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Ein Punkt für die Heilbronner Falken, über den sich keiner freut

Der DEL2-Ligist aus Heilbronn unterliegt am Sonntagabend Tabellenführer Bad Nauheim mit 3:4 nach Verlängerung. Dabei wirkt im Team von Falken-Coach Jason Morgan die Niederlage vom Freitag in Selb noch nach.

Stephan Sonntag
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Ein Punkt für die Falken, über den sich keiner freut
Im ersten Drittel haben die Heilbronner Falken um Goldhelm Jeremy Williams zu viele Chancen liegen lassen, im Mitteldrittel kassieren sie zu viele Strafen, im Schlussdrittel zeigen sie Moral und verlieren schließlich in der Overtime. Foto: Mario Berger

Ein Punkt gegen den Spitzenreiter. Klingt besser, als es sich am Sonntagabend für die Heilbronner Falken angefühlt hat. Die 3:4 (1:1, 0:0, 2:2)-Niederlage gegen den stark ersatzgeschwächten EC Bad Nauheim ist schmerzlich gewesen. Besonders nach der dilettantischen 3:4-Niederlage am Freitag beim Schlusslicht Selb. "Wir machen gerade eine schwere Zeit durch", sagte Falken-Trainer Jason Morgan angesichts von sieben Niederlagen aus den vergangenen acht Partien.

Stark ersatzgeschwächter Gegner

Die von Corona und Verletzungen gebeutelten Nauheimer brachten nur fünf Verteidiger und neun Stürmer auf den Spielberichtsbogen, allen voran fehlten DEL2-Topscorer Taylor Vause und Top-Torjäger Tristan Keck. Bei den Falken hütete Florian Mnich für Arno Tiefensee das Tor. Als elfter Stürmer war Maximilian Heim dabei.

Den Gastgebern war anzumerken, dass sie sich für die unnötige Last-Minute-Niederlage bei den Selber Wölfen rehabilitieren wollten. Bereits in der dritten Minute gelang Stefan Della Rovere mit einem platzierten Schuss und mit Hilfe des Innenpfostens die 1:0-Führung. Aus dem Nichts fiel jedoch der schnelle Ausgleich. Ein abgefälschter Befreiungsschlag sprang hoch von der Bande zurück und Christoph Körner knallte die Scheibe aus der Luft zum 1:1 ins Netz (7.). Ein glücklicher Treffer, Mnich war dabei ohne Abwehrchance.

Statistik spricht für die Falken

Die Heilbronner blieben das bessere Team, 16 zu 9 Schüsse zählten die Statistiker in den ersten 20 Minuten, insofern waren die Gäste mit dem Remis gut bedient.

Nach den zweiten 20 Minuten waren die Gastgeber gut bedient mit dem weiterhin gültigen 1:1. Allein schon, weil sie eine dreiminütige Unterzahl überstehen mussten, nachdem Noah Dunham eine große Strafe wegen Bandenchecks erhalten hatte. Immerhin funktionierte das Unterzahlspiel der Falken. Spielerisch lief allerdings auf beiden Seiten wenig zusammen. Abgesehen von einer besseren Phase rund um die 35. Minute mit Möglichkeiten auf beiden Seiten blieb vieles Stückwerk. Das mäßige Niveau setzte sich im Schlussdrittel fort. Den Falken unterliefen in der Vorwärtsbewegung zu viele einfache Fehler. Nauheim überbrückte das Spielfeld schneller und präziser, im Abschluss scheiterten sie mehrfach am gut aufgelegten Mnich.

Überraschungs-Schlagschuss sitzt

Es war klar, es braucht irgendwie ein Tor, um der Partie neues Leben einzuhauchen. Ein ebensolches erzielte Kenney Morrison mit einem Überraschungs-Schlagschuss von der blauen Linie zum 2:1 für die Falken (46.). Doch wie schon so oft in dieser Saison folgte der schnelle Gegentreffer. Dass die Nauheimer auch ohne ihre beiden punktbesten Angreifer noch jede Menge Qualität im Kader besitzen, unterstrichen die Hessen mit dem hervorragend herausgespielten 2:2 nur gut 90 Sekunden nach der Führung der Heilbronner. Jerry Pollastrone vollendete die Vorarbeit von Mick Köhler und Robin van Calster (48.).

Jetzt war endlich richtig Dampf in der Partie. Mit einem knallharten Schlagschuss durch eine gesamte Spielertraube vor Mnich brachte Maximilian Glötzl die Gäste erstmals in Führung (52.). Doch auch die Falken hatten eine schnelle Antwort parat. Judd Blackwater überwand Bick nur 36 Sekunden später zum 3:3-Ausgleich (53.).

Powerplay als Dauer-Baustelle

Aus der zweiten Überzahlsituation überhaupt drei Minuten vor dem Ende machten die Gastgeber zu wenig. Das Powerplay bleibt die Dauer-Baustelle. Zu allem Überfluss kassierten die Falken 80 Sekunden vor Ende selbst noch eine Strafe, retteten sich aber zumindest in die Verlängerung. Die Rest-Überzahl von 40 Sekunden genügte dem Tabellenführer, um durch Kevin Schmidt den Sieg perfekt zu machen.


Mehr Infos zum Spiel 

Tor: Mnich, Tiefensee; Abwehr: Mapes - Morrison, Maschmeyer - Fern, Krenzlin - Obu; Angriff: Fabricius - Blackwater - Thiel, Della Rovere - Lambacher - Kirsch, Dunham - Lautenschlager - Williams, Volkmann, Heim.

Tore: 1:0 (3.) Della Rovere, 1:1 (7.) Körner, 2:1 (46.) Morrison, 2:2 (48.) Pollastrone, 2:3 (52.) Glötzl, 3:3 (53.) Blackwater, 3:4 (61.) Schmidt.

Schiedsrichter: Stephan Bauer, Nikolas Neutzer.

Strafminuten: 11/6.

Zuschauer: 849.

Hintergrund

Minuskulisse und Boykott der Ultras

Unter den neuen 2G-plus-Regeln kamen am Sonntag nur 849 Fans ins Eisstadion am Europaplatz - Minuskulisse im bisherigen Saisonverlauf. Auf den Rängen waren zu Beginn ausschließlich die mitgereisten Gästefans zu hören, da die Ultras von Kollektiv Heilbronn die Partie boykottierten. Allerdings nicht wegen der öffentlichen Aufforderung des Geschäftsführers Stefan Rapp, dass die Maskenpflicht künftig strikter kontrolliert und bei Nichtbeachtung sanktioniert wird. "Aufgrund der neuen Landesverordnung sehen wir uns leider gezwungen, den koordinierten Support vorübergehend einzustellen. Wir hoffen auf eine schnelle Entspannung der Lage", teilte Kollektiv mit.

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