Falken geben die Rote Laterne ab

Eishockey  Beim 4:1 gegen die Lausitzer Füchse gewinnen die Heilbronner Falken auch das vierte DEL2-Spiel im neuen Jahr und sind nun Vorletzter. Außerdem scheint ein Neuzugang im Anflug zu sein.

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Der Eindruck täuscht: Tim Miller (M) und seine Falken ließen sich von den Lausitzer Füchsen nicht aushebeln, gewannen ihr viertes Spiel in Folge.

Foto: Andreas Veigel

Die Heilbronner Falken eilen 2021 von Sieg zu Sieg: Beim 4:1 (2:0, 0:0, 2:1) gegen die Lausitzer Füchse fuhr das Team von Trainer Michel Zeiter am Dienstagabend im vierten Spiel des Jahres den vierten Erfolg ein und hat die Rote Laterne des Tabellenletzten der DEL 2 abgegeben. Garant für den Sieg war wie bereits am Sonntag gegen Crimmitschau der Torhüter der Falken, der diesmal aber nicht Matthias Nemec hieß.

Tiefensee steht dieses Mal im Tor

Zeiter schickte das gleiche Personal ins Rennen wie zuletzt schon gegen Crimmitschau - mit dem Unterschied, dass dieses Mal Arno Tiefensee das Tor hütete. Der musste erstmals in der dritten Minute zufassen, noch aber war das alles harmlos. Genau wie das Spiel: Es plätscherte zu Beginn dahin, bot erst einmal nichts Prickelndes.

Beide Teams neutralisierten sich, wobei die Gäste häufiger im Drittel der Falken aufschlugen. Es blieb aber ohne Konsequenzen, Tiefensee hatte die Möglichkeit warm zu werden für größere Taten. Eine solche war in der sechsten Minute gefragt, als ein Gästestürmer frei vor dem Keeper auftauchte, Tiefensee aber cool blieb. Er dürfte sich aber gefragt haben, wo da sein Verteidiger hin verschwunden war.

Verhaltener Beginn von beiden Seiten

Auf der anderen Seite hatte Stefan Della Rovere das 1:0 auf dem Schläger: Der Topscorer scheiterte aber am aufmerksamen Tobias Ancicka im Gästekasten. Das war es aber auch. Mitte des Drittels durften die Falken dann in Überzahl ran, zuletzt nicht die größte Stärke des Zeiter-Teams.

Auch dieses Mal sah das zunächst unglücklich aus, bis 13 Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen die Füchse. Justin Kirsch, einer der auffälligsten an diesem Abend, hatte genug Zeit und Platz, die Scheibe anzunehmen und gekonnt zum 1:0 abzuschließen. Sah gut aus. Und diese Führung hatte sogar Bestand, da die Falken ihre kritische Phase danach mit ein wenig Glück überstanden.

Und Dank Tiefensee, der nach einem hanebüchenen Puckverlust von Jan Pavlu auf dem Posten war, die Situation bereinigte. Dennoch: Weißwasser kam zu leicht durch, zu leicht zum Abschluss. Nur: Die Gäste nutzten es nicht. Dafür ließen die Falken in der 16. und 17. Minute zwei dicke Chancen auf das 2:0 liegen: Erst war es Simon Thiel, der von Tim Miller fein freigespielt wurde und am Torhüter scheiterte, danach Miller, der vorbeischoss.

Das anschließende Powerplay der Falken hatte seinen Namen dann endlich verdient: Die Gäste einmal zurechtgelegt, schlossen die Gastgeber mehrfach gut ab. Am Ende war es Kevin Maginot, der in seinem dritten Anlauf traf (19.). Das 2:0 zählte allerdings nicht als Überzahltreffer, weil die Strafe der Gäste gerade abgelaufen war. Das spielte aber keine Rolle. 2:0 - die Falken auf dem Weg zum vierten Sieg in Folge.

Langsam funktionieren auch die Special Teams wieder

Auch ihre erste Unterzahl lösten die Falken zu Beginn des Mittelabschnitts gut, blieben ohne Gegentor, wie gegen Crimmitschau. Auch die Special Teams passen langsam wieder. Beflügelt von der guten Unterzahlsituation schwammen sich die Heilbronner, nachdem sie das Feld zu Beginn des Drittels doch ein wenig den Gästen überlassen hatten, Stück für Stück frei und steuerten auf ihre beste Phase der Partie zu.

Mitte des Spiels kombinierten die Falken fein und schlossen die Angriffe konsequent ab. Doch ob Kirsch, Valenti, Maginot oder Wruck: Keiner erzielte das vorentscheidende 3:0. Trotz bester Chancen. So aber blieb Weißwasser weiter im Spiel und wurde zum Ende des Drittels wieder stärker. Doch Arno Tiefensee stand seinen Mann, hielt alles, was auf seinen Kasten kam, ein guter Rückhalt. So lag es entscheidend auch mit an ihm, dass es zur zweiten Pause 2:0 stand. Auch im zweiten Unterzahlspiel ließen die Falken nichts anbrennen.

Das erlösende 3:0 hatten sich die Heilbronner für das Schlussdrittel vorbehalten: Sauber spielten sie die Gäste in Überzahl aus und Bryce Gervais fälschte einen Schuss von Wruck ins Tor ab (46.). Danach sammelten beide Teams durch Rangeleien Strafminuten. Die Füchse nahmen am Ende den Keeper raus, erzielten noch das 1:3, Kirsch antwortete mit dem 4:1 in das leere Tor.

Neuer Spieler ist im Anflug

Offenbar sind die Heilbronner Falken auf dem Transfermarkt fündig geworden. Ein neuer Import-Stürmer soll noch in dieser Woche eintreffen. Offiziell bestätigen wollte die Geschäftsführung des DEL2-Clubs dieses Information am Dienstag nicht. "Wir haben unsere Netzwerke und die unseres Kooperationspartners Mannheim genutzt. Es sieht ganz gut aus", ließ Falken-Manager Stefan Rapp lediglich wissen. Bei dem Neuzugang soll es sich um einen kanadischen Angreifer handeln, der auch schon in der höchsten russischen Liga, der KHL, gespielt haben soll.

Tor: Tiefensee, Nemec. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Pavlu - Maschmeyer, Mapes - Maginot. Angriff: Gervais - Wruck - Della Rovere, Reisz - Miller - Pierre Preto, Valenti - Neal - Kirsch, Ribarik - Thiel. Tore: 1:0 (12.) Kirsch, 2:0 (19.) Maginot, 3:0 (46.) Gervais, 3:1 (58.) Pozivil, 4:1 (60.) Kirsch. Strafminuten: 42/50. Schiedsrichter: Christopher Schadewaldt, Markus Schütz. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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