Ein Punkt für die Aufholjagd der Falken

Eishockey  Die Heilbronner DEL-2-Mannschaft gleicht einen 0:2-Rückstand gegen Freiburg aus, verlieren aber dann beim Stand von 2:2 das Penaltyschießen.

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Gleich zu Beginn des Mitteldrittels erhöhte Andrée Hult für Freiburg auf 2:0. Doch die Falken fanden zurück ins Spiel.

Foto: Andreas Veigel

Die Heilbronner Falken haben den nächsten Coup gegen ein Topteam der DEL 2 verpasst. Zwei Tage nach dem Überraschungssieg gegen Tabellenführer Kassel nahm das Team von Bill Stewart gegen den EHC Freiburg beim 2:3 (0:1, 2:1, 0:0) nach Penaltyschießen aber immerhin noch einen Punkt mit. Der zwölfte Penalty brachte die Entscheidung zugunsten der Gäste, Yannik Valenti scheiterte an Enrico Salvarani. Zuvor hatten die Heilbronner wie schon gegen die Huskies einen 0:2-Rückstand aufgeholt.

Das erste Donnerstags-Heimspiel in der Eishalle am Europaplatz in dieser Saison begann flott. Im Gegensatz zur Partie zwei Tage zuvor waren die Gastgeber sofort wach. Allerdings neutralisierten sich beide Teams in den ersten Minuten nahezu. Es ging zwar ohne Unterbrechungen hin und her, aber es gab kaum Torchancen.

Plötzlich steht es 0:1

Die erste für Freiburg hatte der alte Heilbronn-Schreck Nikolas Linsenmaier - doch Arno Tiefensee im Tor der Falken war zur Stelle (11. Minute). Kurz darauf bekam Stefan Della Rovere die erste Zeitstrafe der Partie. Wie zuletzt fast immer war das Penaltykilling der Falken gegen das zweitbeste Überzahlteam der DEL 2 exzellent.

Trotzdem stand es plötzlich 0:1. Wieder in Gleichzahl verzettelten sich die Falken hinter dem eigenen Tor, Chad Bassen sagte danke und düpierte Tiefensee mit einem halben Bauerntrick (13.).

Die Falken taten sich weiter schwer, überhaupt mal auf das von Salvarani gehütete Tor der Freiburger zu schießen. Der gebürtige Mannheimer stand als 15-Jähriger bereits das erste Mal im DEL-2-Aufgebot - allerdings der Falken.

Inzwischen ist er 22 Jahre und ersetzte den leicht angeschlagenen Ben Meisner. Der statistisch beste Goalie der Liga stand nicht mal als Backup im Kader der Gäste. Die mageren fünf Schüsse aufs Gehäuse der Wölfe waren aber auch für Salvarani keine besondere Herausforderung.

Gleich zu Beginn des Mitteldrittels setzte es den nächsten Nackenschlag für die Gastgeber. Per Abstauber erhöhte Andrée Hult in Überzahl auf 2:0 (21.) für die Freiburger. Gerade einmal 38 Sekunden waren absolviert.

Es sah nicht gut aus für die Heilbronner Falken. Doch das Team zeigte einmal mehr, dass Rückstände es derzeit eher beflügeln als hemmen. Den mit Abstand besten Angriff der Gastgeber schloss der sonst ja eher torungefährliche Kapitän Corey Mapes zum 1:2 ab (29.). Dylan Wruck hatte den Verteidiger perfekt in Position gebracht.

Della Rovere sorgt für den Ausgleich

Beim ersten Überzahlspiel der Falken schien der Ausgleich wenig später fällig. Doch es brauchte noch eine weitere angezeigte Strafe gegen Freiburg und eine Sechs-gegen-Fünf-Situation. Wruck zog unnachahmlich ins gegnerische Drittel, seinen Schuss parierte Salvarani noch, dann war Stefan Della Rovere zur Stelle und besorgte das 2:2 (35.).

In der Folge lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, doch weitere Treffer fielen bis zum Drittelende nicht mehr.

Die Eishockeycracks hatten jedoch noch Energie. Hat umkämpft ging es im Schlussdrittel weiter. Beide Teams wollten die drei Punkte. Beide Teams verteidigten hart. Beide Teams suchten ihre Chance.

Falken-Youngster Simon Thiel hatte mit einem Pfostentreffer Pech (45.). Aber auch die Wölfe hatten einige gute Gelegenheiten zur erneuten Führung. Letztlich ging es leistungsgerecht in die Overtime. Den einen Punkt hatten sich beide Mannschaften redlich erarbeitet.

Valenti im Alleingang (62.) und Sekunden später Della Rovere nach Pass von Matt Neal verpassten in der Verlängerung den Zusatzpunkt. Marcus Götz kratzte auf der anderen Seite eine Scheibe von der Torlinie (65.).

Im Penaltyschießen ging das zähe Kräftemessen weiter. Della Rovere hätte mit dem zehnten Penalty den Sieg für Heilbronn perfekt machen können. Doch am Ende jubelten die Wölfe.

Tor: Tiefensee, Mnich; Abwehr: Götz - Philipp Preto, Mapes - Maginot, Maschmeyer - Dziambor, Länger; Angriff: Valenti - Wruck - Gervais, Della Rovere - Koch - Nicholls, Kirsch - Neal - Pierre Preto, Ribarik - Reisz - Thiel.

Tore: 0:1 (13.) Bassen, 0:2 (21.) Hult, 1:2 (29.) Mapes, 2:2 (35.) Della Rovere

Schiedsrichter: Marcus Brill, Thorsten Lajoie

Strafminuten: 6/2.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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