Eishockey
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Falken entdecken ihre Powerplay-Stärke neu

Beim 5:2 gegen Kaufbeuren fährt die Heilbronner Mannschaft den zweiten Sieg in Folge in der DEL 2 ein. Zwei Treffer in Überzahl machen den Unterschied.

Martin Peter
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Falken entdecken ihre Powerplay-Stärke neu
Überall Kaufbeurer: Karl Fabricius (Mitte) und die Falken ließen sich von guten Gästen nicht einschüchtern − und behielten die Punkte in Heilbronn. Foto: Ralf Seidel

Zwei Spiele, fünf Punkte: Die Ausbeute der Heilbronner Falken im Dezember ist jetzt schon genauso gut wie im gesamten November. Am Sonntag fuhr das Team von Trainer Jason Morgan beim 5:2 (2:2, 2:0, 1:0) gegen den ESK Kaufbeuren seinen zweiten Sieg in Folge ein und entdeckte dabei eine schon vergessene Stärke wieder. Zwei Überzahltreffer brachten die leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber auf die Siegstraße. "Wir sind die ganze Zeit über positiv geblieben", lobte Morgen.

Topscorer Williams fehlt verletzt

Eine Hiobsbotschaft mussten die Falken schon vor dem Spiel verkraften: Topscorer Jeremy Williams war nicht mit von der Partie. Der Kanadier hatte sich beim 5:4-Erfolg nach Penaltyschießen in Landshut am Freitag leicht verletzt und für das Spiel gegen Kaufbeuren kein grünes Licht vom Arzt erhalten. Eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es.

Im Tor ließ Morgan wieder Florian Mnich ran, der in Landshut zwar zwei Böcke geschossen hatte, davon abgesehen jedoch ein starker Rückhalt gewesen war. Auch gegen Kaufbeuren hatte der 21-Jährige nach 20 Minuten zwei Tore kassiert. Schuld hatte Mnich nicht, dass es zur ersten Pause 2:2 stand. Ärgerlich war es allerdings allemal. Zumal doch die Unterländer mit 2:0 in Führung waren. Eine frühe Unterzahlsituation überstanden die Gastgeber in der mit 750 Zuschauern ausverkauften Eishalle am Europaplatz schadlos. Zwar legte sich Kaufbeuren den Gegner richtig gut zurecht - die einzige Chance aber vergab Tyler Spurgeon.

Anders die Falken, die gleich ihre erste Chance nutzten: Julian Lautenschlager erkämpfte sich die Scheibe und legte fein auf Judd Blackwater quer - 1:0 (5.) durch den Goldhelm-Ersatzmann. Eine Minute später legte Alex Lambacher das 2:0 nach - er wurde von Stefan Della Rovere stark in Szene gesetzt. Wiederum eine Minute später verpasste der Torschütze das 3:0. Das wäre vielleicht zu viel des Guten gewesen. Die Ostallgäuer schüttelten sich kurz und erhöhten danach sukzessive den Druck. Das 1:2 durch Spurgeon (14.) nach einem Konter war die logische Folge. Kaufbeuren hatte jetzt seine beste Phase und glich noch im ersten Drittel aus. Sami Blomqvist zog unbedrängt einfach ab - 2:2 (17.). Zuvor hätte Heilbronn schon auf 3:1 stellen können, danach indes auf 3:2 stellen müssen. Della Rovere traf nur die Latte.

Das Spiel wird wilder

In der Summe ein munteres Spielchen, mit spielerischen Vorteilen für die Gäste. Diese kamen im zweiten Drittel allerdings nicht mehr richtig zur Geltung. Das Spiel wurde wilder, es ging viel Struktur verloren, Chancen gab es erstmal wenige. Selbst in ihrem ersten Powerplay sprang für die Falken wenig raus - sie kamen nie richtig in die Aufstellung. Kein neues Problem. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet die Überzahl die Stärke der Falken werden sollte.

Zwei Mal noch hatten die Falken in dem Abschnitt Überzahl und beide Male trafen sie. Erst war es Justin Kirsch, der die Scheibe links unten zum 3:2 versenkte, Kaufbeurens Keeper war die Sicht versperrt (30.). Beim 4:2 fünf Minuten später sah er unglücklich aus. Blackwater war das egal. 4:2. Wer hätte das gedacht?

Die Gäste starteten mit wütenden Angriffen ins letzte Drittel, brachten aber kaum gefährliche Schüsse aufs Tor. Selbst wenn: Mnich war ein hervorragender Rückhalt. Als sich die Falken wieder befreit hatten, spielten sie eine Reihe bester Chancen heraus - aber erst mit einem Unterzahltreffer sechs Sekunden vor dem Ende ins leere Tore machte Lautenschlager den Sack zu.

Tor: Mnich, Tiefensee. Abwehr: Morisson - Preto, Fern - Maschmeyer, Mapes - Obu. Angriff: Thiel - Lautenschlager - Blackwater, Kirsch - Lambacher - Della Rovere, Dunham - Volkmann - Fabricius, Heim. Tore: 1:0 (5.) Blackwater, 2:0 (6.) Lambacher, 2:1 (14.) Spurgeon, 2:2 (17.) Blomqvist, 3:2 (30.) Kirsch, 4:2 (35.) Blackwater, 5:2 (60.) Lautenschlager. Strafminuten: 2/8. Schiedsrichter: Marcus Brill, Eugen Schmidt. Zuschauer: 750.

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