heilbronner Falken gewinnen verrücktes Spiel

Eishockey  Beim Tabellenzweiten Bad Tölz gelingt den Heilbronner Falken im zweiten Drittel alles: 7:2 führte das Team von Bill Stewart nach 40 Minuten. Doch der Tabellenzweite kam noch einmal zurück, machte es spannend.

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Dylan Wruck glänzte in Bad Tölz einmal mehr: Der Topscorer der Heilbronner Falken steuerte beim 7:6 gegen die Löwen zwei Treffer und zwei Torvorlagen zum wichtigen Sieg seines Teams bei.

Foto: Andreas Veigel

Die Mini-Serie der Heilbronner Falken hat auch in Bad Tölz gehalten: In einem kuriosen Spiel beim Tabellenzweiten fuhr das Team von Bill Stewart mit 7:6 (2:2, 5:0, 0:4) seinen dritten Sieg in Serie ein und bleibt damit als Zehnter der DEL 2 in Sichtweite zu den Playoffs. Ein starkes Powerplay und die gnadenlose Effizienz im zweiten Drittel waren der Schlüssel zum Erfolg. Der geriet im Schlussabschnitt allerdings noch einmal richtig in Gefahr, als Tölz aufdrehte und wieder heran kam. "Das war nah am Herzinfarkt", sagte Stewart.

Der Trainer schenkte im Tor Florian Mnich erneut das Vertrauen, als Backup rückte Matthias Nemec wieder in den Kader. Interessant waren auch die Veränderungen in der Verteidigung: Stewart bildete mit Corey Mapes und Kevin Maginot ein erfahrenes Duo - beide hatten bisher einen jungen Verteidiger an der Seite gehabt. Der Kanadier, der im Sturm auf Josh Nicholls verzichten musste, stärkte damit seine Top-Reihe.

Bad Tölz geht in Unterzahl in Führung

Beide Teams ließen zunächst nichts zu, das änderte sich mit der ersten Strafe gegen Tölz. Allerdings nicht wie erhofft: Statt der Falken gingen die Gastgeber in Führung, sie schlossen einen Konter in der dritten Minute über Marco Pfleger stark ab. Nutznießer des feinen Zuspiels war Max French. Aber die Falken hatten weiter Überzahl, antworteten prompt: Justin Kirsch profitierte dabei davon, dass sein harter Pass abgefälscht wurde und zum 1:1 im Netz landete (4.). Lukas Ribarik vergab kurz darauf die Führung, als er die Scheibe aus nächster Nähe über das Tor setzte (4.).

Ein guter Auftakt. Trotzdem. Und das Spiel blieb flott, ausgeglichen, es ging hin und her. Die Falken spielten gut mit beim Tabellenzweiten, der in den letzten fünf Spielen immerhin 13 Punkte geholt hatte. Aber ein Unterschied war im Fünf-gegen-fünf nicht erkennbar. Als wieder ein Tölzer auf der Strafbank saß, nutzten die Gäste die Gunst der Stunde: Dylan Wruck besorgte die Führung. Der Stürmer der Falken kam mit Tempo über die linke Seite in das Angriffsdrittel und hielt aus spitzem Winkel einfach mal drauf. Er wurde für seinen Mut belohnt: Die Scheibe rutschte Maximilian Franzreb im Kasten zum 2:1 durch die Hosenträger (16.).

Heilbronn bleibt seiner Überzahl-Linie treu

Dabei blieb es aber nicht, Lubor Dibelka stellte auf 2:2 (18.). Er kam mit Speed aus dem eigenen Drittel angerauscht, überlief Mapes, schloss trocken ab. Immerhin: Heilbronn nahm eine Überzahl mit ins zweite Drittel. Das war wichtig. Denn das Team blieb seiner Linie treu, erzielte im dritten Powerplay den dritten Treffer. Yannik Valenti hatte das Glück, dass Franzreb der Puck über den Handschuh ins Tor rutschte (21.). Den Falken durfte es freilich herzlich egal sein. Von der abermaligen Führung beflügelt, setzten sie zu einem furiosen Lauf an, ließen vier Treffer folgen, führten zur zweiten Pause mit 7:2.

Überragend dabei: Dylan Wruck. Der Falken-Topscorer besorgte das 4:2 mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck selber (28.) und legte später das 6:2 mit einem feinen Pass auf Valenti auf (33.). In der Zwischenzeit hatte Davis Koch für das 5:2 (31.) gesorgt. Am Ende einer Unterzahl, die die Falken famos spielten, stahl sich Stefan Della Rovere davon, scheiterte aber an Franzreb. Doch der Puck war frei, der heranrauschende Koch drückte das Spielgerät über die Torlinie. Es war zugleich das Arbeitsende von Franzreb.

Im zweiten Drittel gelingt den Falken alles

Für ihn kam Henrik Huwer, der beim 2:6 gleich geschlagen war. Als nur noch 19 Sekunden im Drittel zu spielen waren, legte Aron Reisz mit einem abgefälschten Schuss das 7:2 nach. 18:7 Schüsse, 5:0 Tore im zweiten Drittel: Es gelang alles. Da durfte eigentlich nichts mehr schief gehen. Oder? Die Tölzer waren an der Ehre gepackt, wehrten sich heftig.

Mit Erfolg: Bis zur 45. Minute trafen sie drei Mal, verkürzten durch French (42.), Manuel Edfelder (44.) und Pfleger (45.) auf 5:7. Die Falken waren von der Rolle, da half auch die Auszeit von Stewart nach dem 4:7 nur bedingt. Die Gastgeber stressten die Falken in einer Endlosschleife. Und kurz vor Schluss gelang tatsächlich noch das 6:7 - erneut durch French. Tölz riskierte alles, doch die Falken retteten den Sieg.

Tor: Mnich, Nemec. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Mapes - Maginot, Länger - Dziambor. Knaub. Angriff: Gervais - Koch - Kirsch, Valenti - Wruck - Della Rovere, Pierre Preto - Neal - Reisz, Ribarik - Klos - Thiel. Tore: 1:0 (3.) French, 1:1 (4.) Kirsch, 1:2 (16.) Wruck, 2:2 (19.) Dibelka, 2:3 (21.) Valenti, 2:4 (28.) Wruck, 2:5 (31.) Koch, 2:6 (33.) Valenti, 2:7 (40.) Reisz, 3:7 (42.) French, 4:7 (44.) Edfelder, 5:7 (45.) Pfleger, 6:7 (59.) French. Strafminuten: 10/2. Schiedsrichter: Patrick Altmann, Markus Schütz. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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