Falken benötigen mehr Fans in der Eishalle

Eishockey  Der mangelnde Zuschauerzuspruch bei den Heilbronner Falken ist ein großes Thema beim Fan-Talk des DEL2-Clubs am Mittwochabend. Schon jetzt ist klar: Am Saisonende gibt es ein finanzielles Minus.

Email

Gefragt beim Fan-Talk (von links): Steffen Schnizer, Christopher Fischer, Stefan Rapp, Jason Morgan, Corey Mapes und Christoph Schubert.

Foto: Ralf Seidel

Nein, der Bau einer neuen Eishalle war am Mittwochabend nicht das Hauptthema des Fan-Talks der Heilbronner Falken. 32 Anhänger des DEL2-Clubs waren in den Vip-Raum des Eisstadions gekommen, um die Falken-Verantwortlichen - Geschäftsführer Stefan Rapp, Cheftrainer Jason Morgan und sein Assistent Christoph Schubert, die Kapitäne Christopher Fischer und Corey Mapes sowie Gesellschafter Steffen Schnizer - mit Fragen zu löchern.

Was kann man tun, um mehr Fans in die Halle zu locken?

Das von Rapp eingebrachte Eingangsthema des geringen Zuschauerzuspruchs wurde mehr als 30 Minuten diskutiert. Mehrere Fans monierten, dass in der Region viel zu wenig Werbung für die Spiele betrieben werde. Rapp verwies unter anderem auf die gesteigerte Aktivität in den Sozialen Medien und dass hier jeder Einzelne gefordert sei, Beiträge zu teilen sowie Freunde und Bekannte mit ins Stadion zu nehmen. "Wir müssen hier die Halle voller bekommen", machte Rapp unmissverständlich klar, denn "am Ende der Saison wird unterm Strich eine rote Zahl stehen".

Die Aussage führte unmittelbar zum nächsten Vorwurf: fehlende Sponsoren. "Wir sind auf einem guten Weg, in dieser Saison wieder das Niveau der Spielzeit 19/20 zu erreichen", sagte Rapp. Gerade in der Pandemie sei es extrem schwierig, große Sponsoren zu gewinnen. Dass der Name der Halle nach dem Rückzug von Kolbenschmidt immer noch nicht neu vergeben sei, habe nicht zuletzt mit der Infrastruktur zu tun, wie Schnizer verdeutlichte: "Für so eine alte Halle will keiner seinen Namen geben."

Kritik an der Kooperation mit Mannheim

Weiteres Thema war die Kooperation mit den Adlern Mannheim. Durch die vielen Wechsel der Spieler, falle es schwer, eine Identifikation mit dem Team aufzubauen. Wäre es nicht besser, ein komplett eigenes Team aufzubauen? Schnizer verwies bei der Frage auf die drei Spielzeiten ohne Kooperation hin, die zum sportlichen Abstieg und einem erheblichen Schuldenberg geführt hätten: "Es ist eine Frage des Budgets, aber auch der Philosophie. Wie wollen jungen Spielern eine Perspektive geben."

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

Kommentar hinzufügen