Fahrlässige Falken lassen wieder Punkte liegen

Eishockey  Trotz eines guten Starts stehen die Heilbronner Falken beim 0:2 in Bayreuth wieder mit leeren Händen da. Es war die vierte Niederlage der Unterländer in Folge. Das schlimme daran: Sie war vermeidbar.

Email

Viel Gesprächsstoff: Auch bei der Paradereihe der Falken um Jeremy Williams (links) und Stefan Della Rovere lief in Bayreuth wenig zusammen.

Foto: Andreas Veigel

Einmal mehr in der DEL-2-Saison haben die Heilbronner Falken leichtfertig Punkte liegen gelassen: Beim 0:2 (0:1, 0:1, 0:0) bei den Bayreuth Tigers am Dienstagabend setzte das Team von Trainer Jason Morgan seinen negativen Lauf fort und verlor bei den mit 13 Feldspielern angetretenen Franken das vierte Spiel in Folge. Zwar starteten die Falken gut, ließen ihre Chancen allerdings ungenutzt - und bekamen dafür am Ende die Quittung. "Wir habe vor allem im zweiten Drittel zu weich gespielt", sagte Morgan, der einmal mehr die Special Teams seiner Falken kritisierte.

Die Falken waren als Sechster in die Partie gegangen. Eine Region, in der sich die Unterländer durchaus sehen. Mit der Ausbeute von 20 Punkten aus 14 Spielen bisher aber sind die Trainer unzufrieden. "Wir hätten uns schon vier, fünf Punkte mehr gewünscht", sagte Co-Trainer Christoph Schubert vor der Partie. Umso mehr galt für die Partie in Bayreuth: am besten dreifach punkten.

Die Falken starten gut, haben viele Chancen - treffen aber das Tor nicht

Und es schien zu Beginn, als hätten auch die Spieler verstanden: Die Falken, bei denen Jungadler Maximilian Heim sein DEL-2-Debüt gab, kannten erstmal nur eine Richtung: nach vorne. Ihr Ziel: Tigers-Torhüter Timo Herden an dessen 27. Geburtstag einzuschenken. Aber trotz drückender Überlegenheit und guter Chancen brachten die Falken die Scheibe nicht im Tor unter. Auch in zwei Überzahlsituationen nicht. Kenney Morrison traf in der neunten Minute lediglich den Pfosten.

Das rächte sich: Quasi mit ihrem ersten Angriff trafen die Gastgeber zur Führung: Ville Järveläinen ließ Arno Tiefensee bei seinem präzisen Abschluss keine Chance (12.). Dass der Finne viel Platz und alle Zeit der Welt hatte, lag am schlechten Rückzugsverhalten der Falken. Mit dem Treffer kippte die Partie: Der bis dahin beschäftigungslose Falken-Keeper mussten in der Folge mehrfach in höchster Not retten - einmal half auch der Pfosten (14.). Danach sammelten sich die Falken wieder.

Erneut treffen die Tigers mit ihrem ersten Angriff

Die Gäste starteten auch ins zweite Drittel besser. Und wieder ließen sie ihre Chancen aus. Auch auch dieses Mal rächte sich das - nur schneller als im ersten Abschnitt. Diesmal reichten den Tigers weniger als vier Minuten, um erneut mit ihrem ersten Abschluss auf 2:0 zu erhöhen (24.). Und wieder war es Ville Järveläinen: Nachdem Sturmpartner Cason Hohmann die Scheibe im Nachsetzen eroberte, schloss der frei im Slot stehende Finne trocken ab.

Judd Blackwater vergab unmittelbar danach schon fahrlässig den Anschlusstreffer - danach lief erstmal nur wenig bei den Heilbronnern zusammen. Die Tigers vergaben dagegen die Chance aufs 3:0: Kurt Davis traf nur die Latte (32.). Das beste für die Falken nach zwei Dritteln fasste Falken-Stürmer Julian Lautenschlager so zusammen: "Es steht nur 0:2. Da kann im Eishockey noch viel passieren."

In einem konfusen Schlussabschnitt passiert nicht mehr viel

Aber es passierte: nichts. Die Falken brachten nichts mehr zustande, auch in Überzahl nicht. Trotz eines insgesamt konfusen Drittels mit vielen Strafen ließen sich die Tigers den Sieg nicht mehr nehmen.


Tor: Tiefensee, Mnich. Abwehr: Morrison - Krenzlin; Maschmeyer - Fern; Mapes - Obu. Angriff: Williams - Blackwater - Della Rovere; Fabircius - Lambacher - Kirsch; Thiel - Lautenschlager - Dunham; Volkmann - Heim. Tore: 1:0 (12.) Järveläinen, 2:0 (24.) Järveläinen. Strafminuten: 33/8. Schiedsrichter: Vladislav Gossmann, Ruben Kapzan. Zuschauer: 1114.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

Kommentar hinzufügen