Ein letztes Fünkchen Hoffnung glimmt für die Falken

Eishockey  Heilbronn nimmt beim 7:3 gegen Landshut Revanche für die Niederlage am Dienstag. In einem zähen Spiel erzielen die Falken drei Powerplaytore, die den Weg zum Sieg ebnen.

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Ab ins leere Tor: Davis Koch (hinten) erzielt nach feiner Kombination in der neunten Minute den Ausgleich für die Heilbronner Falken.

Foto: Mario Berger

Revanche geglückt. Einen Rest Hoffnung erhalten: Mit einem verdienten, aber hart erkämpften Sieg gegen den EV Landshut haben die Heilbronner Falken ihre Serie von drei Niederlagen am Stück beendet. Mit dem 7:3 (3:2, 1:0, 3:1)-Erfolg nur 48 Stunden nach dem bitteren 4:6 in Niederbayern hat das Team von Trainer Bill Stewart die theoretische Chance auf das Erreichen der Playoffs gewahrt. Drei Tore in Überzahl ebneten letztlich den Erfolg.

Frustrierend seien die drei Spiele zuletzt gewesen, sagte Dylan Wruck vor dem Spiel. "Wir hatten mehr verdient", sagte der Topscorer der Heilbronner angesichts der Niederlagen in Kaufbeuren (1:2), zu Hause gegen Frankfurt (3:4) sowie im Kellerduell in Landshut (4:6). Trotzdem wollten sich Wruck und Co. noch nicht vom Ziel, Platz acht zu erreichen, verabschieden. Dafür mussten die Landshuter geschlagen werden, daran ging kein Weg vorbei.

Verspäteter Beginn wegen eines Staus auf der A6

Die Falken wollten sich den Sieg verdienen, starteten schwungvoll in die Partie, die erst mit einer Viertelstunde Verspätung begann. Die Gäste waren wegen eines Staus auf der A6 erst spät in Heilbronn angekommen und mussten sich nach zwei guten Chancen von Yannik Valenti kurz schütteln. Das half. Wie in Landshut vor zwei Tagen gehörte die dritte Minute wieder den Niederbayern: Bully gewonnen, Querpass, Tor. 1:0 durch Zach O'Brien. Wieder nicht gut verteidigt von den Falken, die den aktuell besten Topscorer der Liga gewähren ließen. Doch diesmal blieb den Falken ein zweites Gegentor erspart. Immerhin.

Aber schön anzusehen waren die nächsten Minuten nicht, das war ein wenig Magerkost von beiden Seiten. Fahrt nahm die Partie dann mit dem Ausgleich auf: Dem 1:1 (9.) ging ein ganz feiner Spielzug voraus, den Davis Koch nach Vorarbeit von Josh Nicholls und Bryce Gervais abschloss. Nachdem die Falken bei einen Pfostentreffer Glück hatten, begann ihre beste Phase: Dass 2:1 verdiente sich Aron Reisz, indem er den Aufbau der Gäste störte, die Scheibe abfälschte und auf Zuspiel von Simon Thiel zur Führung traf (15.). Eine Minute später legte Kevin Maginot per Schlagschuss das 3:1 nach. Verdient.

Mnich stand überraschend im Tor der Falken

Und doch stand es zur Pause nur 2:3: Weil die Landshuter mit freundlicher Unterstützung der Falken ein weiteres Mal trafen. Durch die Schoner von Florian Mnich, den Stewart überraschend im Tor aufbot. Glück, dass nicht noch das 3:3 fiel, denn die Heilbronner schwammen in der letzten Minute gewaltig.

Der drohende Ausgleich schwebte auch im zweiten Drittel lange über den Gastgebern. Klar, Landshut witterte seine Chance, drängte auf dieses 3:3. Und Heilbronn hatte defensiv Probleme und tat sich unfassbar schwer, die Scheibe klar aus der Gefahrenzone zu spielen. Landshut dagegen war zu wenig zwingend - das wurde zusammen einem Kellerduell sehr gerecht. Es entwickelte sich im zweiten Abschnitt ein Kampf um das viel zitierte Momentum - als würde das nächste Tor über den Ausgang des Spiels entscheiden.

Tore in Überzahl führen zur Entscheidung

Es war mehr ein Krampf, als sich die Falken gegen Ende dann endlich frei spielten, wussten sich die Landshuter nur mit einer Strafe zu helfen. Und die nutzte Heilbronn: 17 Sekunden brauchten die Unterländer nur, um auf 4:2 zu stellen (39.). Justin Kirsch versuchte es gefühlvoll und traf. Eigentlich ganz einfach.

Ruhe ins Spiel brachte zwar auch dieser Treffer nicht sofort. Es blieb zunächst zäh. Das war aber vorrangig das Problem der Gäste, die zwei Treffer aufholen mussten, um nicht leer auszugehen. In Unterzahl ist es aber ungleich schwerer: Die Bayern kassierten zu viele Strafen im letzten Drittel - und das nutzten die Falken aus. Mit viel Platz und Übersicht schob Kirsch überlegt zum 5:2 (49.) ein, zwei Minuten später traf Valenti zum dritten Mal in Überzahl. 6:2, da war der Penalty, den O'Brien beim Stand von 4:2 vergab egal. Genauso wie das 6:3 durch Max Hofbauer (55.), was letztlich nur Ergebniskorrektur war. Kirsch setzte mit dem 7:3 (58.) den Schlusspunkt.

Tor: Mnich, Tiefensee. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Maginot - Länger, Mapes - Dziambor. Angriff: Nicholls - Koch - Gervais, Valenti - Wruck - Della Rovere, Kirsch - Neal - Pierre Preto, Thiel - Klos - Knaub, Reisz. Tore: 0:1 (3.) O'Brien, 1:1 (9.) Koch, 2:1 (15.) Reisz, 3:1 (16.) Maginot, 3:2 (19.) Mühlbauer, 4:2 (39.) Kirsch, 5:2 (49.) Kirsch, 6:2 (51.) Valenti, 6:3 (55.) Hofbauer, 7:3 (58.) Kirsch. Strafminuten: 26/57. Schiedsrichter: Kilian Hinterdobler, Sascha Westrich. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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