Erleichterung bei den Falken nach dem ersten Dreier

Eishockey  Nach dem ersten Dreier der Saison sind die Heilbronner Falken erleichtert - die Probleme haben sich jedoch nicht in Luft aufgelöst. Am Dienstagabend kommt Kaufbeuren in die Eishalle am Europaplatz.

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Im Gegensatz zu den Falken-Spielern, ist Trainer Michel Zeiter (Mitte) der Gemütszustand äußerlich nicht immer anzusehen.

Foto: imago images/Kessler-Sportfotografie

Mimik, Gestik, sogar die Tonlage: fast identisch. Wären es nicht seine Worte selbst, ließe sich an Michel Zeiter nicht erkennen, wie sein Team gerade gespielt hat. Der Trainer der Falken ist sachlich, analytisch - Emotionen hat der Schweizer ganz offensichtlich unter Kontrolle. Zumindest nach außen.

Zeiter ist ein kühler Analytiker

So glichen sich die Szenen an diesem Wochenende in den Pressekonferenzen nach den Spielen der Heilbronner. Dabei hätten die Ergebnisse unterschiedlicher nicht ausfallen können. Auf der einen Seite das blamable 1:7 Freitagabend in Bad Nauheim, auf der anderen das 4:3 Sonntagabend in Crimmitschau - immerhin der erste Dreier der Unterländer in dieser Saison. Und der erste glatte Sieg in einem Pflichtspiel unter dem neuen Trainer.

Für Euphorie indes war bei Michel Zeiter ebenso wenig Platz wie für Tristesse am Freitagabend: Äußerlich steckte der 46-Jährige die Spiele gleichermaßen weg, gab den kühlen Analytiker. Klar sei er froh über den ersten Drei-Punkte-Sieg seines Teams. Seine Kernbotschaft am Sonntag lautete aber: "Wir befinden uns weiter in einer schwierigen Situation, müssen um jeden Punkt hart kämpfen."

Heimspiel gegen Kaufbeuren am Dienstagabend

Und das schon wieder an diesem Dienstag, wenn um 20 Uhr der ESV Kaufbeuren nach Heilbronn kommt. Für die Allgäuer ist das Gastspiel im Unterland das erste nach ihrer zweiwöchigen Quarantäne. Wie die "Allgäuer Zeitung" berichtet, sei gut ein Viertel des Teams Corona positiv gewesen. Nach drei Spielen und überschaubaren vier Punkten war für die Joker früh wieder Schluss. Ein Kellerduell sieht Falken-Geschäftsführer Stefan Rapp nicht, wenn der Vorletzte beim Drittletzten gastiert.

"Kaufbeuren hat eine Topmannschaft", meint Stefan Rapp. Die Falken würden das auch gerne von sich behaupten. Im Moment aber ist das Team von Michel Zeiter davon meilenweit entfernt. Fünf Punkte aus sechs Spielen entsprechen wahrlich nicht den gestiegenen Ansprüchen in Heilbronn. Die Falken-Anhänger haben ihrem Unmut in den Sozialen Medien zuletzt Luft gemacht, mitunter die Entlassung von Zeiter gefordert.

Manager Rapp gibt dem Trainer Rückendeckung

"Dem Trainer kann man aber keinen Vorwurf machen", sagt Stefan Rapp. Die Probleme seien dafür einfach zu vielschichtig: viele Absagen, Verlegungen, Ausfälle von Topspielern. Rapp sieht die Spieler in erster Linie in der Pflicht. "Die Führungsspieler müssen das Zepter mal in die Hand nehmen. Die können alle Eishockey spielen, da ist keiner deplatziert", sagt der Manager mit Blick darauf, dass kürzlich eine Reihe Falken-Spieler als beste der Vorsaison geehrt wurden. Was Rapp aber einräumt, ist, "dass wir uns von Matt Neal mehr erhofft haben, mehr Dynamik, mehr Spritzigkeit".

Der Neuzugang aber trat bisher nur einmal in Erscheinung: als er sich beim 4:3 in Crimmitschau für seinen Stockstich eine Spieldauerstrafe abholte. Damit fehlt Zeiter gegen Kaufbeuren erneut ein Kontingentspieler. Auch auf dieses wiederkehrende Problem hat Michel Zeiter hingewiesen. Freitag. Und auch Sonntag. "Es soll kein Jammern sein", hat er noch nachgeschoben. Nicht, dass ihn jemand falsch versteht.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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