Ein bisschen Zeit gewonnen - mehr nicht

Eishockey  Die Verschiebung des Saisonstarts auf den 2. Oktober löst kaum die Probleme des DEL-2-Ligisten Heilbronner Falken. Für den offiziellen Trainigsauftakt gibt es mit dem 17. oder 24. August zwei Optionen.

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Manager Stefan Rapp.

Foto: Mario Berger

Stefan Rapp sind die Anstrengungen der vergangenen Wochen anzuhören. Der neue Geschäftsführer der Heilbronner Falken klingt am Telefon gehetzt, fast außer Atem - obwohl er in seinem Büro sitzt. Auch der auf den 2. Oktober verschobene Saisonstart in der DEL 2 hat seine Probleme nicht vom Schreibtisch gewischt. "Wir haben nur mehr Zeit gewonnen", sagt Rapp. Drei Wochen mehr Zeit für eine Liste an Themen, auf der hinter jedem abgehakten Punkt zwei neue auftauchen.

Herausfordernde Zeiten

"Es ist im Moment sehr herausfordernd", findet der Falken-Manager. Nichts ist sicher, alles nur vage. "Wir wissen ja nicht mal, ob wir den 2. Oktober als Start überhaupt halten können", sagt Stefan Rapp. Der Termin war zwar Konsens unter den Clubs, kommt im Vergleich zur Deutschen Eishockey-Liga aber überraschend früh daher.

Die DEL hat zwar noch kein offizielles Datum genannt, wird angesichts der bis 31. Oktober geltenden Zuschauerbeschränkungen bei Großveranstaltungen aber nicht vor November starten. Und dann auch erst nach dem Deutschland-Cup, an dem der DEB weiterhin festhält.

Fans zur Sicherung der Existenz

Die DEL2 braucht einen frühen Start mit Zuschauern - alleine zur Existenzsicherung. Lieber eine Weile vor 500 Zuschauern spielen, als den Laden gleich ganz zuzusperren. "Natürlich ist das nicht ideal mit 500 Zuschauern, aber es sind noch zweieinhalb Monate Zeit", sagt Rapp, der insgeheim sogar eine Verbesserung der Situation für möglich hält.

Ein bisschen Zeit gewonnen - mehr nicht

Ian Brady (links) hängt fest: Aktuell dürfte der US-Amerikaner in Diensten der Heilbronner Falken nicht nach Deutschland einreisen.

Foto: Andreas Veigel

Für die anstehenden Aufgaben aber ist die Zeit knapp: Mit dem verspäteten Saisonstart verschiebt sich auch der offizielle Trainingsauftakt des Teams in Heilbronn. In Betracht kommen der 17. oder 24. August - je nachdem, wann die Spieler wieder in Heilbronn sein können.

Viele Profis weilen im Ausland und obliegen bei der Rückkehr strengen Einreisebestimmungen. Es ist eine Einzelfallprüfung, weswegen es im Moment nicht den einen Zeitpunkt gibt, an dem alle Spieler zurück sein müssen. "Im Moment ist Ian Brady der einzige Spieler, der nicht einreisen darf", sagt Rapp. Andere Vereine träfe es schlimmer.

Lokales Konzept erforderlich

Was den Geschäftsführer der Falken derzeit aber am meisten auf Trab hält, ist die Ausarbeitung eines Konzepts für den Standort Heilbronn. Der Plan des Deutschen Eishockey-Bunds und der DEL ist nur der Rahmen, es kommt nun auf die Standorte selbst an, denn es braucht auch das Grüne Licht der Behörden vor Ort. "Wir sind mit allen Beteiligten in Gesprächen", sagt Rapp, mehr kann und will er noch nicht sagen.

Letztlich gehe es auch um die Frage, wer die Mehrkosten, die die Umsetzung des Konzepts mit sich bringt, trägt. Rapp hofft auf eine gemeinschaftliche Lösung mit Partnern, Sponsoren wie Gesellschaftern, die helfen, "Eishockey in Heilbronn wieder stattfinden zu lassen."


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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